Zur Agent*in (1): Ein Online-Lexikon ist ein Online-Lexikon

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Mit diesem Artikel beginne ich eine Serie von Hinweisen und Akten zum Recherchepool Agent*in – Information on Anti-Gender-Networks. Dieses antifeminismus-kritische Online-Lexikon ist vor einer Woche veröffentlicht worden und scheint ein Stich ins Wespennest gewesen zu sein.

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Die Antifeminist*innen fühlen sich getroffen, nicht nur eine aufgeregte Streitmacht von bislang ca. dreißig konservativen Blogs und Foren kritisierten das Wiki, sondern auch Journalisten. Soziologisch interessant ist, dass die Blogs, die zuerst reagierten, aus dem maskulistisch-antifeministischen Lager kamen. Vorneweg, wie zu erwarten war, berichtete der antifeminisistische Maskulist Arne Hoffmann in seinem Blog Genderama. Es folgten eine Reihe weiterer maskulinistischer Blogs und erst allmählich wurden auch deutlich rechtsextreme bzw. islamfeindliche Foren wie PI-News aufmerksam.

Bei den Magazinen / Zeitungen verhielt sich die Bewegung anders. Hier schob sich die Welle von der Jungen Freiheit und Tichys Einblick über die WELT allmählich in den Tagesspiegel vor.

Was viele der Kritiker*innen nicht verstehen oder nicht verstehen wollen: Agent*in ist ein gerade erst veröffentlichtes Wiki. Und „Wiki“ kommt aus dem Hawaiianischen und bedeutet „schnell“ (wikiwiki = schnellschnell). Ein Wiki ist ein Work-in-Progress, eine sich ständig wandelnde Online-Plattform. Da wir in einer Welt leben, die sich schnell ändert, ist ein Wiki ein angemessenes Medium, um über diese Welt zu berichten. Daher konnte das dynamische Wikipedia als Online-Enzyklopädie den behäbigen Brockhaus verdrängen.

Nun handelt es sich aber auch beim Antifeminismus um nichts Statisches. Gerade mit dem Aufkommen des Maskulismus haben wir es neuerdings mit einem Antifeminismus zu tun, der sich im Internet vernetzt und mit ständig neuen Blogs auftritt. Der Maskulismus ist – zumindest im deutschsprachigen Raum – ein Internetphänomen. Mit dem Internetforum „Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land“ (WGvdL) entwickelte sich in Deutschland eine Reihe von untereinander vernetzten antifeministischen Blogs. Von hier aus wurden die Kommentarspalten der Internetauftritte größerer Magazine mit Hatespeech zugespammt. Und schließlich wurde aus dem WGvdL-Spektrum noch das antifeministische Wiki WikiMANNia entwickelt, eine Art illegales Lexikon, welches mit einem Anonymisierungsdienst zusammenarbeit, um ungestraft hetzen zu können. Mit nach eigenen Angaben inzwischen 3900 Artikeln bietet dieses Wiki der rechten Antifeminismus-Szene eine gewisse Nachhaltigkeit.

Parallel zu dieser antifeministisch-maskulistischen Blog- und Foren-Szene wurden systematisch Internetpräsenzen aufgebaut, die eine große antifeministische Bewegung simulieren sollen. Hier ist vor allem das Ehepaar Beatrix und Sven von Storch zu nennen mit ihrem Kampagnen-Netzwerk von Internetauftritten wie Zivile Koalition, zu dem unter anderem die Initiativen Freie WeltCivil PetitionAbgeordnetenCheck, EU-Check, Familien-Schutz, Entscheidung fürs Leben, Einer von uns gehören. Auch die Internetseite Demo für alle, mit der in Stuttgart die antifeministischen Demonstrationen organisiert wurden, ist zunächst von den Storchs ins Leben gerufen worden. Und Beatrix von Storch, stellvertretende AfD-Vorsitzende, behauptete ganz offen, dass sie die Demo für alle in Stuttgart organisiere, dass alles über ihren Schreibtisch laufe. Heute will sie anscheinend nichts mehr davon wissen, das entsprechende Video mit ihrer Aussage wurde nachträglich manipuliert. Mit diesen Internetauftritten werden vor allem Petitionen gestartet und Politiker*innen unter Druck gesetzt. Beatrix von Storch ist stolz auf die nach eigenen Angaben inzwischen zwei Millionen E-Mails, die von ihren Internetseiten ausgehend an Abgeordnete verschickt wurden. Das heißt, wir haben es hier mit einem Geflecht von Internetauftritten zu tun, welches nicht nur kaum zu überschauen ist, sondern sich ständig wandelt und im Nachhinein sogar manipuliert wird. Und solche Netzwerke wie die Zivile Koalition gibt es nicht nur in Deutschland, in Spanien haben wir es mit CitizenGo mit einem ähnlichen europaweit vernetztem Internetauftritt zu tun. Um dies zu dokumentiere, muss man ebenso dynamisch (wikiwiki, schnellschnell) sein und hierfür eignet sich ein Wiki.

Schließlich gesellte sich zu diesem Internet-Antifeminismus vor vier Jahren noch die Partei Alternative für Deutschland, die als erste Facebook-Partei in die Geschichte eingehen wird. Die AfD organisierte sich in den Anfangsjahren hauptsächlich über Facebook. Bereits im Frühjahr 2013 fand sich auf der offiziellen Facebook-Seite der AfD die Forderung „Gender-Wahn stoppen“. Seither unterstützt die AfD mit ihrem Parteiapparat die antifeministische Szene, die sich ebenfalls hauptsächlich über das Internet organisiert.

Ich habe über die maskulistische Szene zwei Bücher herausgebracht. Und auch zum familistischen Antifeminismus sind von mir zwei Expertisen erschienen. Empfehlenswert ist neben vielen anderen aktuellen Publikationen auch der Sammelband von Sabine Hark und Paula-Irene Villa „Anti-Genderismus“. Doch all diese Papiertexte zum aktuellen Antifeminismus haben einen gewaltigen Nachteil: Kurz nach Erscheinen sind sie bereits an einige Stellen überholt, da die antifeministische Szene sich als Netzphänomen enorm schnell ändert. Das soll nicht heißen, dass Papiertexte überholt sind, im Gegenteil. Sie liefern wichtige Hintergrundinformationen und sind daher unerlässlich. Aktuelle Informationen auf der Höhe der Zeit kann allerdings besser durch ein Wiki gewährleistet werden. Daher haben wir uns entschieden, das Wiki Agent*in zu gründen.

Dieses Wiki will über den dynamischen Antifeminismus informieren und passt sich diesem an, in dem es selbst dynamisch, ein ständiger Work-in-Progress ist. Mit den etwas über vierhundert Seiten, mit denen es an den Start gegangen ist, wurde keine abgeschlossene Enzyklopädie vorgelegt. Es ist tatsächlich erst ein Anfang. Die sehr dünnen Seiten werden aufgefüllt und zu den vierhundert Artikeln werden noch viel mehr hinzu kommen. Und die Seiteninhalte werden sich wandeln. Das Wiki Agent*in ist progressiv in Form und Inhalt. Dass dies für totalitär gehalten wird, hat damit zu tun, dass für Konservative wie Hendrik M. Broder alles Progressive den Verdacht des Totalitären hat.

 

56 Kommentare

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  1. readingagainstaltright

    Hier kann man wieder sehen, wie Strategien konsequent umgedreht werden, damit sich rechte Antifeministen als Opfer von Zensur und Meinungsdiktat darstellen können – selbst hetzen sie auf WikiMANNia und Co. extrem gegen Andersdenkende; sobald sie aber nur auf einer kritischen Website genannt werden, sehen sie sich gleich auf einer Stasi-artigen Diffamierungsliste.

    • Andreas Kemper

      Ja, und während sie noch gegen Internetzensur wettern und die freie Rede auch für rassistische Hetze und sexistische Hasssprache einfordern, fordern sie nun Zensur. „Man wird ja wohl noch sagen dürfen“ gilt nur einseitig, wenn es gegen Minderheiten oder diskriminierte Gruppen geht. „Man wird ja noch wohl sagen dürfen“ wer was in welchem Zusammenhang sagt, wenn er*sie „etwas wohl noch sagt“ gilt hingegen als „Genderfaschismus“.

      • schleifmatt

        also in diesem Kommentarthread hier hast DU MICH zensiert, statt Zensurwünsche der anderen zu offenbaren. Den angeblich gebetsmühlenartig wiederholten spruch vom „wird ja noch sagen dürfen…“ hab ich genauso oft irgendwo gesehen, wie diese Zensurwünsche (die in Wirklichkeit und kurioserweise doch die ganze zeit schon von Linken, va spd und grüne – Maas? Schwesig? Beck? Künast anyone? – kommen UND durchgesetzt werden)…nämlich gar nicht.
        Also solche Sprüche nutzt doch schon länger niemand mehr, der nur halbwegs ernst genommen werden will…

        Aber ist so schön vertraut das Echo in der Kammer, hm? ja… das versteh ich schon

      • Andreas Kemper

        Es konnte herausgearbeitet werden, dass mit dem Spruch „Man wird ja wohl noch sagen dürfen…“ rassistische, sexistische, holocaustverleugnende Aussagen einhergingen. Daher wird dieser Spruch als solcher nicht mehr direkt benutzt. Die gesamte Anti-PC-Strategie des letzten Vierteljahrhundert funktioniert allerdings genauso. Und seit einem Jahrzehnt gibt es eine verschärfte Variante der Anti-PC-Strategie, nämlich die Strategie des „Dritten Totalitarismus“. Es reicht nicht mehr aus, Emanzipation als „Political Correctness“ zu denunzieren, jetzt wird Emanzipation als „Totalitarismus“ dargestellt, gleichgesetzt mit Nationalsozialismus und Stalinismus.

      • schleifmatt

        Echt? Wo denn?

      • Andreas Kemper

        „Totalitäre Bestrebungen der Homolobby“, „Genderfaschismus“, „Tolerant, toleranter, totalitär“ => kath.net, Papst Johannes Paul II., WikiMANNia, Junge Freiheit, Sciendes-Files, Männerstreik, eigentümlich frei usw.

  2. Theo

    Auf Wikipedia redest Du von zweijähriger Vorarbeit und behauptest „Es muss nachgearbeitet werden, aber nicht in der Qualität, sondern in der Quantität“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:Kurier, Kapitel „Agent*in, falls Diskussion bereits Archiviert, bitte im Archiv nachschauen).

    Hier behauptest Du „Agent*in ist ein gerade erst veröffentlichtes Wiki. Und „Wiki“ kommt aus dem Hawaiianischen und bedeutet „schnell““ sowie „Es ist tatsächlich erst ein Anfang. Die sehr dünnen Seiten werden aufgefüllt“.

    Was stimmt denn nun?

    • Andreas Kemper

      Es stimmt beides. Im ersten Jahr wurde ein Konzept entworfen und ein Glossar in Wikiform gebracht. Das ganze letzte Jahr war bestimmt von der Quellensicherung des Glossars. Auch wenn das Wiki mit Unterstützung und in Verantwortung der Heinrich-Böll-Stiftung an die Öffentlichkeit ging, heißt dies nicht, dass eine Person hauptamtlich oder gar ein ganzer Stab das Wiki betreut. Ich selber befasse mich wesentlich mit Klassismus und mit der AfD und nur am Rand mit dem Wiki, wobei aktuell das Wiki die meiste Zeit in Anspruch nimmt, was an der Veröffentlichung und den vielen positiven und negativen Reaktionen liegt.

      Dennoch ist auch richtig, dass das Wiki bislang noch nicht viel mehr als ein Glossar, als ein Gerüst ist. Es handelt sich um ein qualitativ hochwertiges Gerüst, welches nun ausgebaut und aktualisiert werden muss.

      • Theo

        Ein qualitativ hochwertiges Gerüst, in dem der Vorwurf der Homophobie mit einem zweifellos ironischen Zeitungsartikel (https://www.welt.de/debatte/kommentare/article124792188/Ich-bin-wohl-homophob-Und-das-ist-auch-gut-so.html) belegt wird. Das nenne ich mal Qualität! Weitere Beispiele der aualitativ hochwertigen Arbeit sind in der oben genannten Wikipedia-Diskussion zu finden.

        Zudem sind weder Versionsgeschichte noch Autoren der Artikel öffentlich nachvollziehbar. Mit einem Wiki hat das nichts mehr zu tun. Da sind sogar die Stasi-Akten transparenter, um diesen abgedroschenen Vergleich noch einmal zu bemühen.

      • Andreas Kemper

        Wie kommen Sie darauf, dass der Zeitungsartikel von Matthias Mattussek „zweifelsfrei ironisch“ gemeint sei? Mattusek IST homophob und er findet das gut, ebenso wie er die „lustigen Aktionen“ der rechtsextremen und vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung „einfach so geil“ findet. Oder meinen Sie, auch dies sei ein „zweifelsfrei ironisches“ Bekenntnis?

        Sie haben recht, ihre bemühten Vergleiche sind abgedroschen. Dass das Wiki nicht offen ist, liegt an den Erfahrungen, die wir mit Teilen der antifeministischen Szene machten. Wir müssten wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit alle Wiki-Einträge einzeln sperren. Auch in Wikipedia sind bestimmte Seiten, die als „Honigtöpfe“ gelten, häufiger gesperrt als geöffnet. Unser Wiki ist ein einziger „Honigtopf“ für Spammer und Hater. Was wäre also mit der Öffnung gewonnen? Sie wissen vielleicht, wie das rechtsextreme Masku-Wiki „WikiMANNia“ entstanden ist?
        Die Versionsgeschichten sind vor allem für Autor*innen interessant. In Wikipedia schreiben die meisten Autor*innen unter Pseudonym. Welchen Vorteil soll es bringen, die Pseudonyme von Autor*innen zu posten? Nach Ihrer Logik wäre Wikipedia kein Wiki, weil die Autor*innen der Artikel nicht öffentlich nachvollziehbar sind, sondern sich zumeist hinter Pseudonymen verstecken. Ich sehe das anders. Für mich ist Wikipedia trotz aller Fehler ein Wiki. Und Agent*in ebenso.

  3. Theo

    Ein Zeitungsartikel von ihm selbst, in dem er sich ironisch als homophob bezeichnet („Wahrscheinlich bin ich homophob wie mein Freund, und das ist auch gut so.“ – sorry, das kann ich nicht anders als ironisch verstehen), ist kein geeigneter Beleg. Das ist völlig unabhängig davon, ob Mattusek jetzt wirklich homophob ist oder nicht (ich kenne diesen Menschen nicht). Hier geht es nicht um Mattusek, sondern um das Agentin-Wiki.

    Weshalb ist die Versionsgeschichte interessant? Weil man dadurch sehen kann, wie ein Text entstanden ist und welche Änderungen wann und von wem vorgenommen wurden. Wenn du nicht verstehst, weshalb das essentiell ist, ist eine weitere Diskussion überflüssig. Die Namen der Autoren sind in der Tat weniger relevant, ich selbst schreibe ja selbst unter Pseudonym, da hast Du recht. Allerdings wid Agent*in von öffentlichen Mitteln finanziert, da ist Transparenz noch wichtiger als bei der sich selbst finanzierenden Wikipedia.

    Kleine Ergänzung: Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Agent*in offen für alle sein soll. Warum erklärst du mir also lang und breit, dass dies nicht sinnvoll sei? Es ist völlig offensichtlich, dass das nicht funktionieren würde.

    • Andreas Kemper

      Die Artikel sind – ich wiederhole mich – ein Gerüst. Der Mattusek-Artikel wird wie die allermeisten anderen Artikel ausgebaut werden. Wenn sich jemand verhält als sei er homophob und dann noch äußert, „dann bin ich wohl homophob und das ist auch gut so“, dann kann diese Aussage durchaus als Beleg dafür gelten, dass jemand homophob ist. Für den ersten Teil mögen Belege noch fehlen. Seien sie sicher, dass es diese gibt.

      Nein ich verstehe nicht, warum die Versionsgeschichte „essentiell“ sein sollte. Unter jedem Artikel steht auf die Minute genau, wann der Artikel das letzte Mal geändert worden ist. Damit weiß man, um welche Version des Artikels es sich handelt. Die genaue Entstehungsgeschichte von Artikeln ist nicht relevant, die wird ja auch in anderen Texten nicht dokumentiert. Oder halten Sie es für verwerflich, wenn in Büchern lediglich das Endresultat und nicht das Manuskript und die Änderungsvorschläge des Lektorats dokumentiert werden?

  4. Theo

    Nein, wenn man das Entstehungsdatum kennt, weiß man nicht, um welche Version es sich handelt. Das ist aus zahlreichen Wikipedia-Editwars bekannt. Bei Büchern wird aus guten Gründen die Auflage und das Erscheinungsjahr angegeben. Eine neue Wikipediaartikelversion ist mit der Neuauflage eines Buches zu vergleichen, keineswegs mit einem unveröffentlichen Manuskript (das wäre am ehesten noch der Arbeitsspeicher oder Browsercache, in dem Änderungen stehen, bevor sie veröffentlicht werden).

    Auf deinen ersten Absatz muss ich eigentlich nicht eingehen, eine Diskussion würde sowieso nicht weiterführen. Wie man die Aussage „dann bin ich wohl homophob und das ist auch gut so“ als ernst gemeintes Statement, das eine Homophobie des Autors belgt, verstehen kann, bleit mir rätselhaft. Jeder möge sich selbst ein Bild davon machen, ob der Welt-Artikel ein geeigneter Beleg ist

    • Andreas Kemper

      Die Versionsgeschichte ist in Wikipedia relevant für die Autor*innen und für die Admins. Und sie ist relevant, weil in Wikipedia bekanntermaßen unterschiedliche und miteinander verfeindete Autor*innen schreiben. Dies ist in Agent*in nicht der Fall.

      Zu Matthias Matussek: Ja, jede*r möge sich ein Bild von der Homophobie von Herrn Matussek machen. Wem der eine Artikel nicht genügt, der*die möge sich weitere entsprechende Artikel von Matussek antun. Wie gesagt: Agent*in steht noch am Anfang.

      • Theo

        Falls z.B. ein Artikel korrigiert wird und andere Websites auf Inhalte verweisen, die nicht mehr im Artikel stehen, ist das schon problematisch. Auch um eventuelle Missverständnisse innerhalb des Artikels zu verstehen, ist die Versionsgeschichte hilfreich. Und ist garantiert, dass die Autoren von Agent*in wirklich immer einer Meinung sind?

        Ein letztes Wort zu Herrn Matussek (da ich von dir anscheinend nicht verstanden werde): Der Kerl ist mir völlig egal. Man soll sich ein Bild von dem Artikel und die Qualität der Belege machen – die du weiter oben als „qualitativ hochwertig“ beschrieben hast. Der Rest ist in diesem Kontext irrelevant.

      • Andreas Kemper

        Zur Versionsgeschichte: Es ist immmer problematisch, auf ein Wiki zu verweisen, weil Wikis sich ständig ändern. Daher rät Wikipedia als Wiki selber, nicht auf Wikis zu verlinken. Sowohl Wikipedia als auch Agent*in verstehen sich daher als Einstieg in die Recherche, nicht als in Stein gemeißelte Weisheit. Wenn Wiki-Artikel verlinkt werden, sollte möglichst immer die Version mitangegeben werden, also Datum und Uhrzeit.

        Zu Matussek: Wir reden da wirklich aneinander vorbei. Ich gebe nicht nur zu, ich betone sogar, dass der Artikel zu Matussek noch sehr dünn ist. Aber die Qualität der bisherigen Verweise ist gut. Woran es fehlt ist die Quantität. Und dies liegt daran, dass das Wiki erst letzte Woche gestartet ist. Sie können sicher sein, dass im Matussek-Artikel und auch in den meisten anderen Artikeln weitere Aspekte hinsichtlich des Antifeminismus eingepflegt werden. Schauen Sie sich Wikipedia im Anfangsstadium an, eine Woche nach dem Start.

        Ergänzung: Bitte schauen Sie sich den Artikel in Agent*in zu Björn Höcke an. Ich habe eine 135seitige Expertise zu Björn Höcke veröffentlicht und werde im Gutachten des Parteivorstandes der AfD erwähnt. Dort, im Gutachten, heißt es, man solle meine Seiten zu Höcke lesen, um sich ein Bild von ihm zu machen. Dass der Artikel zu Björn Höcke in Agent*in noch so dünn ist, liegt also nicht daran, dass wir dazu schon alles gesagt hätten, sondern daran, dass Agent*in ganz am Anfang steht, ein Work-in-progress ist und unsere Ressourcen Grenzen haben. Also Geduld.

  5. Quax

    „das antifeministische Wiki WikiMANNia entwickelt, eine Art illegales Lexikon, welches mit einem Anonymisierungsdienst zusammenarbeit“
    Diese Aussage muss ich kritisieren.
    Ohne Impressum und über einen Anonymisierungsdienst zu veröffentlichen ist nicht per se illegal. Sie sollten deutsche Rechtsprechung und Gesetze nicht für allgemeingültig erklären.
    Anonym oder pseudonym veröffentlichen zu können ist eine Grundlage des Rechtsstaats.
    Impressumspflicht wurde angeblich gesetzlich eingeführt, um betrügerische Onlinehändler zu verhindern, hat aber zu Massenabmahnungen bei Privatblogs geführt.
    Das es durchaus gute Gründe gibt, anonym/pseudonym zu veröffentlichen kann mensch bei Psiram sehen. Eine Seite mit angebundenen Wiki, welche gegen Pseudowisssenschaft (hauptsächlich über Impfgegner, Heilpraktiker Vakuummaschinenverkäufer u. ä. Betrüger) aufklärt.
    Davon abgesehen, wikimannia beinhaltetet eine Haufen übersetzte Artikel aus der „http://www.conservapedia.com/“, um mal wieder auf die Religiöse Rechte in den USA hinzuweisen.
    Nun das Lob.
    Macht weiter, es braucht deutschsprachige Informationsangebote, die Sozialwissenschaften vermitteln und über Missinterpretationen und unfundierte Gegenpropaganda aufklären.

    • Andreas Kemper

      Danke für die Anerkennung.

      Zur Kritik: Da liegt ein Missverständnis vor. Natürlich würde ich nicht jede Internetseite, welche mit einem Anonymisierungsdienst zusammenarbeitet, per se als „illegal“ disqualifizieren. Es ist bei WikiMANNia aber offensichtlich, dass hier ohne Ende Verleumdungen und Urheberrechtsverletzungen vorliegen, die in dieser Fülle durchaus die Bezeichnung „illegal“ rechtfertigen. WGvdL, aus dem heraus WikiMANNia entstand, ging irgendwann zum Anonymisierungsdienst über, weil es sich die Kosten nicht mehr leisten konnte, die aus den Verleumdungen resultierten. Ich schätze WGvdL.com und WikiMANNia ähnlich ein wie Kreutz.net.

  6. Christoph Altrogge

    „Sie wissen vielleicht, wie das rechtsextreme Masku-Wiki „WikiMANNia“ entstanden ist?“

    Für alle, die die Geschichte nicht kennen: Den „Urknall“ dazu habe, in aller Unbescheidenheit, ich geliefert. Im Jahr 2008 veröffentlichte ich im Internet die allererste, noch einigermaßen unbeholfene Version meines E-Books „Männerhassbuch“ über die Ziele und Anliegen der Männerrechtsbewegung. Ich musste mich damals in die Materie erst reinfinden.
    Der WGVDL-User „Dampflok“ machte daraufhin den Vorschlag, basierend auf den von mir gesammelten Daten eine männerrechtlerische Datenbank aufzubauen. Als Drittes sprang der WGVDL-User „Mus Lim“ in die Bresche, welcher die ganze Arbeit übernahm – bis heute.

    Mit freundlichen Grüßen aus Wien

    Christoph Altrogge

  7. schleifmatt

    Ach so und die „hohe Dynamik“ soll jetzt also als Begründung ausreichen, dass die Artikel (wie ich es gelesen habe) zum Teil falsch sind? Die ViSdP lässt sich damit aber nicht aushebeln und auch mit dem Spruch auf der Seite, keine Gewähr für Richtigkeit zu übernehmen, nicht.

    Einem angeblichen Fachmann kann es eigentlich kaum unterlaufen, Arne Hoffmann als regelmäßigen Autor der „junge Freiheit“ (oder war es junge Welt?) einzuordnen. Da anzunehmen ist, dass du das doch in Wirklichkeit viel besser und genauer weißt – so als Kenner der Szene mit zwei Büchern zum Thema – steht wohl auch ein Diskreditierungsversuch zu vermuten. Warum?

    Oder soll hier bloß eine anti-maskulistische Szene „simuliert“ werden?

    Interessieren würde mich noch, wie man denn (ich nehme an youtube-)Videos „nachträglich manipuliert“? Das geht nämlich technisch eigentlich gar nicht.

    PS: du kannst es für ein Aufbauschen durch Einzelne betrachten, aber Fakt ist: die Szene wächst! Und sie wächst auch nicht nur im Internet!

    • Andreas Kemper

      Es finden sich momentan nur dann „falsche“ Mitteilungen, wenn die Quellen, auf die wir uns beziehen, falsch Angaben machen. Wenn z.B. antifeministische Zeitschriften Autoren*innen auflisten oder wenn antifeministische Aktivist*innen behaupten, in Vorstandsposten zu sitzen, die sie gar nicht mehr haben. Wir gehen dem sofort nach und werden dann diese Unstimmigkeiten dokumentieren. Es ist ein erstes Verdienst von Agent*in, diese Falschinformationen zu klären.

      Arne Hoffmann hat mehrere Artikel in der Jungen Freiheit verfasst (mindestens zwei), es gab zudem Interviews mit Arne Hoffmann in der Jungen Freiheit und Hoffmann hat mehrfach positiv die Junge Freiheit verlinkt. In dem Artikel stand, dass er regelmäßig auf Publikationen der neurechten Szene (nicht nur der Jungen Freiheit) verwies, dort stand nicht, dass er regelmäßiger Autor der Jungen Freiheit gewesen sei. Es handelt sich also nicht um einen „Diskreditierungsversuch“.

      Im Fall von Beatrix von Storch war es so, dass die Junge Alternative das Ursprungsvideo aus dem Netz herausgenommen hat und ein neues, bearbeitetes Video – in dem geschickt zwei, drei Sätze zur Demo für rausgeschnitten wurden – wieder ins Netz bei Youtube reingestellt hat. Wieso soll das nicht gehen?

      Die maskulistische Szene wächst nicht – soweit ich das beurteilen kann. Es ist sehr still um sie geworden und Hoffmann buhlte gerade zu um Aufmerksamkeit .

      • schleifmatt

        ZWEI Artikel, vermutlich auch noch für Geld.. Na wow, dann ist der Autor von „Plädoyer für linke Männerpolitik“ natürlich klar ein Rechter! Nun ja ich nehme an, die Verlinkungen sind vor allem mangels anderer Quellen eingebunden worden, denn echte Anliegen von Männern werden ja nicht nur auf Arnes Eintrag von euch verschwiegen. Arne schreibt aber auch dass die letzte Verlinkung dahin eine Ewigkeit her ist… „regelmäßig“ ist da irgendwie was anderes.

        Das Video wurde also nicht verändert, sondern neu hochgeladen…das ist etwas ganz anderes und stellt insofern auch keine Manipulation des ursprünglichen Videos dar. Das gilt allerdings nur für Youtube…auf ihrem eigenen Server ginge das.

        Kann sein, dass die rechte maskulistische Szene nicht wächst, die linke maskulistische Einstellung explodiert aber gerade förmlich…oder hast du in letzter Zeit mal einen pro-feministischen Artikel in einer anerkannten Zeitung gesehen, der über die Kommentare nicht massiv kontra bekommen hätte? Ich nicht und es waren auch nicht immer die gleichen Kommentatoren und es hat auch niemand mit dem lieben Gott argumentiert…

      • Andreas Kemper

        Wir hatten ursprünglich eine Journalistin zitiert und danach den Artikel präzisiert. Nirgendswo stand allerdings, Hoffmann sei „regelmäßiger Autor“ der Jungen Freiheit, wie sie unterstellen.

        Das Video wurde nachträglich in einer Weise so geändert, dass wichtige Sätze nun fehlten und zweitens, dass man nicht feststellt, dass überhaupt etwas fehlt. Das Video wurde also manipuliert.

        Es gibt keine „linke maskulistische“ Einstellung, da „links“ für Freiheit, Gleichheit und Solidarität steht. Die vermeintlich „linke maskulistische“ Szene geht aber von einer Komplementarität der Geschlechter aus und da ist es dann nicht mehr weit her mit Freiheit , Gleichheit und Solidarität.

      • schleifmatt

        Jüdisch? Was hat denn das mit…ach so, wegen Beschneidung…ne es geht mir um Freiheit Gleichheit Gerechtigkeit und Solidarität! Den genannten Namen hab ich auch noch nie gehört.

        Und mit dem Wiki hat das natürlich peripher zu tun, denn der ach so abzulehnende maskulismus, zu dessen bekämpfung das Wiki doch ein Mittel, hat ja wohl doch berechtigte Anliegen. Diesen Umstand will die HBS doch ganz offensichtlich verdecken und du bist eben der Erfüllungsgehilfe. Da ich das für ziemlich unmoralisch halte(Heinrich Böll dürfte sich im Grabe drehen), blieb ja nur noch geld als Grund. Oder wieso sonst sollte sich jemand auf die Seite einer Gruppe schlagen, der er nicht angehört.

        PS ich kenne die Erklärungen also spars dir. Mein Verständnis wird dadurch nicht wachsen denn ich erlebe feminismus fast ausschließlich als Hass-Bewegung…lediglich ab und zu ist mal n halbwegs netter dabei, mit dem man sich etwas austauschen kann, wie hier. Von Feministinnen gibt es aber in der Regel nur kontra.

        Sagt man etwas gegen die Beschneidung an Jungen, wird man als Befürworter der Beschneidung von Mädchen hingestellt. Sagt man etwas gegen das Familienrecht, will man angeblich die Täter häuslicher Gewalt schützen und so weiter und so fort

        Ob nun links oder rechts, feministisch oder maskulistisch…sehr viele Durchschnittsmenschen empfinden das als ziemlich ungerecht.

      • Andreas Kemper

        Zitat:

        „Da ich das für ziemlich unmoralisch halte(Heinrich Böll dürfte sich im Grabe drehen), blieb ja nur noch geld als Grund. Oder wieso sonst sollte sich jemand auf die Seite einer Gruppe schlagen, der er nicht angehört.“

        Es kommt sogar noch schlimmer: Obwohl ich Weißer bin, lehne ich Rassismus ab. Und das auch ohne Geld dafür zu bekommen.
        Tatsächlich habe ich es immer schon gehasst, wenn irgendwelche Menschen mir diktieren wollen, was ein „echter“ Mann ist, wie man als Menn zu sein hat. Deshalb führte mich mein Weg Ende der 1980er Jahre in die profeministische Männerbewegung. Das ist ein persönlicher Grund, mich gegen die Maskulisten zu stellen. Und ich erlebe den Feminismus nicht als „Hass-Bewegung“. Als ich vor ein paar Jahren in Wikipedia den Artikel zu „Maskulismus“ im Sinne von Wikipedia neutraler gestalten wollte, schlug mir der geballte Hass der Maskulistenbewegung, die ich bis dahin noch gar nicht kannte, entgegen. Arne Hoffmann rief dazu auf, mein Pseudonym in Wikipedia aufzudecken, was mit Hilfe der Jungen Freiheit auch gelang. Auf diversen Maskulisten-Blogs wurden Fotos von mir veröffentlicht mit Kommentaren wie: „Dieser Typ ist weniger wert als ein Stück Scheiße.“ Seither bekämpfe ich den Maskulismus.

      • schleifmatt

        Das ist aber eine falsche Analogie, denn Feminismus ist ja nicht das Synonym für Rassismus, sondern Sexismus…ich bin auch gegen Rassismus und Sexismus und ich bin auch gegen den Feminismus, denn ich möchte zumindest meine eigene Gruppe nicht bekämpfen – nicht zuletzt weil das nicht weniger rassistisch wäre.
        Unpassend in dieser Hinsicht ist auch,
        dass du dich dann doch als Männer-bewegt darstellst (Rassist? lol).
        Geht es vielleicht doch darum, der eigenen Gruppe zu helfen, wenngleich von einer anderen Analyse ausgehend?

        Der Rest klingt nachvollziehbar, schade drum

      • Andreas Kemper

        Ich bekämpfe Männer nicht, sondern sehe die profeministische Männerbewegung auch als Emanzipationsbewegung für die Männer, ebenso ist die Schwulenbewegung, die sich parallel mit der Frauen- und Männerbewegung entwickelte, eine Emanzipationsbewegung für Männer. Der Maskulismus hingegen will Männer einengen, in dem er definiert, was Männer essentialistisch zu sein haben. Ich habe die Anfänge der zunehmend entpolitisierten Männerbewegung und entsprechend genügend Seminare und Workshop wie „Der Mann – das Schwert – sein Feuer“ etc. mitbekommen. Das sind einengende Zuschreibungen: „Der“ Mann ist so und „die“ Frau ist so. Als Mensch bin ich aber grundsätzlich auf Transzendierung angelegt, auch auf die Transzendierung geschlechtlicher Zuschreibungen.
        Im Vergleich zu den heutigen antifeministischen Maskulismus-Bewegungen waren die esoterischen Erscheinungsformen innerhalb der Männerbewegung in den 1990er Jahren noch harmlos. Ich bekämpfe weder „die Männer“ wenn ich pro-feministisch bin, noch bekämpfe ich „die Weißen“, wenn ich antirassistisch bin.

      • schleifmatt

        Eben…warum stellst du das dann bei mir als widersprüchlich oder zweifelhaft dar?
        Ich kann auch gegen Feminismus sein, ohne frauenfeindlich zu sein, doch das wird ja gern in Abrede gestellt.

        Mein weg ist im Kern gar nicht so viel anders, nur dass ich Dinge wie „Männlichkeisbild“ mittlerweile für ziemliches pillepalle – wenn nicht gar ein billiges Ablenkungsmanöver – halte. Bei mir ließ die pro-feministische Phase nach, als ich reihum meine Freunde verarmen sah, weil ihnen die Frau mit den Kindern davon gelaufen ist…je nach Situation lohnt sich das ja geradezu (Den Rest gab mir dann Gamergate)
        Abgesehen von Unterhaltsforderungen ist das eben auch dann ein toller Spass, wenn man seine Kinder aus dem 400km entfernten Wohnort der ex abholen und zurück bringen darf, wofür eigene Kinderzimmer vorzuhalten sind. Etc etc…

        Diesbezüglich hab ich also sehr viel Einseitigkeit erlebt, vor allem weil Gesetze so sind wie sie sind. Eine Freundin erzählte mir, dass sie es eine Unverschämtheit fand, dass der Vater ihres Kindes keinerlei Mitspracherecht hatte, was seinen Anteil am Sorgerecht angeht. Aber solche Dinge ziehen sich ja durch…

        Da es sich dabei um geschlechtsspezifische Benachteiligungen durch den Gesetzgeber handelt, bezeichne ich mich mittlerweile als maskulistisch auch wenn die allgemeine Definition das vielleicht nicht hergibt.

        Macht ihr die Gesetze wieder gerecht, bin ich morgen kein maskulist mehr und ihr könnt euch meinetwegen wieder um die Pillepalle drehen. Solange es aber eine feministische Bewegung gibt, die mehr von diesen Bevorzugungen (gerne auch aus festangestellten Gender-Jobs heraus) anstrebt, braucht es meiner Meinung nach ein Gegengewicht…schon den Kindern zuliebe!

      • Andreas Kemper

        Soweit ich weiß, gehen ungerechte Entscheidungen in Sorgerechtsentscheidungen eher auf Zuschreibungen zurück, die noch aus alten Zeiten stammen: Die Mutter könne sich von Natur aus besser um Kinder kümmern, während der Mann eher für öffentliche Dinge zuständig sei. Das heißt, es wird von einer Komplementarität der Geschlechter ausgegangen. Aber gerade dieses Komplementaritätsdenken ist eher auf der antifeministischen als auf der feministische Seite zu finden. Die Frauenbewegung hat doch eher gefordert, dass sich Männer mehr um Kinder kümmern – und übrigens auch um Verhütung.

    • schleifmatt

      Freiheit Gleichheit und Solidarität hören bei Männern doch schon im Kindesalter auf…
      Oder wie frei gleich und solidarisch findest du den Beschneidungsparagrafen für Jungs?

      Ihr befürwortet das rumschnippeln an kleinsten Kindern, sorry „privilegiert geborenen Jungs“ aber die Menschenfeinde sind die anderen…Heidewitzka.

      Du machst das auch nur für Geld oder?

      • Andreas Kemper

        Lehnen sie wie Sebastian Knoth auch den Feminismus als „jüdisch“ ab?

        Ich persönlich finde übrigens Beschneidung von Kindern nicht gut.

        Aber das hat nichts mit dem Wiki zu tun.

        Und nein, ich mache das nicht „für Geld“. Ich arbeite seit ca. zehn Jahren gegen den Maskulismus.

    • Karl Busch

      „als ich reihum meine Freunde verarmen sah, weil ihnen die Frau mit den Kindern davon gelaufen ist……“ schreibt der angeblich einmal „pro-feministisch“ gestimmte schleifmatt

      Allein diese Sprachfigur zeigt wo der maskulinistische Hase läuft, die Frauen „laufen ihren Männern weg“, den armen Wesen die ihnen ein Nest bauten und paternalistisch ihren „Schutz“ dem angeblich schwächeren Geschlecht angedeihen ließen. Diese Frauen haben sich gefälligst in Dankbarkeit zu biegen und nicht eigenen Gedanken zu bekommen. Frauen die „weglaufen“ sind immer Schuld, der Mann in dieser Sprachfigur nie. Komischerweise korreliert das meist nie mit der Realität notgeiler Hengste die glauben ein recht auf Seitensprünge und oder Psychoterror und häusliche Gewalt zu haben. Aber das kann Masku-Mann nicht wissen, weil er immer nur beim Grillen und Saufen die einseitigen Storys seiner „unschuldigen“ Männerkumpels hört, und nicht die der Frau. Die ist ein berechnendes Wesen, läuft weg, nur um den armen Kerl finanziell zu schädigen, weil Alleinerziehen so ein Spaß ist in dieser Gesellschaft.
      Jungs, euer Gejammer ist peinlich, dumm und Ausdruck eurer patriarchalischen Gesellschaft, die nicht akzeptieren will das Frauen eigenständige gleichberechtigte Wesen sind. Aber ihr seid auf der Verliererseite der Geschichte.

      • schleifmatt

        es ist doch scheißegal wer da Schuld hat du grosskotz (das gilt mMn auch für die letzte Antwort von Kämper, der da den Gerichten wohl latent Einseitigkeit unterstellt) …vielleicht ist es auch ein strukturelles Problem (oder gilt das nur für Frauen?), oder oder.
        All das wäre einem aber doch erstmal egal, wenn man helfen wollen würde.
        Deine Killer Analyse , also deine Denkweise lässt stattdessen durchblicken, dass man nur eine Variante finden muss, in der Männer selbst schuld sind und schon kann man jegliche Hilfe verweigern. Ekel erregend!

      • schleifmatt

        Ach übrigens maskulinismus ist nur ein Kunstwort, das Insidern zeigt, dass sich da jemand nur oberflächlich mit der Materie befasst hat (lacht)

      • Andreas Kemper

        Falsch. Maskulismus ist das sehr viel jüngere „Kunstwort“, eine Selbstzuschreibung der Maskulist*innen. Als Opferideologie ist der Maskulismus eine aktuelle Erscheinungsform des Maskulinismus.

  8. Wolf-Dieter

    Lieber Andreas Kemper,

    Sie bezeichnen die „WikiMANNia“ als „eine Art illegales Lexikon“. Ich habe die Site besucht und dort – ausgehend von „WikiMANNia nach Themen“ sporadisch mehrere Unterseiten gelesen, fand dort aber weder Hassbotschaft noch sonstwie Gesetzwidriges. Was ich vorfand, sind subjektiv vorgetragene – aber nicht unsachliche – Meinungsäußerungen gegen den Feminismus (aber auch wieder nicht gegen die Frauen an sich).

    Ein Unterschied zwischen „WikiMANNia“ und „Agent*in“ ist die Geldquelle. Nach Zeitungsberichten wird „Agent*in“ aus Subvention von Bund und Land finanziert, „WikiMANNia“ jedoch von Privatleuten. Daraus resultiert unterschiedliche Verantwortlichkeit gegenüber der Öffentlichkeit.

    Ein weiterer Unterschied ist dieser: auf „WikiMANNia“ habe ich keine „schwarze Liste“ ausmachen können wie auf „Agent*in“. Um das zu verifizieren, habe ich nach den Namen „Schwarzer“ und „Butler“ gesucht. Kein einziger Treffer wies auf eine Seite mit „Alice Schwarzer“ oder „Judith Butler“ im Titel oder auf eine Listen-Seite.

    Vielleicht erläutern Sie Ihre Aussage?

    Gruß Wolf-Dieter Busch

    • Andreas Kemper

      WikiMANNia verbreitet ohne Ende Lügen und hetzt.
      Aktuelles Beispiel: Ohne Quellenangabe wird einfach mal so behauptet: „Agent*in ist ein Wiki, das – wie sein Name schon nahelegt – von der Stasi-Agentin Anetta Kahane initiiert wurde und im März 2016 unter dem Namen „Neue Rechte“ Wiki im Rahmen einer Netz-gegen-Nazis[wp]-Kampagne online ging.“ Mit dieser Lüge beginnt der erste Satz in WikiMANNia zum Artikel „Agent*in““. Wenn Sie diesen Beitrag und auch andere nicht unsachlich finden, dann liegt das an ihrer persönlichen Auffassung von Sachlichkeit.

      Geben Sie nicht „Schwarzer“ oder „Butler“ ein, sondern „Alice Schwarzer“ und „Judith Butler“, dann finden Sie die entsprechenden Seiten.

      • Wolf-Dieter

        Lieber Andreas Kemper,

        „Aktuelles Beispiel: Ohne Quellenangabe wird einfach mal so behauptet: (…)“ – nehme ich mit Interesse zur Kenntnis. Was genau ist falsch: von wem ist Agent*in initiiert, wenn es nicht Frau Kahane war? Oder ist es falsch, dass sie Inoffizielle Mitarbeiterin des DDR-Staatssicherheitsamts sei? Der erste Anschein deutet für mich Außenstehenden nicht unmittelbar auf Lüge oder Unsachlichkeit. (Auch nicht der IM-Vorwurf. Es ist allgemein bekannt, dass Stasi immens viele IM angeworben hat.)

        Gruß Wolf-Dieter Busch

      • Andreas Kemper

        Frau Kahane hat mit dem Wiki nichts zu tun. Und Agent*in wurde auch nicht von ISIS oder von der NSA initiiert. Wenn solche wirren Behauptungen als Wahrheiten dargestellt werden, müssen sie stichhaltig belegt werden.

        Es soll bei Lügen öfter so sein, dass sie „beim ersten Anschein“ nicht als Lüge gedeutet werden können. Das gehört quasi zum Bestandteil von Lügen und zur Naivität derjenigen, die auf Lügen hereinfallen oder hereinfallen wollen.

        WikiMANNia hätte auch schreiben können: „Die Agent*in wurde vom KGB initiiert.“ Und Sie hätten dann geantwortet: „Was genau ist falsch: von wem ist Agent*in initiiert, wenn es nicht der KGB war?“ Eine selten dämliche Argumentation, finden Sie nicht?

      • Wolf-Dieter

        Nach Ihrer Darstellung keine leichtfertige oder unbedachte Behauptung, sondern eine Lüge. Die Boshaftigkeit beschreiben Sie metaphorisch mit ISIS, NSA, KGB.

        Was ist der Grund? Distanzieren Sie sich von Kahane?

      • Andreas Kemper

        Das Wiki hat wie gesagt nichts mit Frau Kahane zu tun, dennoch finde ich persönlich die Arbeit von Frau Kahane und der Amadeus-Antonio-Stiftung sehr wichtig.

        Aber eine bewusste Lüge sollte auch als eine solche Lüge dargestellt werden. Und das Wiki „WikiMANNia“ besteht wesentlich aus Lügen, Verleumdungen und Urheberrechtsverletzungen.

      • Wolf-Dieter

        Ok, sie finden Kahane also gut. Warum schreiben Sie dann nicht beispielsweise „zu viel der Ehre“?

      • Andreas Kemper

        *Gähn*

  9. Sebastian Knoth

    Ich würde mich jetzt nicht direkt als Antifeminist bezeichnen, aber ich lehne Feminismus als jüdisch ab.

    Deutsche Frauen brauchen keinen Feminismus.

  10. feroxi

    Wenn das hier aus Mitteln von Bund und Ländern bezahlt wird, ist es dann staatlich organisiert zu nennen? Hat sich der Staat dann hier gerade eine schwarze Liste geschaffen von Bürgern, die einem Teil seiner Politik (Gendermainstreaming) widersprechen? Ist das nicht bissl Erdogan?

    Und kommt jetzt nicht mit: aber die anderen machen das auch.

    • Andreas Kemper

      Erstens: Es handelt sich nicht um eine Liste. Es ist wie Lobbypedia ein Wiki, welches über Netzwerke aufklären will. Auch die Kategorisierung der Personen-Artikel in Lobbypedia hat lediglich den Zweck, über Lobby-Netzwerke aufzuklären, so wie Agent*in über antifeministische Netzwerke aufklärt.

      Zweitens: Es handelt sich erst recht nicht um eine schwarze Liste. Eine schwarze Liste wird angefertigt, um eine Gruppe von Menschen zu benachteiligen. Es werden keine Privatadressen oder diskreditierende Informationen gesammelt.

      Drittens: In der Bundesrepublik Deutschland wird viel von den Ländern und dem Bund bezahlt. Beispielsweise auch die AfD, die anscheinend schwarze Listen von Journalist*innen anfertigt. Aber nicht alle diejenigen, die Geld von den Ländern oder vom Bund oder den Kommunen erhalten, sind gleichzusetzen mit der Staatsregierung oder einem Äquivalent zu Erdogan.

      • feroxi

        Also wenn man hier namentlich genannt wird und das u.a. mit staatlichen Geldern ermöglicht wird, dann ist das nichts weiter bemerkenswertes. Ok. Und wenn dann zb auf der Seite der Birgitt Kelle auch noch Mutmaßungen stehen („Birgit Kelle scheint enge Kontakte zu den Legionären Christi zu haben[6].“) ist das auch in Ordnung. Wenn die Quelle der Mutmaßungen dann ein taz-artikel ist, der von Herrn Kemper selbst verfasst wurde, ist das auch weiterhin alles ok. Es steht natürlich absolut frei, einfach öffentlich Gerüchte im Internet über Leute zu verbreiten und wenn das ein oder andere Ministerium dafür die Kohle rüberschiebt, dann ist das auch alles noch vollkommen in Ordnung.

        Das Land hier wird immer komischer. Ich habe den Eindruck, den Leuten verrutschen hier allerorten die Maßstäbe in ihren ganzen vermeintlich gerechten Kämpfen.

        Ihr macht es hier im Prinzip nicht anders wie die rechten Recken, bei euch sieht es nur etwas netter und offener aus, aber das Prinzip ist doch Listen machen und Leute in eine Gruppe schieben, die man dann insgesamt als schmuddelig erklärt. Darum geht es. Und ich finde diese Art der politischen Auseinandersetzung immer abstoßender, von links wie von rechts (oder grün). Das macht die Demokratie kaputt. Und es ist schon Erdogan-Style.

        Wenn eure Seite anzeigen würde, da würden alle Leute gesammelt, die Erdogan für PKK-MItglieder oder Gülenisten hält, würdet ihr direkt verstehen, worum es geht und was das Problem daran ist. Aber bei euch ist das sicherlich anders, weil.

        Gleichwohl scheint eure Idee hier ja insgesamt nicht so auf den befürwortenden Widerhall gestoßen zu sein, nicht mal bei den Grünen. Wird schon Gründe haben.

      • Andreas Kemper

        Sie können die Angaben zu den Verbindungen zwischen Birgit Kelle und den Legionären Christi prüfen. Im taz-Artikel sind konkrete Angaben. Diese können problemlos ergänzt werden.

  11. Christoph Altrogge

    Der Maskulismus hingegen will Männer einengen, in dem er definiert, was Männer essentialistisch zu sein haben. Ich habe die Anfänge der zunehmend entpolitisierten Männerbewegung und entsprechend genügend Seminare und Workshop wie „Der Mann – das Schwert – sein Feuer“ etc. mitbekommen. Das sind einengende Zuschreibungen: „Der“ Mann ist so und „die“ Frau ist so.

    Das, was Sie meinen, sind meiner Einschätzung nach zwei Dinge: Zum eine die mythopoetische Männerbewegung, die sich um die zentralen Kernthemen der Männerrechtsbewegung wie zum Beispiel Scheidung, Unterhalt, Kindesobsorge, Gefahr der Verleumdung durch Frauen, etc kaum kümmert. Die machen irgendwelche Zeltlager im Wald.
    Und das Zweite „niveauvolle Sachbücher“ der Marke Warum-Frauen-super-einparken-und-Männer-zum-Defäkieren-zu-blöd-sind.

    Ich selber sehe mich zwar als einen sehr radikalen Maskulisten, kann aber beidem rein gar nichts abgewinnen.

    Herzliche Grüße aus Wien

    Christoph Altrogge

    • Andreas Kemper

      Und Ihr „radikaler Maskulismus“ geht nicht von einer Polarität der Geschlechter aus?

  12. Antiprophet

    Ich fände es sehr zu begrüßen, wenn die Gender-begeisterten Leute sich mal näher ansehen würden, wie es um die Gender-Gerechtigkeit in türkischen und arabischen Migrantenkreisen bestellt ist. Ob der „Maskulinismus“ nicht gerade dort reichlich vertreten ist? Mädchen müssen erst dem Vater gehorchen, dann werden sie verheiratet, und dann müssen sie dem Ehemann gehorchen. Und aussuchen dürfen sie sich den Ehemann auch nicht immer. Und Jungs erklären in der Schule oft genug, von Lehrerinnen ließen sie sich gar nichts sagen. Die hätten kein Recht dazu. Fragt sich, welche „kulturellen Traditionen“ da am Werke sind, und wie die Gender-begeisterten Leute sich zu dieser Art von „Kultur“ stellen. Kulturelle Traditionen gibt es schließlich auch in Deutschland. Aber warum sollen die einen gut sein und die anderen schlecht?

    • Andreas Kemper

      Schreiben Sie das doch den „Gender-begeisterten Leuten“ (z.B. Freie Welt). Liebe Grüße

  13. Doro Böhm

    Ein Problem des 60- Jahre alten Feminismus ist, dass er mütter- und damit frauenfeindlich ist, weil er innerfamiliäre Care-Arbeitsleistungen herabwürdigt ( anstatt gutes Geld für gute familiäre Arbeit zu fordern) und nur die Außerhaus-Tätigkeiten für „geldwert“ erklärt.
    Diese Sichtweise stempelt alle in Vollzeitarbeit selbsterziehenden Mütter (und Väter) zu Faulenzern und Schmarotzer ab.
    Damit beteiligt sich der Fossilfeminismus an der Elternausbeutung, verursacht Familienarmut, Kinderarmut (sogar in doppeltem Sinne) und ist nicht nur Frauen – sondern auch kinderfeindlich.
    Unter diesem Aspekt finde ich wenig Gründe, dieser Variante Feminismus heute noch anzuhängen, und ich plädiere für eine moderne humanistische und mütter–inkludierende Form des Feminismus und der Gleichberechtigung.
    ( Vollständige „Gleichstellung“ von Frauen und Männern wäre sicher das Gerechteste und insofern wünschenswert, aber sie ist so lange unmöglich, bis Männer endlich eine 50%-Quote von Schwangerschaft, Gebären und Stillen übernehmen).

    • Andreas Kemper

      Sind Sie die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Frau2000plus der „Feministin“ *hust* Birgit Kelle? Oder handelt es sich nur um eine Namensgleichheit?

  14. futuretwin

    Frau Böhm, Sie zeichnen hier das Bild eines „Fossilfeminismus'“, was vermutlich durch das Ineinssetzen differenzfeministischer und Strömungen des sozialen Feminismus, der zweiten mit der dritten Welle, etc. gelingen soll.
    Welche Feministinnen es allerdings sein sollen, die Care-Arbeit herabwürdigen ist mir schleierhaft. Wer würdigt Mütter zu Schmarotzern herab?
    Wie sieht denn überhaupt Ihre Strategie aus? In der Huldigung eines Mutterschaftsideals?

  15. futuretwin

    Ich brainstorme jetzt mal zur Würdigung von CARE-Arbeit bzw. Reproduktion. Diese zerfällt in Kinderbetreuung und den ganzen Rest (Putzen, Kochen, etc.) Die „Erfüllung“ die man (bzw. in diesem Fall frau) dadurch erfährt, ist doch zum großen Teil dem „Kinderteil“ zuzuschreiben. Der Teil, den die Maskulinisten (siehe oben) zum Beispiel auch für sich einfordern, sie scheinen sich ja zu einem nicht unerheblichen Teil aus Geschiedenen zu rekrutieren, die sich nicht nur von ihren Exfrauen, sondern auch dem System schlecht behandelt sehen. Aufs Putzen könnten die vermutlich getrost verzichten. Negatives und positives also, allenthalben, auch was die Lohnarbeit angeht. Daher weiß ich wirklich nicht, was dagegen spricht, danach zu streben, alles aufzuteilen, zumindest, soweit das eben geht. Gleiche Bezahlung, mehr Teilzeit für Männer, vielleicht sogar ein Bedingungsloses Grundeinkommen, das wären die Themen, für die ich in dem Zusammenhang plädiere.

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