Benno Ohnesorgs Erschießung soll nicht verurteilt werden

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Der SPIEGEL berichtet in seiner heutigen Ausgabe von Filmaufnahmen und Fotos, die eindeutig zeigen würden, dass der Polizeibeamte Kurras  in Anwesenheit des Einsatzleiters und ohne zwingenden Grund aus nächster Nähe Benno Ohnesorg in den Kopf schoss. Es seien vor der Verhandlung gegen Kurras zahlreiche Dokumente gefälscht worden. Kurras wurde 1971 freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft teilte heute mit, dass ihr die Dokumente, die heute vom SPIEGEL vorgelegt wurden, bereits im 2011 abgeschlossenen Ermittlungsverfahren bekannt gewesen seien und der Fall daher nicht neu aufgenommen werden würde.

Während es für die Wiederaufnahme des mutmaßlichen Mordfalls angeblich zu spät sei, weil viele Zeug_innen verstorben seien oder aufgrund ihres Alters nicht mehr vernehmungsfähig seien, scheinen diese Kriterien für den anhängigen Prozess wegen Landesverrates aufgrund seiner Stasi-Mitgliedschaft nicht zu gelten.

Merkwürdig muss hier auch anmuten, dass die Berliner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Erich Mielke wegen eines Doppelmordes von 1931 nicht zu den Akten legte. Die Tat lag zum Gerichtsentscheid 1993 bereits 62 Jahre zurück und hatte immerhin die Hürde von vier verschiedenen Rechtssystemen zu überbrücken. Kurras Tat ist 45 Jahre her und wurde in der Bundesrepublik verübt.

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