Manipulationen in Wikipedia

Analyse und Erfahrungsbericht

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Analyse und Erfahrungsbericht. Seit 2005 bin ich in Wikipedia aktiv und arbeite im „Wikipedia-Portal Diskriminierung“. Meine ersten Beiträge befassten sich mit dem Themen Antidiskriminierungsgesetz (das AGG gab es damals noch gar nicht in Deutschland) und Diskriminierung. Mit der Zeit etablierte ich das Wikipedia-Portal Diskriminierung. In diesem umstrittenen Themenfeld wurde ich mehrfach auf Manipulationsversuche aufmerksam.


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   in Arbeit:     

Manipulationen in Wikipedia

Seit Mitte 2005 bin ich in Wikipedia aktiv. Meine ersten Beiträge befassten sich mit dem Themen Antidiskriminierungsgesetz (das gab es damals noch gar nicht in Deutschland) und Diskriminierung. Mit der Zeit etablierte ich das Wikipedia-Portal Diskriminierung. In diesem umstrittenen Themenfeld wurde ich mehrfach auf Manipulationsversuche aufmerksam.

Eigentlich ist das Wikipedia-Prinzip zur Erstellung von Artikeln gar nicht schlecht. Es basiert auf der „idealen Sprechaktsituation“, die Jürgen Habermas in seiner Diskursethik formuliert. Ich zitiere Wikipedia, wo die vier Elemente der idealen Sprechaktsituation folgendermaßen beschrieben werden:

  1. Gleiche Chancen auf Dialoginitiation und -beteiligung,
  2. Gleiche Chancen der Deutungs- und Argumentationsqualität,
  3. Herrschaftsfreiheit, sowie
  4. Keine Täuschung der Sprechintentionen.

Theoretisch sollte diese Situation in Wikipedia gelten und durch die Admins hergestellt und gesichert werden. Für die Erstellung der Artikel kommen noch weitere Kriterien hinzu, wie

  1. Verzicht auf „Original Research“
  2. Belegung von Aussagen mit reputablen Quellen
  3. Relevanz des Inhalts
  4. Enzyklopädischer Stil

Letzeres hat uns in diesem Artikel weniger zu kümmern, da ich auf die Manipulation in Wikipedia eingehen möchte. Manipulation ist ein weiter gefasster Begriff als Täuschung, denn auch das „unter Druck setzen“ durch persönliche Angriffe, Mobbing und Drohungen gehören zu diesem Bereich. Das Themenfeld Diskriminierung, zu dem ich schwerpunktmäßig seit knapp vier Jahren schreibe, ist ein Musterbeispiel für Manipulationsversuche durch Täuschung und durch persönliche Angriffe. Analytisch sollte man Täuschung und persönliche Angriffe auseinanderhalten, dennoch zeigt es sich, dass Wikipedia-Manipulierer von beiden Varianten Gebrauch machen. Es kommt hinzu, dass Manipulationsversuche oft von Verfechtern absurder Theorien ausgehen. Diese weltanschaulichen Ansätze stehen oftmals in einer ganzen Tradition von Täuschung und Verklärung, die nun auch in Wikipedia hineingetraten wird. Dies gilt für bestimmte Sekten ebenso wir für die Tradition des sogenannten „Wissenschaftlichen Rassismus“. Da ich es mit einer Spielart von diesem „Wissenschaftlichen Rassismus“ zu tun bekam, werde ich hierauf näher eingehen, um zu zeigen, wie Manipulationsversuche in Wikipedia aussehen.

Wissenschaftlicher Rassismus

Rassismus ist nicht nur bei dumpfen Neonazis anzutreffen, sondern er war lange Zeit als Wissenschaft institutionalisiert. Vor allem Sozialeugeniker waren bekannt für Wissenschaftsbetrug. Einer der dreistesten Betrüger war Cyril Burt. „Burts Untersuchungen ragten unter allen anderen heraus, weil er dreiundfünfzig Zwillingspaare aufgespürt hatte, also mehr als doppelt so viel wie jeder frühere Versuch. Es kann kaum überraschen, daß Arthur Jensen Sir Cyrils Zahlen als wichtigstes Faktum in seinen berüchtigten Artikel (1969) über angeblich ererbte und unauslöschliche Intelligenzunterschiede zwischen Weißen und Schwarzen in Amerika heranzog.“[1] Tatsächlich stellte sich heraus, dass Burt zwei Personen erfand, die angeblich die entsprechenden Daten gesammelt hätten, und in ihrem Namen Aufsätze schrieb. Burt betrieb nachweislich „Fälschung von Daten über eineiige Zwillinge, über Verwandtschaftkorrelationen beim IQ und abnehmendes Intelligenzniveau in Großbritannien“[2] Seine ideologischen Freunde sahen eine Verschwörung am Werk. Beispielsweise teilte H. J. Eysenck mit: „Ich glaube, die ganze Geschichte ist nur ein dreister Versuch seitens einiger äußerst linksextremer Milieutheoretiker, die ihr politisches Spiel mit wissenschaftlichen Fakten betreiben wollen.“[3] Das „politische Spiel“ wurde jedoch einzig von Burt und seinen Anhängern gespielt, da nicht von Schlampigkeit, sondern vom wissentlichen Betrug ausgegangen werden müsse, woran Wissenschaftshistoriker heute keine Zweifel mehr hegen.[4] Sein betrügerisches Verhalten ließ sich zum Teil dadurch erklären, dass das erbtheoretische Dogma, an dem er fanatisch festhielt, „nicht mehr dem Geist seines Zeitalters [entsprach], das soeben die Judenvernichtung erlebt hatte.“[2]

Von den Schädelmessungen bis zu den menschenverachtenden Experimenten eines Dr. Mengele im Nationalsozialismus wurde mit fragwürdigen Methoden versucht die rassisch vererbbare Überlegenheit der weißen „Herrenrasse“ zu belegen. Mengele wurde im Nationalsozialismus am von Prof. Otmar Freiherr von Verschuer geleiteten Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene an der Universität Frankfurt tätig, welches in der rassenhygienischen Praxis des „Dritten Reiches“ integriert war und z. B. Gutachten für Zwangssterilisationen schrieb. Der wissenschaftliche Rassismus erfuhr seinen verbrecherischen Höhepunkt im bewussten Ermorden von Menschen, um in Obduktionen der Leichen ihr „Untermenschentum“ zu beweisen. Mengele tötete KZ-Gefangene mit Injektionen, wobei das Ziel seines Handelns und Mordens die Erlangung einer wissenschaftlichen Habilitation war. Aber auch Professor Verschuer war in diese „Forschungen“ involviert. Mengele infizierte KZ-Häftlinge mit tödlichen Krankheitserregern und sandte Proben an seinen Professor, der diese im Rahmen der nationalsozialistischen Forschungsprojekte weiternutzte. Die „Forschungen“ Mengeles wurden von der DFG finanziert, die Verschuer über den Ort der Forschung, das KZ Auschwitz-Birkenau, informierten.[5]

Verschuer erhielt nur eine geringe Geldstrafe und agierte auch in der Bundesrepublik Deutschland in der Tradition der Rasseneugeniker. Nach den Worten des Medizinhistorikers Professor Hans-Peter Kröner vom Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin in Münster ist um Verschuer ein ganzes Netzwerk von Sozialeugenikern entstanden.[6] Unter anderem mit Medizinern, die schon im Nationalsozialismus rassistische Versuche an Erwachsene und Kinder durchführten.[7] Verschuer war Mitgründer der Zeitschrift „Mankind Quarterly“. Stefan Kühl recherchierte zur Entstehung dieser Zeitschrift: „Die Zeitschrift Mankind Quarterly wurde von Wickliffe P. Draper finanziert, dessen Stiftung Pioneer Fund in den dreißiger Jahren die Verteilung von Propagandamaterial des nationalsozialistischen Rassenamtes in den USA organisiert hatte. Draper, der in den 50er und 60er Jahren einen erheblichen Teil der Rassenforschung in Europa und den USA finanzierte, knüpfte die Finanzierung des Mankind Quarterly an die Auflage, daß dieser seine „objektive Einstellung zu Rassenproblemen“ beibehalten müsse.“[8] „Die Redaktion des Mankind Quarterly […] bezeichnete sich nach außen als politisch völlig wertfrei unterhielt aber gleichzeitig enge Arbeitskontakte mit verschiedenen faschistischen Organisationen in Europa und den USA sowie mit Vorfeldorganisationen des südafrikanischen Apartheidsregimes.“[9] Stefan Kühl kommt zum Schluss: „Was spezifisch für die Entwicklung der Rassenforschung nach 1945 war, ist eine Immunisierung gegen jede Form von Kritik. Die eigene Position wurde als streng wissenschaftlich präsentiert. Kritiker aus der Wissenschaft werden als marxistisch motiviert und wissenschaftlich wenig seriös abgetan.“[9]

Rassisten haben es schwer in demokratischen Gesellschaften. Sie müssen einerseits ihre rassistischen Elaborate unterbringen, können aber andererseits auch nicht offen sprechen, da sie sich dann isolieren würden. Die Gefahr besteht, dass sie angesehene Positionen verlören, wenn sie ihre rassistischen Einstellungen allzu deutlich enthüllten, und dass sie dann keine weiteren Kontakte aufbauen könnten. Zudem könnten heimliche Sympathisanten zu einer offenen Entscheidung gedrängt werden, wenn man sich zu direkt zu rassistischen und antidemokratischen Positionen äußert.

Wie also können Rassisten in einer demokratischen Gesellschaft ihre menschenfeindliche Propaganda verbreiten, ohne sich allzu offensichtlich als Rassisten zu offenbaren? Die Sprache muss so beschaffen sein, dass sie Interpretationsspielräume offenlässt. Zum einen soll sie Gesinnungskameraden signalisieren, was wirklich gemeint ist, zum anderen muss sie nach Außen hin einen Fluchtweg offen lassen.

Hier bieten sich verschiedene rhetorische Möglichkeiten an:

  1. Fragen stellen, statt Propaganda direkt zu äußern
  2. Konsequenzen nahe legen, aber die Schlussfolgerungen den Leser ziehen lassen
  3. Andere Personen zitieren oder vage davon sprechen, dass andere vielleicht dies oder jenes täten
  4. Szenarien entwerfen, in denen rassistische Positionen quasi neutral von außen beschrieben werden

Manipulationen in Wikipedia am Beispiel Volkmar Weiss

Doch zunächst zurück zu Verschuers Netzwerk von Sozialeugenikern. Erst in den letzten Jahren wurden Verschuers Machenschaften in der vollen Breite bekannt und verurteilt. Die Zeitschrift „Mankind Quarterly“ existiert allerdings immer noch und sie hat auch einen deutschen Mitherausgeber: Dr. Volkmar Weiss. Weiss steht somit in der Tradition der sozialeugenischen Rasseforschung Professor Verschuers, dem Doktorvater vom KZ-Arzt und Massenmörder Joseph Mengele. Wenn man sich seine Publikationen und sein Verhalten genau ansieht, scheint Kühls Charakterisierung auf Weiss zuzutreffen: „Die eigene Position wurde als streng wissenschaftlich präsentiert. Kritiker aus der Wissenschaft werden als marxistisch motiviert und wissenschaftlich wenig seriös abgetan.“ Weiss Bücher wie beispielsweise „Die IQ-Falle“ erscheinen nicht in wissenschaftlich renommierten, sondern in kleinen rechten Verlagen, die neben Kochbücher auch sowas wie „Rudolf Heß: Ich bereue nichts“ im Programm führen.

Manipulation: Täuschung

Weiss betätigte sich in Wikipedia unter verschiedenen Namen und verlinkte Wikipedia-Artikel mit seiner Homepage und seinen dort aufgelisteten Publikationen, die zu weiten Teilen nicht zum wissenschaftlichen Mainstream gehören. Gleich am ersten Tag seines Auftretens sorgte er in Wikipedia für Ärger: „Sie haben am gleichen Tag, an dem Sie sich angemeldet haben, ohne weitere Erklärung eine Reihe von Artikeln geändert und bei allen davon von Ihnen selbst geschriebene Literatur als Link eingefügt.“[10] Dies warfen ihm gleich mehrere Wikipedia-Autoren vor. Weiss aber bedauerte nicht die massive Verlinkung seiner Texte, sondern dass er dies unter seinem richtigen Namen tat: „Sicher war es naiv von mir, mich unter meinem vollen Namen neugierig in die Wikipedia einzutragen. […] Hat man das System aber einmal begriffen, dann gibt es auch Methoden, es zu unterlaufen. [..] Ich werde weiter dabei sein. Aber unter welchem Namen?“[11] Ihm wurde anschließend nahe gelegt, nicht zu versuchen, unter falschen Namen das Spamen von Links zu seinen Büchern weiter zu betreiben.

Doch genau das tat er. Da er seine Alter Egos, seine Zweitaccounts, in Wikipedia „Sockenpuppen“ genannt, nicht eben phantasievoll gestaltete und seine sprachliche Ausdrucksweise eben doch sehr fachwissenschaftlich begrenzt zu sein scheint, war es 2006 ein leichtes, viele seiner Sockenpuppen aufzudecken und über einen formellen Check-User-Abgleich als zu einer Person gehörend zu entlarven. Konfrontiert mit der Aufdeckung reagierte Weiss nur mit einer an alle mögliche Stellen verbreiteten paternalistischen Belehrung an meine Person – also mit der gleichen arroganten Haltung wie schon zwei Jahre zuvor. Zum Check-User nahm er ebenso wenig Stellung wie zum Vermittlungsausschuss oder zur dann folgenden Benutzersperr-Diskussion. Weiss hatte nicht nur wahr gemacht, wovon ihm 2004 dringend abgeraten wurde, nämlich heimlich unter falschen Namen das Verlinken seiner Literatur in Wikipedia fortzusetzen. Er hatte sich zudem in einer Artikel-Lösch-Diskussion unter verschiedenen Namen zu Wort gemeldet, was natürlich eine Irreführung der Beteiligten darstellte. Noch peinlicher wurde das manipulative Verhalten von Weiss in einem vergeblich angestrengten Wiederherstellungsprozess seines gelöschten Artikels. Hier brachte er unter dem Namen „Charles Spearmen“ zahlreiche Wikipedia-Autoren gegen sich auf, weil er anmaßend und beleidigend agierte. Mathias Schindlers Charakterisierung von Volkmar Weiss Wikipedia-Verhalten als „abstoßend“, die er ihm schon für seine ersten Editierungen von 2004 entgegenhielt, wurde nun für eine größere Anzahl von Wikipedia-Autoren deutlich. Es hagelte Angriffe auf den Admin, der die Seite gelöscht hatte (unter anderem der Vorwurf, der Admin würde auf seiner Benutzerseite auf haGalil verlinken (größtes jüdisches online-Magazin in deutscher Sprache)) und zwar „unverhüllt“. Die „Argumentation“ von Volkmar Weiss alias Charles Spearman drehte sich um die Begriffe Gedankenpolizist, linksextrem, Erbsensuppe, Orwell, Großer Bruder, Newspeak, Stasi-Mitarbeiter, Berufsrevoluzzer, Erbsensuppe, Linksextreme, Normalmensch, Rasse, Gehirnwäsche. Es ist nicht nur wegen der Erbsensuppe sehr köstlich und kann hier nachgelesen werden. Nachdem er mit seinem herrischen Auftreten sein Ziel nicht erreichte, gesellte sich später ein sehr moderater „Dr. Volkmar Weiss“, also er selber mit seinen richtigen Namen, zur Diskussion. Volkmar Weiss hat „ein ganz klein wenig Verständnis“ für sich:

„Einen so aufmüpfigen Geist wie den Benutzer Charles Spearman hätte man nicht nur in Orwells „1984“, sondern auch in der kommunistischen Realität schon längst verdampft. Benutzer Charles Spearman soll froh und dankbar sein, daß man ihn ab sofort aus der Wikipedia aussperrt und nur auf diese Weise mundtot macht. […] So habe ich ein ganz klein wenig Verständnis für Benutzer Charles Spearman, daß er sich darüber ärgert, daß er mit seinem Engagement und seinem fachlichen Beitrag so einfach abserviert worden ist. Man sollte die Angelegenheit in der Sache Ernst nehmen. In der Sache. Und den gelöschten Beitrag in Augenschein nehmen und nichts anderes. Es lebe die Wikipedia, eine freie Stimme in einer freien Welt! –Dr. Volkmar Weiss 22:24, 5. Apr 2006 (CEST)“

„Es lebe die Wikipedia, eine freie Stimme in einer freien Welt!“ Platter ist eine Adaption von Guter Bulle, böser Bulle nicht zu haben – und das dann auch noch als Ein-Personen-Theater in verschiedenen Rollen.

Typisch für diese Position ist auch die Einverleibung des Sozialisten und antifaschisten Spanien-Kämpfers George Orwell. Während es Orwell in seinem Roman 1984 wesentlich darum geht, vor einer Entpolitisierung der Sprache zu warnen, wird von Sozialeugenikern genau diese Entpolitisierung durch Stereotypisierungen von Begriffen vorangetrieben. Der jüdische Philologe Victor Klemperer zeigte in seinem Buch „LTI – Notizbuch eines Philologen“ wie vor allem durch die stereotypen Wiederholungen nicht-kritisierbarer Begriffe der Nazi-Ideologie deren Propaganda wirkte. Heute würde ihm für eine Kritik an Begriffen wie „Neger“, „Zigeuner“, „Schwachsinniger“ vorgeworfen werden, er würde eine „Political Correctness“ betreiben. Dieser PC-Vorwurf hat den Zweck ein Nachdenken über Begriffe zu verhindern, also genau das, was Orwell mit „Gedankenpolizei“ meint. „Newspeak“ bzw. „Neusprech“ liegt dann vor, wenn Begriffe stumpf und unreflektiert benutzt werden und diese Entpolitisierung der Sprache ging im Nationalsozialismus einher mit Bücherverbrennungen, aber auch mit der Ausgrenzung unliebsamer Wissenschaftler aus dem Wissenschaftsbetrieb. In seinen Tagebüchern beschrieb Klemperer seine Verdrängung aus der Hochschule und die von vielen anderen politisch unliebsamen Wissenschaftlern.
Volkmar Weiss ist nicht nur jemand, der die alten Zeiten wieder herbeisehnt, wo man wieder ohne Skrupel über Rassen sprechen kann, über „Neger“, „Zigeuner“, „Schwachsinnige“, „erbliche Unterschichten“. Er belässt es nicht bei der Entpolitisierung der Sprache, sondern wurde auch aktiv, um Wissenschaftlern ihren Doktorgrad aberkennen zu lassen. Volkmar Weiss, der in der DDR promovierte, stellte 1990 beim Bundesverfassungsgericht die Frage, ob man nicht Depromotionsverfahren gegen Doktoren einleiten könne, die zu Themen des „Marxismus-Leninismus usw.“ promoviert hätten. Weiss aber stellt sich als Opfer einer „Gedankenpolizei“ dar, obwohl niemand gegen ihn ein Depromotionsverfahren einleitete. Er versucht auch heute noch aus ideologischen Gründen Studierende bei ihren Professoren anzuschwärzen und wenn dies nicht gelingt, legt er nahe, dann doch diese Professoren zu entlassen. Ich denke, wir wissen, was uns an Gedankenpolizei blühen würde, wenn Leute seines Schlages an die Macht kämen.

Zurück zu Wikipedia. Hier schlug „Charles Spearman“, eine der „Sockenpuppe“ von Volkmar Weiss, vor: „Bei den Diskussionsbeiträgen sollte man auch einmal darauf achten, wer da diskutiert“. Das war ein selten dämlicher Vorschlag, denn genau das machte ich und entlarvte die Manipulation von Dr. Dr. Weiss. Nachdem ich den eindeutigen Missbrauch von Zweitaccounts aufdeckte und einen Sperrantrag stellte, sprachen sich 76 Wikipedia-Autoren für die Sperre aus und nur 11 dagegen. Nach dieser Sperre ging Weiss von der Strategie der Täuschung zur Strategie des Angriffs gegen mich und andere Wikipedia-Autoren über, die sich bereits in den verbalen Ausfällen in der Wiederherstellungs-Diskussion zeigte.

Manipulation: persönliche Angriffe

Mobbing in Wikipedia

Angriffe in Wikipedia sind an der Tagesordnung. Vor allem Wikipedia-AutorInnen, die sich inhaltich nicht durchsetzen können, werden ausfällig. Die freiwilligen Admins greifen eigentlich nur noch bei heftigeren Attacken ein. Es gilt der Spruch „Wikipedia ist kein Mädchenpensionat“. Diese Angriffe finden zwar auch unter dem Hauptaccount statt, meistens jedoch werden sie vorgenommen, in dem man einen anderen Computer nutzt, sich gar nicht erst anmeldet und dann unbekannt einen Wikipedia-Autoren angreift.
Zu diesem Mobbing gehört:

  • Stalking, zum Beispiel ständiges Ändern der Beiträge eines Wikipedia-Autoren / einer -Autorin unabhängig von den Inhalten
  • persönliche Angriffe (bewusstes wiederholtes Falschschreiben des Nicknamens, Schmähungen, Beleidigungen, oder auch nur steretopye Wiederholung, dass der Autor uneinsichtig ist)
  • Veröffentlichen des Klarnamens
  • Übernehmen eines ähnlichen Nicknamens
  • Angriffe auf die Benutzerseite
  • Einmischen in inhaltliche Diskussionen, obwohl keine inhaltliche Kompetenz vorliegt, um den Autoren, die Autorin zu zermürben

Vor drei Wochen konnte einem konservativen Wikipedia-Autoren nachgewiesen werden, dass er mehrere Zweitaccounts angelegt hatte, die missbräuchlich in Wikipedia aktiv waren. Der Autor gab zu, dass er einen Account ausschließlich zu dem Zweck angelegt hatte, einen missliebigen Autoren ständig in Diskussionen zu verwickeln, auch in Bereichen, wo der konservative Autor inhaltlich nicht interessiert war, es ging ihm lediglich um die Zermürbung seines „Gegners“. Diese Strategie ist leider effektiv. Die Journalistin Barbara Mürdter berichtet in dem Buch „Wikipedia Inside“ (Günter Schuler, 2007, S. 126) von „zum Teil völlig beknackten, zum Teil äusserst aggressiven Auseinandersetzungen“, von denen sich vor allem Frauen abschrecken lassen. Frauen schreiben nur zu 13% bei Wikipedia mit. Nach heftigen Angriffen gegen ihre Person, verließ auch sie das Projekt.

Sehr spannend ist auch die Reihe von Wikipedia-Autoren, die sich im Januar 2006 um Volkmar Weiss scharten in einer Diskussion zu Rassismustheorien. Weiss rief dazu auf, egalitäre „Kryptokommunisten“ (?) wie mich in die Schranken zu weisen. Dazu sei es nötig, dass sich mehrere daran beteiligten. Aber ob die um ihn versammelte Schar da so zuverlässig sein kann, möchte ich bezweifeln. „HerrPhillipp“, ein Fan von Dr. Weiss lenkte die Aufmerksamkeit der Universität Hamburg auf Wikipedia. In seiner aktuellen Einführung zum Thema Rassimus zeigte sich Professor Wulf D. Hund irritiert über den offenen Rassismus auf den Diskussionsseiten in Wikipedia:

„Dort konnte ein Benutzer mit dem Pseudonym ‚Hr. Phillipp‘ über Wochen ultrarechte biologistische Positionen verbreiten, ehe er schließlich behauptete: ‚Schwarze scheinen […] leider die einzige Gruppe zu sein, die ohne Anweisung durch irgendwelche Kolonialherren nicht zu mehrheitlich zivilisiertem Verhalten befähigt ist, ein wenig wie Kinder die ja auch Anleitung durch Erwachsene brauchen.'“[12]

Herr Phillipp wurde schließlich gesperrt, versuchte offen im englischensprachigen Wikipedia eine Strategie zu enwickeln, wie man Wikipedia unterwandern könne und wurde auch dort prompt gesperrt. Der zweite Diskutant dieses Abschnitts auf Herrn Weiss Diskussionsseite, „Salomonschatzberg“, wurde gesperrt mit der Begründung „lässt eher an einen Adolf-Hitler-Fanclub als an ernsthafte enzyklopädische Mitarbeit denken“ und der dritte brachte es nur zu einer Handvoll Artikeln, hauptsächlich über Offiziere und stelle im Januar 2007 seine Mitarbeit ein. Weiss wäre also nicht sehr weit gekommen. Nach seiner Sperre griff er – wie es bei politisch sehr weit rechts stehende Menschen üblich ist – auf Verschwörungstheorien zurück. Er unterstellte, ich sei keine einzelne Person, sondern hinter meinem Nickname versteckte sich eine verfassungsfeindliche Gruppierung, die es auf ihn abgesehen habe. Er behauptete allen Ernstes

„daß die Benutzer, die unter dem Pseudonym schwarze feder agieren, die Wikipedia zu einer unverhüllten Verbreitung von linksextremer, verfassungsfeindlichen Ideologie benutzen. Man lese z B. Arbeiterkinder. Es wäre interessant, wer sich hinter schwarze feder verbirgt und welche Einrichtung diese Beiträge steuert.“[13]

Nach weiteren persönlichen Angriffen gegen mich und andere Personen, die schließlich zu einer infintien Sperrung führten, verlegte er sich darauf, mich vorzugsweise außerhalb von Wikipedia anzugreifen.

Mobbing außerhalb von Wikipedia

Zunächst: über Wikipedia wird sehr viel geforscht. Einer Studentin, die das Konfliktverhalten in Wikipedia zum Thema einer Arbeit machte, legte ich nahe, auch die Konflikte, die außerhalb von Wikipedia über Wikipedia geführt werden, in den Fokus zu nehmen. Sie meinte, diese würde den Rahmen der Arbeit sprengen. In der Tat. Wikipedia-Autoren werden zunehmend außerhalb von Wikipedia unter Druck gesetzt. Die Dunkelziffer ist hier sehr hoch, da Wikipedia-Autoren oftmals unter Pseudonym arbeiten und die ersten Angriffe gegen die Personen darauf abzielen, das Privat- und Berufsleben der Wikipedia-Autoren ausfindig zu machen. Dem Terror geht also zunächst ein Stalking voraus. Es ist für Wikipedia-Autoren sehr schwer sich dagegen zu wehren, weil mit jeder Intervention neue Daten und Hinweise für die Identität und möglichen Angriffspunkte (Familie, Arbeitgeber) geliefert werden.
Die Wikipedia-Manipulatoren, die Wikipedia-Autoren gezielt von außen unter Druck setzen wollen, werden also zunächst als Daten-Kraken aktiv, als Internet-Stalker.

Dr. Volkmar Weiss sammelte alle möglichen Daten über meine Person. Und auch hier verfiel er wieder in verschwörungstheoretisches Denken. Zum einen brachte er mich mit einer angeblichen Agitation gegen einen Kollegen von ihm Verbindung. Hintergrund ist wahrscheinlich, dass sich ein Herr Rindermann am Insitut für Erziehungswissenschaften der Universität Münster beworben hatte und diese Stelle – soweit ich weiß – nicht bekam. Von der ganzen Geschichte habe ich erst von wenigen Wochen erfahren, im Zusammenhang mit den Nachstellungen von Volkmar Weiss. Um es kurz zu machen: er nervte das Sekretariat und den Vorstand des Insituts für Soziologie der Uni Münster mit Fragen zu meiner Person (es war sogar von Mahnungen die Rede). Das Institut ist jedoch keinesfalls berechtigt, Informationen in der Form, wie Herr Weiss sie haben wollte, über Studierende herauszugeben. Ein zweiter Fehler war, dass das Promotionsprüfungsamt nichts darüber sagen kann, ob ich als Doktorand eingeschrieben bin oder nicht. Wenn schon, dann hätte das Studierendensekretariat gefragt werden müssen. Aus seinen schlecht recherchierten Halb- und Unwahrheiten glaubte er jedenfalls beim Institut einen Handlungsdruck erzeugen zu können. In dem Brief an das Institut heißt es:

„Unter Pseudonymen im Internet einfältige und radikale Meinungen zu verbreiten, ist nicht strafbar, sich dabei aber als Doktorand oder Doktor eines bestimmten Instituts auszugeben, ist für das betreffende Institut rufschädigend. Sie werden deshalb sicher mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit gehen, in dem Sie die Sache richtigstellen.“
Dr. Weiss begab sich damit auf das niedrigste Niveau von Wikipedia-Autoren, die intellektuell nicht in Lage sind, sich an der kollaborativen Artikel-Arbeit konstruktiv zu beteiligen, und daher in einem Rachefeldzug die Arbeitgeber oder in diesem Fall den Vorstand meines Instituts mit Wikipedia-Interna behelligen. Aber damit nicht genug: er wandte sich zudem an die rechtskonservative Wochenzeitung Junge Freiheit, die die Ergebnisse seiner Nachstellungen peinlicherweise ungeprüft veröffentlichten. Jedenfalls durfte ich dann in dieser Zeitschrift einen ganzseitigen Artikel über mich lesen, in dem mir vorgeworfen wurde, nicht verheiratet zu sein und dennoch Wikipedia-Artikel zu schreiben und unter einer schweren Verhaltensstörung zu leiden. Angeblich hätten Nachforschungen am Insitut für Soziologie darüber hinaus ergeben, dass ich als Doktorand unbekannt sei, was natürlich absurd ist. E-Mails folgten mit dem Orginalton: „Andreas, wir wissen jetzt was du für einer bist und werden das in Wikipedia offen machen“, ich wurde als „Trittbrettfahrer“ oder „ideologischer Besserwisser“ beschimpft von Leuten, die ich gar nicht kenne, die wahrscheinlich auch gar nicht bei Wikipedia mitarbeiten. Aber bei diesem Niveau geht es ja schon lange nicht mehr um die Frage, wie Artikel in Wikipedia wissenschaftlich korrekt formuliert werden können.

An diesem Punkt ist auch eine Kritik an Wikipedia angebracht, die ihre Autoren nicht genügend schützen. Volkmar Weiss wurde trotz all seiner Machenschaften in Wikipedia als Autor wieder eingesetzt. Erst als er sein Mobbing auf einen Admin ausweitete und ihm ebenfalls unterstellte, dieser würde sich mit einer Doktortitel schmücken, wo der „Verdacht“ bestehe, dass er diesen gar nicht habe, wurde er infinit in Wikipedia gesperrt (zum zweiten Mal und jetzt wohl endgültig endgültig).

Es geht darum, Menschen fertig zu machen, die anderer Meinung sind und ihre Meinung besser begründen können. Es geht darum, die Manipulation weiter zu treiben:

  • wenn man keine anerkannten Quellen hat, nimmt man veraltete Daten (merkt ja vielleicht keiner)
  • wenn man seine eigene Website nicht mit seinem Klarnamen über Wikipedia-Verlinkungen bekannter machen kann, dann macht man das halt pseudonym über Zweitaccounts
  • wenn das dann auch noch gelöscht wird, benutzt man seine verschiedenen Accounts für vermeintlich ausgefuchste manipulative Spielchen in Lösch- und Wiederherstellungsdiskussionen
  • wenn aber diese ganzen Täuschungen nicht weiterhelfen, dann greift man halt die Personen an, wird beleidigend, stellt der Person hinterher, legt regelrecht Dossiers an und in ganz extremen Fällen geht der Terror so weit, dass die Wikipedia-Autoren im realen Leben angegriffen werden, beispielsweise in dem man sie bei Vorgesetzten oder Prüfern schlecht macht.

Ist der gegnerische Wikipedia-Autor dann irgendwann zermürbt und denkt, dass Wikipedia diesen Terror nicht wert ist, dann hat man endlich die Bahn frei bis zur nächsten Person, die rausgemobbt werden muss – man weiß jetzt ja wie das geht.

Solche Manipulationen wie ich sie hier am Beispiel Volkmar Weiss zeigen konnte (als Forscher zur Vererbung von Intelligenz steht er natürlich einer Disziplin nahe, die für Wissenschaftsbetrug immer schon anfällig gewesen ist, von den Schädelmessungen der Kolonialzeit bis Cyril Burt aus den 1940er Jahren), finden ständig statt und ich befürchte, dass sie zunehmen werden. Die Wikipedia-Community sollte für dieses Problem sensibler werden Vielleicht findet sich in Zukunft eine „Wiki-Forschung“ mit dem Thema „Mobbing gegen Wikipdia-AutorInnen“. Es gäb eine Menge zu erzählen 😉


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32 Kommentare

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  1. Andreas Kemper

    Knol als Wikipedia-Mülltonne? — Ich selber habe ein kritisches Verhältnis gegenüber Wikipedia. Ich bin dort einfacher Autor und die meisten meiner Artikel wurden dort in die Löschhölle geschickt. Ich halte mich mit meiner Kritik an den deutschsprachigen Wikimedia-Verein oder an Admins nicht zurück und bin auch mehrfach gesperrt worden.Aber: Bei aller Kritik ist Wikipedia auch eine faszinierende Entwicklung. Und sie steht nicht in Konkurrenz zu Google-Knol. Im Gegenteil. Google unterstützt Wikipedia. Zuletzt mit dem neuen Übersetzungstool und mit der Aufnahme von Wikipedia-Links in Google-News. Google-Knol wurde von Anfang an nicht als „Wikipedia-Killer“ aufgebaut, sondern zielt auf Marktsegmente, die von Wikipedia nicht abgedeckt werden.Es sollte daher dringend vermieden werden, dass Knol zum „Wikipedia-Mülleimer“ wird. Schlechte Texte, die bei Wikipedia rausgeflogen sind, werden nicht dadurch besser, dass sie nun in Google-Knol erstellt werden. Knol ist ein eigenständiges Konzept und hier können Artikel gepostet werden, die in Wikipedia nicht den (zum Teil sehr eigenwilligen) Relevanzkritierien entsprechen.Und es wäre sicher auch nicht gut, wenn Knol zum Sammelbecken derjenigen wird, die wegen Manipulationen und ätzendem Verhalten in Wikipedia gesperrt wurden.

  2. Andreas Kemper

    Wikipedia und Habermas — Kalle Schwarz stellte weiter unten die These auf, dass in Wikipedia nicht die obengenannten Kritierien nach Habermas gelten würden. Er schrieb:“aber wieso wikipedia den in anspruch nehmen darf, ist mir schleierhaft .nimm’s mir nicht übel, aber das grenzt schon an verarschung . und genau das ist wikipedia-politik : verarschung (im besten falle selbstverarschung) .“Weiter ausgeführt wurde dies nicht. Ich stehe im deutschsprachigen Wikipedia dem „Club Diderot“ nahe, der sehr stark die Hegemonie der Admins („Adminpedia“) kritisiert. Dennoch gelten meiner Meinung nach zumindest prinzipiell die oben genannten diskursethischen Prinzipien von Habermas: 1. Gleiche Chancen auf Dialoginitiation und -beteiligung, 2. Gleiche Chancen der Deutungs- und Argumentationsqualität, 3. Herrschaftsfreiheit, sowie 4. Keine Täuschung der Sprechintentionen.Dass die Admin-Tätigkeit manchmal in Dominanz umschlägt, gestehe ich zu. Dass es ständig Täuschungsversuche gibt, davon handelte mein Beitrag. Dennoch haben meiner Meinung nach diese Prinzipien Geltung. Wo verstößt Wikipedia prinzipell gegen diese Grundsätze?

  3. Kalle Schwarz

    Dieser Knol-Artikel ist Teil der Sammlung: deutsch-stunde — http://knol.google.com/k/kalle-schwarz/deutsch-stunde/1m7f8ad2dgh39/104#

  4. Kalle Schwarz

    hmm — die wichtigsten punkte fehlen meiner meinung nach : nämlich ob VW für die npd im europa-parlament saß und ob er für die sterilisation der „zigeuner“ eintritt .

    • Andreas Kemper

      Soweit ich weiß, saß er auf Vorschlag der NPD 2005-2006 in einer Enquete-Kommission im sächsischen Landtag. Lässt sich ja einfach nachprüfen und widerlegen. Es ist ja gerade der Trick nicht deutlich ja oder nein zu sagen. Die rhetorischen Tricks: man stellt Fragen und legt die Antwort nahe, ohne selber klar zu antworten.Sein ganzes Buch „Das Reich Artam“ ist so konzipiert, seine Symphatien werden deutlich, er lässt sich aber nicht auf bestimmte Aussagen festlegen. Dies ist der Unterschied zu dystopischen Utopien wie „1984“. Orwell hat sich klar zu den politischen Inhalten geäussert, die er mit dem Roman problematisierte. Oder nehmen wir einen der populärsten aktuellen Science-Fiction-Schriftstellern, Iain Banks, so äußert er sich sehr deutlich über die anarchistische Utopien in seinem „Kultur-Zyklus“.

    • Volkmar Weiss

      Unter dem Eis der Antarktis sollen sich Nazis versteckt haben, und VW soll Kontakt zu okkulten Kräften haben, die dorthin Verbindung halten.Jeden dritten Mittwoch im Monat startet eine unsichtbare Flugscheibe vom Bodensee aus in die Antarktis und stets nachts! Siehehttp://www.v-weiss.de/artam10.html

    • Andreas Kemper

      Hier stand ein Kommentar von Herr Weiss, wo er zu einem Kapitel aus „Das Reich Artam“ verlinkt hat. Inhaltlich hat er sich wieder nicht geäußert. Da ich keine Links zu seinen Büchern auf meinen Seiten dulde, habe ich diesen Kommentar gelöscht.Eine klare nicht-rassistische Aussage von Ihnen, Herr Weiss, würde ich hier als Kommentar stehen lassen, wenn sie belegen können, dass sie diese auch so meinen. Sozialeugenische Aussagen – egal ob deutlich oder verschwurbelt – werde ich hier weder dulden noch diskutieren.

    • Andreas Kemper

      Hi Kalle Du hast in einem anderen Forum geschrieben: „AK hat einen kommentar von VW mit der begründung gelöscht, er dulde keine verlinkungen auf rechtes gedanken-gut . aber freiheit ist immer freiheit des andersdenkenden . deshalb kann ich AK da nicht folgen und fürchte sogar, dass er sich selber in eine geistige sackgasse begibt, in der er sich nicht mehr weiter entwickeln kann . außerdem schadet er der entwicklung von knol . ihm mag das egal sein, ich finde diese wikipedia-politik hier einfach nur ätzend und abstoßend .“ Bitte vergleiche das doch mal mit dem was ich oben (02.07.) wirklich geschrieben habe. Ich verstehe auch deine Argumentation nicht. Ich habe oben ausgeführt, dass Volkmar Weiss schon mit seinen ersten „Beiträgen“ in Wikipedia dafür gerügt wurde („abstoßendes Verhalten“), dass er die Internet-Plattform missbraucht hat, um in allen möglichen Artikeln seine rechtsextremen Bücher zu pushen. Ich hatte an anderer Stelle Volkmar Weiss mehrfach gebeten, klare Stellung zu beziehen. Zitat: „Ich bin mal gespannt, was denn in „Das Reich Artam“ Utopie (sie meinen wohl Eutopie, denn Utopie ist entweder Eutopie oder Dystopie und Dystopie hatten sie bereits aufgelistet) ist. Die Ersetzung der parlamentarischen Demokratie durch ein Führerprinzip? Die Rassenzüchtungen? Dass die Deutschen den Krieg gewannen? Dass nationalsozialistische Ideen der Sozialeugenik umgesetzt wurden? Dass Freikorps-Soldaten den Neonazis in Berlin zur Hilfe kommen und es von der türkischen Vorherrschaft befreien? Dass es ein rassebewusstes Regime gibt, welches nicht im „großen Chaos“ in der rassendurchmischten Degeneration untergeht? Dass genetisch einwandfreien Männern mehrere Frauen zur Verfügung stehen? Wie sieht es mit der Meinungsfreiheit in ihrer Utopie aus? Der „Junge Freiheit“-Autor Thorsten Hinz schreibt in seiner Rezension zu Ihrem Buch: „Zum Glück gibt es Artam.“ Sehen Sie das auch so? Ist Artam eine anzustrebende Gesellschaftsform? Verstecken Sie sich nicht hinter der Romanform. Sagen Sie doch mal, was Sie so denken. Sie sind jetzt pensioniert und müssen Ihre Meinung nicht mehr verstecken.“ Er hat darauf nicht geantwortet. Stattdessen kamen jetzt zwei polemische Floskeln und ein Link zu einer pornographischen Passage seines Buches. Also wieder Linkspam. Was soll das? Und bitte durchdenke noch einmal, was Zensur in Zeiten des Internet heißt. Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Es besteht nicht das Problem, dass etwas nicht gesagt werden kann, sondern es besteht das Problem, ob das Gesagte im Rauschen der Informationen gefunden werden kann. Es geht um die Auffindbarkeit von Informationen. Diese stehen aber in Konkurrenz zueinander. Bei der Google-Suche kann nur ein Begriff an erster Stelle, es können nur zehn Begriffe auf der ersten Seite stehen. Was dort nicht zu finden ist, wird nicht so schnell einem größeren Publikum bekannt. Auf den ersten Seiten sollten gute und informative Artikel zu finden sein. Herrn Weiss Artikel gehören sicher nicht dazu. Bereits die unpräzise Sprache ist sehr ärgerlich Herr Weiss kann gerne seine sozialeugenischen Erkenntnisse auf seiner Website verbreiten. Ich werde ihm NICHT behilflich sein, diese bekannt zu machen. Sie sind es meiner Meinung nach nicht wert, bekannt gemacht zu werden. Ich denke, unter den ersten zehn Links zu Roma oder zu „Zigeuner“ sollten Artikel über ihre Kultur, ihre Geschichte, ihre Musik, usw. stehen. Also möglichst informative Beiträge. Nicht aber irgendein unwissenschaftliches und dazu noch rasseneugenisches Geschwafel von „neuer erblicher Unterschicht“. Dein Zitat, Kalle, „Die Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“ stammt von Rosa Luxemburg. Rosa Luxemburg wurde von rechtsextremen Freikorps-Soldaten ermordet. Ich habe oben einen Link zu dem Buch von Weiss entfernt, wo er es feiert, dass Freikorps-Soldaten in Berlin einfallen, um den „Türken-Aufstand“ niederzuschlagen. George Orwell kämpfte mit der Waffe freiwillig gegen die Faschisten im Spanischen Bürgerkrieg. Im Kampf gegen die Faschisten wurder er schwer verwundet (Halsdurchschuss). Hätten die Faschisten ein paar Millimeter besser getroffen, wäre nie ein Animal Farm oder 1984 entstanden. Im Spanischen Bürgerkrieg stand Orwell den Anarchisten und der Poum nahe, die nicht nur gegen die Faschisten kämpften, sondern zudem von den Stalinisten verfolgt wurden. Wer verbrannte die Bücher und später die Menschen?

    • Andreas Kemper

      FortsetzungVerstehst du? Während Luxemburg und Orwell sich als demokratische Sozialisten für die Meinungsfreiheit einsetzen, werden sie von Faschisten ermordet, oder beinahe ermordet. Oder in einem sehr viel kleinerem Maßstab: während ich die Frage stelle, wie die beiden Doktortitel von Herrn Weiss mit seinen Texten vereinbar sind, schreitet er zur Tat und schreibt das Bundesverfassungsgericht an, um gegen zahlreiche andersdenkende Wissenschaftler Depromotionsverfahren einzureichen, nimmt Kontakt mit den Direktor des Instituts auf, wo ich promoviere und verbreitet in diesem Zusammenhang Lügen über mich und lanciert Zeitungsartikel über meine Person.Weiss müsste sich präzise ausdrücken können. Er zieht es vor, nebulös zu bleiben. Ich wüsste nicht, warum ich so etwas veröffentlichen soll. Ich halte es auch für sehr unwahrscheinlich, dass mich die Auseinandersetzung mit veralterten Theorien weiter voranbringen als aktuelle Fragen. Schau dir mein Themenpalette an. Die Ideen von Weiss sind alles andere als inspirierend für mich. Er nervt: in Wikipedia, im Institut für Soziologie und hier in Knol. Es gibt viele Andersdenkende, die zu einem klaren Diskurs und eine faire Auseinandersetzung ohne Manipulationen bereit sind. Warum sollte ich mir von jemanden eine Diskussion aufzwingen lassen, der mich ständig beleidigt und mir nachstellt und im direkten Kontakt sofort polemisch wird. Tut mir leid Kalle, ich bevorzuge da andere Gesprächspartner. Die Welt ist groß und spannend.

    • Kalle Schwarz

      fortsetzungverstehst du, das problem ist menschlicher natur . es steckt in unserer psyche . das jetzt auf einzelne phänomene zu schieben ist kurzsichtig und bringt nichts .wer verbrannte die bücher und später die menschen? na, ist doch einfach : die, christen, ganz klar .

    • Kalle Schwarz

      hm, ich weiß nicht genau, was du unter einem klaren diskurs und einer fairen auseinandersetzung verstehst, und noch weniger, wer dazu bereit sein sollte . das ist doch gerade das problem : es sind nicht soviele . der beste in dieser hinsicht ist noch klaus rohde, und dessen diskussions-runde hast du ja verlassen . du erwähnst im zusammenhang mit wikipedia habermas . auf habermas können wir uns einigen, ich halte ihn für den wichtigsten theoretiker der außerparlamentarischen bewegung überhaupt . aber wieso wikipedia den in anspruch nehmen darf, ist mir schleierhaft .nimm’s mir nicht übel, aber das grenzt schon an verarschung . und genau das ist wikipedia-politik : verarschung (im besten falle selbstverarschung) .des weiteren weiß ich nicht genau, was du unter demokratische sozialisten verstehst . was jedoch die anarchisten betrifft, so stimme ich dir zu . das sind tatsächlich die einzigen, die sich nicht von der geschichte haben korrumpieren lassen (vielleicht gerade wegen ihrer relativen historischen erfolglosigkeit) . dass sie nicht in die falle staatlicher hierarchie getappt sind (wie übrigens auch die ersten christen (die dann später doch der versuchung erlegen sind)), genau das hat sie mir schon immer symphatisch gemacht .

    • Andreas Kemper

      Eine Diskussion bedingt, dass man aufeinander eingeht und dass die Argumentation eine gewisse Logik hat.Beispiel: Ich stelle in einem Text http://www.freitag.de/community/blogs/andreas-kemper/wissenschaftlicher-rassismus-und-reputabilitaetdie These auf, dass das alte verstaubte akademische System durch internetbasierte Wissensplattformen Konkurrenz bekommt. Diese Wissensplattformen sind anerkennungstheoretisch inzwischen so weit etabliert, dass sie die wissenschaftliche Reputabilität eines Akademikers ankratzen können, die bislang durch seine Doktorgrade abgesichert war.Der Text wurde dahingehend missverstanden, dass ich jemanden seinen Doktorgrad aberkennen lassen will. Dafür wurde ich kritisiert. Ich stellte es richtig. Auf die Richtigstellung wurde nicht reagiert, sondern es wurde weiterhin auf darauf herumgeritten, ich würde Doktorgrade aberkennen wollen (auch von dir, Kalle). Das ist keine Diskussion, sondern ein autistisches Nebeneinanderherbrabbeln.Aber es kam ja noch viel dicker: Herr Weiss meldete sich mit dem Beitrag zu Wort, dass er sich ans BVfG gewandt hatte, um hunderte von Doktoren in ein Depromotionsverfahren zu zerren. Und plötzlich war Schweigen im Walde.Wo blieb denn da die Logik und Stringenz der Auseinandersetzung?1) Es wurde die These (1) aufgestellt „Aberkennung von Doktorgrade ist totalitär“2) Es wurde die These (2) aufgestellt „Andreas Kemper will Doktorgrade aberkennen und ist damit totalitär“3) Ich hatte klargestellt, dass die 2. These auf einem Missverständnis beruht.4) Darauf wurde nicht eingegangen, sondern stumpf weiter die 2. These behauptet5) Volkmar Weiss meldet sich zu Wort und bekennt sich dazu, dass er aktiv geworden ist, um nicht nur einen, sondern hunderte von Doktorengrade aberkennen zu lassen6) Das ursprüngliche Diskussionsthema mit der These (1): „Aberkennung von Doktorgrade ist totaltitär“ wird nicht weiterverfolgt. Im Gegenteil, plötzlich kam von dir: ist ja auch richtig so, Doktorgrade aberkennen zu lassen.Hinzu kam, dass die „Diskussion“ absolut wirr verlief und Weiss es vorzug, auf keine Frage einzugehen. Sorry. Das war mir zu dämlich. Und zwar schon bevor du deine Beleidigungen („Kleinhirn“) vom Stapel gehen ließest.

    • Andreas Kemper

      Ja, ich widerspreche. Sprache ist nicht „an und für sich gewaltlos“. Sprache kann sehr gewalttätig sein:http://www.kripo-online.at/krb/show_art.asp?id=1274http://home.arcor.de/kittycat.79/spracheundgewalt/http://www.sfb-performativ.de/pdf/jahrestagung_2006.pdf http://www.dji.de/cgi-bin/projekte/inklude.php?inklude=stellungnahmen/gewaltundmedien/artendergewalt.htm

    • Kalle Schwarz

      „es wurde weiterhin auf darauf herumgeritten, … (auch von dir, Kalle)“du meinst die stelle “ du hast dr. goebbels gasagt . … ich kann’s nicht lassen“ ?das kann ich löschen (soll ich ?)die kleinhirn/großhirn assoziation kann ich ebenfalls löschen .das ist doch alles nebensächlich . genauso, wie die ganze doktor-frage . na ja, zumindest für mich .ich kann mir auch nicht vorstellen, dass habermas von einer inhaltlichen stringenz ausgegangen ist . die wollen wir doch gerade über die diskussion erst herstellen .ich nehme eher an, er meinte, die sprache sei von natur aus ein mittel der verständigung und nicht der macht-ausübung (kein staat verlässt sich allein auf die sprache, sondern letzlich immer auf die reine gewalt, wie man sie sachen gegenüber ausübt (und damit eben dem menschen sein menschsein abspricht (letzlich die ur- und erbsünde (du nennst das glaube ich „diskriminierung“, du kannst es auch „versklavung“ nennen oder „folter“))) .du wirst natürlich (wie der staat) sagen, du hast nicht als erster zur gewalt gegriffen sondern nur auf gewalt reagiert, aber jeder gewaltausübende wird genau das gleiche behaupten und er hat sogar subjektiv recht damit . es ist doch bekannt, dass z.b. hitler als kind derbe prügel bezogen hat, wie viele seiner anhänger auch . wie die kette durchbrechen ?ich kann mir nicht helfen, aber ich habe das dumme gefühl, das du die diskussion letztlich verlassen hast, weil du hier keine gewalt gegen VW ausüben konntest .ich weiß, du wirst dich jetzt wieder gewaltig angegriffen fühlen, aber ich gebe zu bedenken, dass sprache an und für sich gewaltlos ist . du kannst mich ja widerlegen .

    • Kalle Schwarz

      du sagst (zitierst) es selbst :“gewaltwirkungen durch sprachliche äußerungen sind an die inkorporierung sozialer strukturen, dispositionen und herrschaftsverhältnisse gebunden“ (und an den gebrauch lateinischer wörter) .sprache AN UND FÜR SICH ist gewaltlos .und schein-wahrheit (lüge) ist keine wahrheit, selbst wenn sie als solche erscheint und geglaubt wird . was du als sprache bezeichnest, sind sprach-störungen (deine sämtlichen beispiele behandeln eben nicht sprache, sondern das verbrechen an der sprache, das darauf abzielt, den anderen an einer erwiderung zu hindern (mund-tot zu machen) ) . kommunikative intelligenz besteht genau im gegenteil (sokrates (hebammen-methode)) .das recht aber, nicht zu antworten, hat in knol jeder . es wird zwar auch scherzhaft als todes-strafe bezeichnet, aber manchmal richtet man sich damit auch selber . das kommt immer auf die umstände an . die griechen bezeichneten übrigens die nicht-griechischen völker als stammler (barbaren) und weigerten sich, deren sprache zu lernen . und so wurden schließlich sogar die hebräischen schriften zu den „grichischen schriften“, aber geschrieben von nicht-griechen . .

    • Andreas Kemper

      kalle schwarz, du kopierst sämtliche Beiträge dieser Diskussion in einer andere Diskussion. Ich hatte mich aus der Diskussion verabschiedet und dafür Gründe genannt. Bitte respektiere das.Inhaltlich: was bitte schön soll denn eine „Sprache an und für sich“ sein? „An sich“, „für sich“ und „an und für sich“ sind hegelsche Begriffe. Aber ich glaube, du meintest das eher umgangssprachlich im Sinne von „reiner“ Sprache, unabhängig von gesellschaftlichen Einflüssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so etwas gibt. Sprache ist immer gesellschaftlich. Es gibt keine Privatsprache http://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Untersuchungen#PrivatspracheWenn Menschen mit einer Terminologie aus der Schädlingsbekämpfung benannt werdenhttp://de.wikipedia.org/wiki/Sprache_des_Nationalsozialismusdann ist das Gewalt. Und es ist keine Gewalt, diese Sprechen zu unterbinden.Entsprechend gebe ich Wulf D. Hund Recht. Er benennt die Äußerung von Hr. Phillipp (siehe „Mobbing in Wikipedia“ oben in meinem Artikel) als rassistisch. Was sagst du zu der Äußerung? Ist sie rassistisch? Und wenn ja: ist Rassismus keine Gewalt?

    • Kalle Schwarz

      wir sollten uns einig werden. was wir hier eigentlich wollen . willst du eine allgemein gültige struktur, oder willst du dich lediglich privat befriedigen . jetzt wirst du natürlich beteuern „oh na, nie“, aber was du hier veranstaltest, ist 1-stern qualität .natürlich gibt es sprache an und für sich, grammatik, allgemein die struktur oder ganz allgemein das wesen der sprache, das ja darin besteht, etwas zu bezeichnen, also eben nicht die sache selbst ist . natürlich kann ich den befehl zur exekution geben, aber der befehl ist eben nicht die exekution selber, es bedarf immer eines macht-apparates zur ausführung und in diesem ist die gewalt begründet und sonst nirgens .doch wem erzähl ich das .die äußerung von Phillip ist sicher geistiger dünnschiss und wäre es selbst dann, wenn afrikaner andere gehirne hätten, als europäer (z.b. haben männer und frauen ja tatsächlich verschiedene gehirne und trotzdem können sie sich prächtig verstehen) . aber das etikett „rassismus“ ist ebenfalls geistiger dünnschiss . das ist der ruf nach dem büttel (admin), der hier einschreiten soll .http://knol.google.com/k/claes-johnson/wikipedia-inquisition/yvfu3xg7d7wt/12#ich nehme aber für mich das recht der freien meinungsäußerung in anspruch und muss es andern daher genauso zugestehen .“… es ist keine Gewalt, diese Sprechen zu unterbinden.“ : ganz klar WIDERSPRUCH, euer ehren .der trick, etwas als gewalt zu bezeichnen, um mit gewalt reagieren zu können und das dann auch noch als nicht-gewalt zu verkaufen, diese wikipedia-scheiße sollte in knol keinen platz haben .

    • Andreas Kemper

      „Onanie“, „Dünnschiss“, „Wikipedia-Scheiße“ … Ich verstehe nicht, mit welcher Intention du diese Begriffe benutzt. Es sind untaugliche Metaphern.Ich weiß noch immer nicht, was du unter Sprache verstehst.Nehmen wir dein angeführtes Beispiel „Befehl zur Erschießung“. Du sagst, dass es nicht der Befehl ist, der erschießt, sondern dass es eines Machtapparates bedürfe und dass in diesem die Gewalt begründet sei. Aber gehört zum Machtapparat nicht auch, dass es Befehle gibt? Und wenn Befehlsgewalt und die Weise Befehle zu aussprechen, also Sprache in einer bestimmten Form zu verwenden, Teil des Machtapparates sind und wenn in diesem Machapparat als Ganzem die Gewalt begründet ist, dann kannst du doch die Sprache nicht von der Gewalt lossprechen. Sie hat ihren Anteil an der Erschießung eines Gefangenen ebenso wie die Kugel, die ihn trifft.Und daraus resultiert, dass ich den reibungslosen Ablauf der Erschießung und damit Gewalt auch verhindern könnte, indem ich die Sprache als Ansatzpunkt nehme. Wenn ich verhindere, dass der Befehl geäußert wird, findet eine Erschießung vorerst nicht statt. Oder würde es sich verbieten, die Befehlsäußerung des Offiziers zu unterbinden, da dieser ein Recht auf jede Äußerung hat und dieses Recht höher anzusiedeln ist als jedes andere Recht (z.B. Unversehrtheit des Lebens)? Zu deinem zweiten Punkt: ist die Kennzeichnung „rassistisch“ für die obige Formulierung nur in dem Fall unsinnig? Dann können wir gerne ein anderes Beispiel heranziehen (obschon hier immerhin ein ausgewiesener Experte das Beispiel nannte). Oder vertrittst du generell die Position, dass es keine rassistischen Äußerungen geben kann?

    • Kalle Schwarz

      sprachgebrauch : A -> B bedeutet nicht A = B .folglich ist es unlogisch,den befehl, der zur gewalt-ausübung führt, mit gewalt-ausübung gleich zu setzen .juristisch ist es übrigens so, dass der befehl zwar zur gewalt-ausübung dazu gehört, dass das aber nur für den gilt, der das ganze gewollt und bewusst durchgeführt hat .und wenn du den machtapparat an einer exekution hindern willst, musst du mächtiger sein als er, also sogar noch mehr gewalt anwenden (siehe usa und saddam hussein) .und wenn das wörtchen „wenn“ nicht wär … .“rassistisch“ (als vernichtendes urteil) ist für den fall unsinnig, dass man für meinungs-freiheit eintritt .also nur hier im knol . nicht als rassistische politik . da ist es durchaus verwerflich .die deutschen sind da gebrannte kinder . die amerikaner sind in punkto meinungs-freiheit viel großzügiger . und ich bin halt noch viel großzügiger .natürlich hat sprache einen einfluss auf unser verhalten . aber nur im kontext . und der kontext in knol ist die gruppe, in der gesprochen wird . wenn du also einen „rassisten“ wirklich beeindrucken willst, dann sprich ihn als mensch in der gruppe an, und sofort wird ihm klar werden, dass es etwas besseres gibt als rassismus .

    • Andreas Kemper

      „folglich ist es unlogisch,den befehl, der zur gewalt-ausübung führt, mit gewalt-ausübung gleich zu setzen.“ Was ist denn dann Gewalt? Wäre dann nur der Soldat Gewalttäter, der schießt, oder nur die Kugel, die den Körper zerfetzt? Und der Offizier, der den Befehl gab zu schießen ist von jeder Gewaltausübung freizusprechen? Das leuchtet mir nicht ein und du widersprichst dir auch.Oben hattest du gesagt, es ist der Machtapparat, der zuständig ist für die Erschießung, für die Gewalt. Ich hatte dann die These aufgestellt, dass die Erteilung von Befehlen Bestandteil dieses Machtapparates ist und damit Befehle zur Gewaltausübung gehören. Was man ja auch im Umkehrschluss daraus ablesen kann, es ohne einen Befehl zur Erschießung nicht so reibungslos bzw. mit einer hohen Wahrscheinlichkeit gar nicht zu einer Erschießung kommt. Die These, dass man mehr Gewalt anwenden muss, um Gewalt zu stoppen, leuchtet mir nicht ein. Es gibt ja auch gewaltfreie Aktionen oder Sand im Getriebe.

    • Kalle Schwarz

      „gewalt“ im sinne von „zwang“ (und darum geht es uns hier ja eigentlich) ist im grunde überhaupt nicht physisch, sondern psychich . es geht also um die quelle der gewalt und um ihr opfer . dem opfer wird gegen seinen eigenen willen etwas angetan oder es wird zu etwas gezwungen .(das auspeitschen eines masochisten auf seinen wunsch hin wäre dann keine gewalt . wenn aber eltern ihre kinder daran hindern, auf die straße zu laufen, dann ist das gewalt (und in diesem besonderen fall auch gerechtfertigt, trotzdem unschön, denn es zeigt, dass irgendetwas nicht stimmt, letzendlich wird damit ein stück kindheit der technik (dem verkehr) geopfert (von daher ist übrigens baal, der kinder verschlingende gott, auch der gott der technik)) .wenn wir also keinen zwang wollen, müssen wir uns über das, was wir tun, verständigen . folglich ist sprache also das mittel, um gewalt zu verhindern . fällt dir das jetzt schwer, mir da zuzustimmen ? (wir hatten dieses problem ja schon ein paar mal)rein physisch oder physikalisch ist A -> B übrigens immer gewalt, weil per definition A zwangsläufig B hervorruft . also sind auch gewaltfreie aktionen oder sand im getriebe gewalt, falls sie erfolg haben . moralisch allerdings nur dann, wenn sie gegen den willen der anderen seite erfolg haben (ghandi z.b. wollte, dass die engländer ihr unrecht von sich aus einsehen (im knol sollte das eigentlich ganz selbstverständlich sein (aber das hatten wir ja schon))) . übrigens wird sich ein machtapparat nicht so leicht an einer hinrichtung hindern lassen . selbst, wenn du den befehlenden offizier aus dem weg räumst, übernimmt sofort sein stellvertreter das kommando und das zeigt ja, dass der offizier nicht die quelle der machtausübung war .

    • Andreas Kemper

      Wieso geht es hier um Zwang?In meinem Artikel geht es um Manipulationen. Ich hatte diese Manipulationen unterteilt in Täuschung und Bedrohung.Ich sehe nicht, dass Zwang hier das Problem ist, über das wir reden. Jedenfalls diskutierte ich bislang nicht über Zwang, sondern über Gewalt.Du schreibst: „wenn wir also keinen zwang wollen, müssen wir uns über das, was wir tun, verständigen . folglich ist sprache also das mittel, um gewalt zu verhindern . fällt dir das jetzt schwer, mir da zuzustimmen ?“Die Prämisse stimmt schon nicht. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, die Nazis zu zwingen, ihre Massenmorde zu beenden, dann hätte ich diese Möglichkeit gewählt. Oder um im Beispiel zu bleiben: Könnte ich den Offizier zwingen, nicht den Befehl zur Erschießung auszusprechen, würde ich diese Möglichkeit nicht ausschließen. Könnte ich die Erschießung verhindern, in dem ich einfach mal mit dem Offizier rede und für die potentiellen Opfer ein gutes Wort einlege, wäre diese Möglichkeit dem Zwang natürlich vorzuziehen. Aber Zwang ist eine Option, die ich moralisch nicht generell verwerfe. Du brachtest ja schon das Beispiel mit den Kindern, die auf die Straße rennen wollen und im letzten Moment körperlich daran gehindert werden, von einem LKW überrollt zu werden.Wenn also die Handlung des Sprechens oder Schreibens dazu führt, dass jemand in seiner Selbstverwirklichung eingeschränkt wird (in dem beispielsweise der Befeht ausgesprochen wird, jemanden zu erschießen), dann ist es durchaus legitim, ja sogar moralisch richtig, dieses Sprechen/ Schreiben zu unterbinden, wenn man die Macht dazu hat. Es ist nicht nötig, die eigentliche Quelle dessen auszumachen, was die Erschießung im Ursprung veranlassen wollte, wobei es im Sinne der Nachhaltigkeit natürlich gut wäre, auch diese Quelle anzugehen.

    • Anonymous

      Hallo,Ich habe mit großem Interesse Deinen Knol gelesen.Ich habe heute morgen in den Neuerscheinungen meiner Bücherei geblättert. Darunter war auch ein Buch über Intelligenz von Hans Jürgen Eysenck – Erscheinungsjahr 2009. Ich bin in diesem Buch auf die verwunderliche Aussage gestoßen der mittlere IQ der Akademiker betrage 153. Da das so nicht stimmen konnte, habe ich mir die Quelle angesehen: Cyril Burt. Ich gehe doch richtig in der Annahme, dass Burt inzwischen diskreditiert ist? Wenn dies der Fall ist, dann sollte verhindert werden, dass seine Theorien 1. überhaupt noch in aktuellen Büchern abgedruckt werden und 2. in der Bücherei in unserer Uni (Uni Bielefeld) verkauft werden. Ich wollte Dich, da Du anscheinend Erfahrung damit hast, fragen, was in dieser Sache unternommen werden kann.Das Buch heißt: „IQ-Tests – Wie hoch ist ihr IQ“ und stammt von Hans Jürgen Eysenck. Die ISBN ist: 987 3 499 62532Ich würde mich über eine Antwort freuen. Entweder hier oder unter Cynthiameier123@yahoo.de

    • Andreas Kemper

      Natürlich ist Cyril Burt in weiten Teilen diskreditiert. Dass Eysenck weiterhin Burt zitiert, verwundert nicht. Jay Gould zitierte ja ausdrücklich Eysenck, der nicht glauben wollte, dass Burt Daten manipulierte, bzw. sich diese Daten schlicht ausdachte.Die Aussage ist schon deshalb schwierig, weil sie sich auf völlig veraltete Daten beruft.Du kannst die Bibliotheksaufsicht und die entsprechende Fachschaft ansprechen. Aber Universitätsbibliotheken führen auch Bücher, in denen nachweislich falsche Informationen verbreitet werden. Schon allein deshalb, damit man diese falschen Informationen untersuchen kann. Für Erstsemester ist so eine Lektüre problematisch, weil sie eventuell nicht den Überblick habe, Falschinformationen als Falschinformationen einordnen zu können. Für WissenschaftssoziologInnen ist so ein Buch hingegen hochinteressant.Liebe GrüßeAndreas

    • Anonymous

      Es handelt sich nicht um die Universitätsbibliothek, sondern um eine Bücherei, die sich in der Universität befindet.Ich habe mich unter anderem an die Antifa-AG unserer Uni gewandt. Natürlich werde ich auch die Bücherei selbst ansprechen. Damit wird das Problem aber nicht aus der Welt sein, da das Buch bestimmt auch an anderen Stellen verkauft wird.Sicherlich sind Bücher, in denen nachweislich falsche Informationen verbreitet werden, von wissenschaftlichem Interesse, aber gehören sie nicht in den „Giftschrank“ – in eine spezielle Abteilung für umstrittene Bücher? So jedenfalls ist das an unserer Uni geregelt.Ich studiere Psychologie und ich bin mir sicher, dass diese Daten frei erfunden sind. Die gängigen IQ-Test gehen nur bis 145 und schon dieser Wert kommt extrem selten vor.

    • Kalle Schwarz

      hi cynthia,psychologie ist wirklich ein interessantes fach . angewandte psychologie ist natürlich noch interessanter . hier hast du schon mal zwei dankbare objekte . bist du bereit ?liegt dein IQ wirklich bei 123 ? oder bist du eines der seltenen weiblichen wesen, die sich für zahlen interessieren (achtung, klischee) .wenn andreas verstanden hat, was ich meine, wird er übrigens dir antworten und nicht mir .

    • Kalle Schwarz

      @ AK „..wäre diese Möglichkeit dem Zwang natürlich vorzuziehen“damit sind wir uns eigentlich schon einig . knol ist ja gerade deshalb so wichtig, weil es uns diese möglichkeit bietet . wikipedia hat mir diese möglichkeit NICHT geboten .der staat, die uni, eine bücherei, das sind alles einrichtungen, die ich nicht brauche, wenn knol funktioniert . und wenn es nicht funktioniert, müssen wir uns eben umsehen, ob es etwas besseres gibt oder dies notfalls selbst erfinden .was wir brauchen, ist vor allem kommunikative intelligenz, leute, die das kommunikative hin und her durchziehen können, bis die einigung erreicht ist . alle anderen interessieren erst mal gar nicht, weil wir denen selbst dann nicht helfen könnten, wenn wir 100 milliarden euro dafür zur verfügung hätten . weil nämlich die notwendige infra-struktur fehlen würde , und die würde fehlen, weil sie sich nicht drauf einigen können .du hast bisher einigermaßen durchgehalten, nicht immer, aber immer öfter ;-)wir sollten jetzt schaun, ob wir eine dritte person finden können, die ebenfalls durchhält .diese person hätte es vor allem dann einfacher, wenn wir nur über und durch sie kommunizieren .das verlangt ein ganz klein wenig struturelle disziplin, aber glaube einem alten strukturalisten, es gibt nichts besseres, als eine gute struktur . bist du bereit ?

    • Anonymous

      „liegt dein IQ wirklich bei 123 ? oder bist du eines der seltenen weiblichen wesen, die sich für zahlen interessieren“Ich gehöre zu den wenigen Frauen, die zählen können. Ganz richtig ;)123 bedeutet nichts. Mach Dir keinen Kopf darum.

    • Anonymous

      Ich habe an den Verlag und an Antidiskriminierungsstellen der Uni geschrieben. Weil mir niemand geantwortet hat, habe ich beschlossen das ganz auf sich beruhen zu lassen.

    • Andreas Kemper

      Die haben dir nicht geantwortet?Naja, mach dir nichts drauß. Viel schlimmer als schlechte Literatur in Bibliotheken ist, dass Studierende heute kaum noch Zeit haben, sich in bestimmte Problematiken zu vertiefen. Daher wird schnell zur greifbaren Literatur gegriffen, das wichtigste abgeschrieben oder auswendig gelernt und schon gehts zur nächsten Thematik. Man lernt schließlich nicht fürs Leben sondern für den Test :(Lieben GrußAndreas

    • Kalle Schwarz

      wenn verlag und uni als öffentliche einrichtungen nicht antworten, kann man sich schon mal im falschen land fühlen (auf jeden fall nicht in einer demokratie) . wir werden als einzelne auch nichts daran ändern können . es sei denn, wir können in knol zeigen, dass es auch anders geht und diese praxis dann allmählich auf das öffentliche leben übertragen (wenn das noch nötig ist, denn wenn knol funktioniert, wird es zum öffentlichen leben und ersetzt die alten institutionen) .zunächst mal könnten wir diese diskussion hier formal aufwerten, indem wir ihr ein eigenes knol spendieren . dazu ist weiter nichts nötig, als dass du ein neues knol mit einem passenden namen eröffnest (modus: offene mitarbeit) und den link hier angibst . ich kopiere dann nach dem muster von http://knol.google.com/k/kalle-schwarz/knol-bulletin-board-for-authors-and/1m7f8ad2dgh39/41#die kommentare ab „Ich habe mit großem interesse …“ da rein (abzüglich @ AK) und dann seh’n wir weiter .

  5. Michel Voss

    deutsche Wikipedia: geringe Wachstums-Chancen — Die deutsche Version hat nicht mehr die geringste Chance weiter schnell zu wachsen, weil am 28.11.2005 nur 108 stimmberechtigte Nutzer entschieden haben, das die Kategorie „Stummel“ – ganz im Gegenteil zur englischen- abgeschafft wird.Verweisehttp://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Meinungsbilder/Stubs#http://en.wikipedia.org/wiki/German_Wikipedia

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