Website-Icon Andreas Kemper

Ohne BILD keine „Alternative für Deutschland“

In den zehn Tagen nach der Ankündigung, mit dem Namen Alternative für Deutschland eine neue rechtskonservative Anti-Euro zu gründen (hier ein Hintergrundartikel), haben die wichtigsten konservativen bzw. extrem rechten (Junge Freiheit) Zeitungen mehrfach über diese Partei in Gründung berichtet. Eine unvollständige beeindruckende Auflistung findet sich hier:

Es zeigt sich, dass innerhalb der linken oder linksliberalen Presse die Gründungsankündigung einer neuen rechtspopulistischen Partei nicht aufgegriffen worden ist. Auch keine größeren linken Blogs berichteten. Nur in Indymedia und Scharf Links wurde ein Artikel aus einem Blog weiterkopiert. Vor allem DIE WELT, FAZ, FOCUS und die JUNGE FREIHEIT berichten in den zehn Tagen gleich mit mehreren großen Artikeln. Einen Aufrtritt hatte die Alternative für Deutschland auch bei Maybritt Illner, die dem Gründer Bernd Lucke zudem eine halbe Stunde Chat-mit-dem-Publikum zur Verfügung stellte, in dem es fast ausschließlich um Fragen zur neuen Partei ging.

Der FOCUS hatte zudem eine EMNID-Umfrage in Auftrag gegeben mit der Frage, ob die Befragten sich vorstellen könnten, eine Anti-Euro-Partei zu wählen. 26% der Befragten bejahten dies.

Ohne Unterstützung der BILD wird es die rechtspopulistische Alternative für Deutschland schwer haben, in den Bundestag einzuziehen. Und nach einem ersten Aufmacher „Wie gefährlich wird die Anti-Euro-Partei?“ am 3.3.2013 berichtete die BILD nicht mehr über die Alternative für Deutschland. Im Gegenteil. Der BILD-Beitrag zur Maybritt-Illner-Show baute Brüderle als Klartexter in Sarrazin-Manier auf: „Klartext-Auftritt bei Illner. Brüderle hält Euro-Austritt Italiens für möglich.“ Selbst über Lafontaine – der es versäumte, die AfD als rechtspopulistisch zu kritisieren – berichtete die BILD mehr als über Lucke. Gegen die BILD wird es eine rechtspopulistische Partei schwer haben, sich zu etablieren. Und anscheinend propagiert die BILD momentan eher rechte Tendenzen in den etablierten Parteien als neue rechtspopulistische Parteien.

Nachtrag 12.03.2013:

Nachtrag 13.03.2013:

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