Genderpolitik

Profeministische Männergruppen waren von den 1970er Jahren bis heute der Versuch, selbstkritisch mit männlichen Habitus umzugehen. Während in den 1970er und 1980er Jahren die Männergruppen profeministisch und antisexistisch ausgerichtet waren, differenzierte sich die Männergruppenszene ab Anfang der 1990er Jahre. Es kam zu einer Institutionalisierung der Jungen-, Väter- und Männerarbeit, die oftmals mit kirchlichen und vor allem esoterischen Ansätzen einherging und eine Entpolitisierung der Männerarbeit und -bildung mit sich brachte. Emanzipatorische, profeministische Männergruppen wurden zudem durch postgender-Ansätze in Frage gestellt, die sich gegen Identitätsarbeit und damit auch gegen Männergruppen wandten. Innerhalb der unkritischer werdenden Männergruppenszene gewannen ab der Jahrtausendwende zunehmend antifeministische Männerpositionen an Gewicht. Inzwischen gibt es eine Reihe von antifeministischen, maskulistischen bzw. männerrechtlichen Internetforen und Organisationen, die antiemanzipatorisch eingestellt und zum Teil von einer rechtsextremistischen Geschlechterpolitik kaum zu unterscheiden sind.

Die Maskulisten Rechte Kerle

Publikationen:

  • Maskulinismus als Virtualität. Breiviks Antifeminismus, in: Andreas Kemper (Hg): Die Maskulisten. Organisierter Antifeminismus im deutschsprachigen Raum, Münster 2012
  • Männerbewegung versus Männerrechtsbewegung, in: Andreas Kemper (Hg): Die Maskulisten. Organisierter Antifeminismus im deutschsprachigen Raum, Münster 2012
  • Andreas Kemper (Hg): Die Maskulisten. Organisierter Antifeminismus im deutschsprachigen Raum, Münster 2012
  • Machiavellis Trauma. Warum der Maskulismus nicht emanzipatorisch ist, in: Freitag-Blog, 12.06.2011 Online-Text
  • Interview (Ina Freudenschuß): „Männerrechtler sehen sich als Opfer“, in: die standard, 05.06.2011 Online-Text
  • (R)echte Kerle. Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung, Münster 2011

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11 Kommentare

Comments RSS
  1. weltman

    hallo,

    ich stimme ihnen zu: wir haben noch so gut wie keine gleichberechtigung in diesem land!!!

    warum gibt es eigentlich ständig diese vorteile und sonderrechte für frauen?

    wieso kriegen die mutterschutzgeld, ich habe dazu kein recht und werde dadurch unfassbar diskriminiert!

    wieso werden die immer bevorzugt im krieg? (männer darf man immer töten im krieg. bei frauen soll das schlimm sein (werden immer mit kinder verglichen, o-ton: „frauen und kinder“) – verstehe ich nicht. da sind wir noch nicht sehr weit in der gleichberechtigung finde ich)

    und vor allem der geschlechtsrassismus der gesellschaft ist voll schlimm:
    warum kriegen frauen oftmals freien eintritt in discos und männer müssen bezahlen?
    das ist voll abartige diskriminierung doch niemand geht gegen diesen rassismus vor!

    warum gibt es spezielle gruppierungen in der politik einzig für frauen? das ist ja wie im ständestaat! dass sie sich für so etwas reaktionäres aus dem 19.jahrhundert einsetzen finde ich entsetzlich!

    in schwimmbädern gibt es spezielle tage nur für frauen. männer haben dazu keinen zugang! ich habe gar nicht die teilhabechance ins schwimmbad zu kommen, weil ich von vornherein durch den geschelchtsrassismus ausgeschlossen werde!

    wieso gibt es spezielle förderprogramme für frauen? warum gibt es nur gleichschaltungsbeauftrage und lobbyisten für die frauen? was soll diese diskriminierung? sie forschen nur über frauen wo sind die männer? sie sind der größte geschlechtsrassist den ich kenne!

    besuchen sie mich auf meiner seite
    – Seitenwerbung gestrichen –
    wo ich mich klar gegen den rassismus, der von den grössten idioten und lobbyisten ausgeht, positioniere.

    ok bye

    • Andreas Kemper

      Sie vermischen den Kollateralschaden des Patriarchats – von dem zum Teil auch Männer betroffen sind – mit präventiven Maßnahmen gegen potentielle sexualisierte Gewalt von Männern gegen Frauen.

      • Maddox

        Mit der Antwort sind die konkret gestellten Fragen ausgewichen. Fragen beantworten kann nicht so schwer sein oder?

      • Andreas Kemper

        Ich habe eine Ausgangsvoraussetzung der Frage hinterfragt. Ich kann keine Frage „konkret“ beantworten, die von falschen Annahmen ausgeht. Ein logischer Fehler in den Ausgangsvoraussetzungen der Frage besteht darin, dass zunächst behauptet wird, wir seien alle unterschiedlich. Dann wird unterstellt, die „Gender-Ideologie“ wolle alles gleich machen. Inhärent wird aber genau diese Gleichmachung vom Fragesteller unterstellt: alle Männer sind gleich und alle Frauen seien gleich, deshalb backen alle Männer besseres Brot (im übertragenen Sinn) und alle Frauen könnten was anderes besser. Diese Gleichmacherei ist willkürlich gesetzt und widerspricht seiner Aussage, dass alle Menschen unterschiedlich seien.

      • Andreas Kemper

        Ich zitiere aus den letzten beiden Kommentaren von „Maddox“: „Frauen mögen also fortpflanzungstechnisch gleichwertig sein, kulturell und zivilisatorisch sind Frauen aber weit entfernt davon, mit Männern mithalten zu können.“ Wer so argumentiert, wird hier gesperrt. Grundvoraussetzung für einen Dialog ist die gegenseitige Anerkennung von intellektueller Gleichwertigkeit. Wer diese Gleichwertigkeit fundamental für eine Gruppe negiert, scheidet als Gesprächspartner*in aus.

  2. Siegbert Zehnle

    Ich glaube nicht, dass Weltmann diese Erklärung versteht. Um was es Weltmann geht, duerfte ja klar sein, er will nur provozieren, an Diskussion oder am Erlernen einer anderen Sichtweise ist er nicht interessiert, obwohl er Fragen stellt. Als Gleichberechtigung sieht er u.a. die eventuell „berechtigte“ (Mit-) Tötung von Frauen an. Da ist sie ja wieder die Frauen Gewalt, -Vergewaltigung, die nun legal als Kriegsgeschehen daherkommt. Darauf nicht einzugehen, und ein Nichtverstehen vorauszusetzen, zeigt doch auch, dass Sie auch noch nicht bis zum Grund des Antifeminismus vorgedrungen sind. Nicht nur ein Teil (der) Männer ist/sind patriarchal ge-/beschädigt, sondern alle Männer, wie auch alle Frauen, es kommt halt drauf an, was Mann wie Frauen daraus machen und wie weit mann/frau das schädigende System erkennen Darf oder Soll. Weltmann hat es nicht erkannt, und kann es auch nicht durch diese Ihre Erläuterung, Herr Kemper. Ich kenne aber eine Frau, die es ganz gut kann. Es wäre allerdings muessig, dies jetzt hier vorzustellen, weil Weltmann nicht wirklich daran interessiert ist. Sonst wäre er ja schon längst in Findung und würde nicht solche eindeutig dämlich provozierenden Fragen stellen, die ja mit Gleichberechtigung nichts zu tun haben, sondern eher mit Gender, also Anpassung von Frauen an männliche Arroganz und daher zurückzuweisen.

  3. magda Field

    In meinem Philosophiestudium in Köln und Bonn habe ich mich auch mal mit dem Thema Sex und Gender beschäftigt. Zisek, Freud und solche Sachen. Ich wunderte mich, dass dieser Feminismus im neoliberalem Gewand eine Umkehrung der Verhältnisse propagierte. Was soll an einer machtbewussten Frau als Chefin besser sein, als an einem Mann als Chef? Mir fehlte der Unisex Begriff, oder solche Dinge wie den Zwitter. Ich kritisierte die mangelnde Wertschätzung des geschlechtsneutralen Menschbegriffs. Wo bleibt die Qualität der Arbeit, wenn denn unbedingt das Pimmelchen dran sein muss, bzw. fehlen muss wegen Quotenregelung? Ich drücke mich absichtlich so aus, weil ich den Phänomenologismus – das blosse Interesse im Blick auf Oberflächenphänomene – für destruktiv halte, denn nicht alles was der subjektiven Wahrnehmung innerhalb der aktualen Lebenssituation entspringt, ist eine Basis für ein verallgemeinerndes Urteil. Ich habe mich persönlich dann auch gegen Rechtsprechungen bei Scheidungsurteilen ausgesprochen, bei denen selbstverständlich der Mutter das Sorgerecht zugesprochen wird und sogar Vätern das Umgangsrecht verweigert wird. Es schien mir, als hätte ich ein Pulverfass entfacht, es hagelte Kritik. Aber nichts desto Trotz: diese Schieflagen gesellschaftlicher Art sind, wenn sie dann im Einzelschicksal über Rechtssprechungen zur Anwendung kommen, einfach nicht o.k.! Anstatt gütliche Einigungen zu erzielen, wird das Gegenteil nur ein gefundenes Fressen für Rechtsanwälte und Richter. Engste Familienbande werden zu einer Quelle von Hass und Streit. Aber man/frau – ich fasse sich an den Kopf: es soll Leute geben, die wählen bestimmte Politiker, weil sie als Person weiblich sind, ist das alles?….`-)

  4. Wolfgang Paul

    Weder die allgemein akzeptierten „Menschenrechte“, noch objektive „Wissenschaftlichkeit“, das ist jedenfalls ihr Anspruch, erlauben eine unterschiedliche Bewertung (gut/schlecht) nach Geschlecht.
    Wissenschaftlichkeit ist hier in der strengen Form der Naturwissenschaft gemeint, also auf das, was man nachprüfen und „messen“ kann, wozu ganz sicher Sigmund Freud NICHT gehört.
    Wie kein Baum dem anderen gleicht, so kann kein Mensch mit dem anderen identisch sein.
    Eine Ideologie (Gender) die etwas objektiv unterschiedliches „gleich“ machen möchte, ist schlicht falsch, ein Hirngespinst.
    Moral oder Ethik ist immer eine Bewertung von HANDLUNG, nicht von Personen.
    Und diese Bewertung ist selbstverständlich menschen-gemacht, denn „die Natur“ hat kein Mitleid mit den zarten Reh, das vom bösen Wolf gerissen wird.
    In dem Sinne kann eine „Bewertung“ von einem „Geschlecht“, wenn man unbedingt von der Einzelhandlung und der Einzelperson abstrahieren möchte, auch wenn das falsch ist, nur damit begründet werden, was Mann oder Frau zum Nutzen der Gesellschaft LEISTET!
    Darüber darf man gerne trefflich streiten. Die gleiche Leistung kann also vernünftigerweise nicht unterschiedlich gewertet (und auch bezahlt) werden, je nach dem von wem sie erbracht wurde.
    Schon seit Aristoteles (Nikomachische Ethik) ist hier ganz individuelle „Selbstverwirklichung“ im Ramen der gesellschaftsdienlichen Leistung Bestimmung des Menschen. Bestimmung die ihn glücklich und zufrieden machen soll.
    Das kann der Bäcker durch sein Brot-Backen ebenso, wie der Architekt, der ein schönes Haus baut oder der Arzt, der eine Krankheit heilt, ohne dass hier einer (ethisch) „besser“ ist als der andere und unabhängig davon ob es eine Bäckerin, eine Architektin oder eine Ärztin ist.
    Wenn also eine Bäckerin in der gleichen Zeit mehr Brote gleicher Qualität backt ist sie besser, ist es umgekehrt, ist der Mann besser. Jeder soll sich also das suchen worin er meint besonders gut zu sein.
    Wenn Feministinnen das anders sehen, müssen sie sich wirklich nicht wundern, dass es auch Gegenbewegungen gibt, die sich dagegen wehren.

    Gruß

    • Andreas Kemper

      Was ist denn „die Ideologie (Gender)“? Meinen Sie damit die Publikationen von Judith Butler (z.B. Gender-Trouble)? Dann wären Sie auf dem Holzweg. Denn diese Gendertheorie geht von einer großen Vielfalt von Geschlechtlichkeit aus, also eben nicht davon, dass es eine für immer festgelegte Zweitgeschlechtlichkeit gibt, wonach sich zwei Gruppen essentiell so gleichen, dass es sinnvoll wäre, die Menschheit in zwei Kategorien von jeweils gleichen Menschen zu packen.

  5. Günter Kremer

    Soll doch jeder so leben wie er/sie/es mag.Aber was ich gar nicht mag ist,wenn er/sie/es mir sagen will wie ich zu „ticken habe“Ich mag nicht von Minderheiten belehrt oder gar gezwungen werden etwas zu respektieren Nach dem Motto,wenn du nicht für mich bist,bist du gegen mich.

    Ich habe von meiner Mutter gelernt jeden Menschen als solchen zu respektieren.Aber das soll dann schon auf Gegenseitigkeit beruhen.Das scheint mir bei der Genderbewegung und generell bei Minderheiten,in der heutigen Zeit nicht der Fall zu sein.

    Ich bin jetzt 62 Jahre jung,hatte aber bisher nicht den Eindruck in all den Jahren,dass in mir neben dem männlichen noch das ein oder andere, nicht entdeckte Geschlecht schlummert.

    Ich mag Frauen,besonders kluge Frauen,aber ich käme nicht auf die Idee eine Frau für etwas zu wählen,weil sie Frau ist.Die Frauen,die ich kenne,wollen das auch nicht.Ob das etwas mit Selbstbewusstsein zutun hat ?

    Ich wünsche allen noch einen schönen Tag und in 3 Wochen ein schönes Fest.

    • Andreas Kemper

      Wie kommen Sie darauf, dass irgendjemand sie nicht so lassen möchte, wie sie sind?

      Schwule und Lesben verlangen von niemanden, schwul oder lesbisch zu leben.

      Umgekehrt ist es aber heute noch immer so, dass ein schwuler oder lesbischer Lebensstil als falsch oder als „Sünde“ betrachtet wird.

      Ich werde sehr oft von queeren, schwulen oder lesbischen Organisationen eingeladen. Noch nie wollte mich irgendjemand zur Homosexualität „bekehren“. So etwas gibt es nicht. So etwas gibt es aber sehr wohl anders herum. Wenn Sie sagen: Jede*r soll so leben, wie er*sie es mag, dann unterstützen sie doch bitte Schwule und Lesben darin. Es geht doch einfach nur darum, dass alle ein glückliches und zufriedenes Leben führen können. Ich versichere Ihnen: Niemand möchte sie zu einer Frau oder schwul machen.

      Ich wünsche Ihnen auch schöne Festtage.

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