Beatrix von Storchs monarchistische Familie

· Allgemein

Dass Beatrix von Storch (AfD), geborene Beatrix von Oldenburg, so extrem familialistisch auftritt, mag auch an ihrer Familie liegen. Schließlich scheint ihre unmittelbare Verwandtschaft bestrebt zu sein, sich für eine eventuell kommende Restauration schon mal in die Poleposition zu bringen.

Österreich-Ungarn

Da ist zunächst Eilika von Oldenburg. Eilika, Jahrgang 1972, ging mit ihrer Cousine Beatrix von Oldenburg, Jahrgang 1971, in die selbe Grundschule in Kirsdorf und später auch zum selben Gymnasisum in Kaltenkirchen. Die Väter von Beatrix und Eilika von Oldenburg sind Zwillinge. Während Beatrix von Storch nur einen schnöden „von Storch“ heiratete, machte Eilika eine bessere Partie. Sie heiratete den potentiellen Thronfolger von Österreich-Ungarn, Georg Habsburg.

Beatrix von Storch bleibt nur in ihrem Magazin „Freie Welt“ Interviews mit seiner könglichen Hoheit kund zu tun. Dort lobt Georg Habsburg den ungarischen Ministerpräsidenten Orban (FIDESZ) als „überzeugten Patrioten“.

In Österreich wurde nach und nach das aus den negativen Erfahrungen mit dem Adel stammende Aristokraten-Gesetz gelockert. Der nächste Schritt besteht darin, die Adelstitel wieder einzführen. Der übernächste, den Adel wieder zu inthronisieren, vielleicht zunächst im Balkan?

Deutsches Reich

In die Thronfolgerlinie zum potentiellen deutschen Kaiser wurde schon eine Generation vorher hineingeheiratet. Durch die Vermählung ihres Onkels Friedrich August von Oldenburg mit Marie Cecelia von Preußen hat Beatrix von Storch einen Cousin zweiten Grades, Philip von Preußen, der als Nachfahre von Wilhelm II. unter zwei Bedingungen wieder Kaiser vom Deutschen Reich werden könnte. Zunächst wäre da die unschöne Sache zu klären, dass es da eine Bürgerliche in der Traditionslinie gibt. Und es müsste das Deutsche Kaiserreich und die Monarchie wieder eingeführt werden. An letzteres arbeitet Philip von Preußen. So warf er in einem Interview mit dem Magazin „Christ & Welt“ die Idee in den Raum, bürgerliche Präsidenten doch bitte durch Monarchen zu ersetzen. Mit Philip von Preußen arbeitet Beatrix von Storch im Rahmen von „Märschen für das Leben“ zusammen. Beim letzten Anti-Abtreibungs-Marsch trat sie in einem Vorprogramm mit Philip von Preußen auf, der in Ermangelung der Anerkennung seiner Kasierwürde als Pastor arbeitet.

Frankreich

In Frankreich lief es für die Oldenburgs nicht ganz so gut. Tatjana von Oldenburg, die jüngere Schwester von Eilika, stand tatsächlich kurz vor der Vermählung mit dem Dauphin Jean Charles Pierre Marie d’Orléans. Die FAZ berichtete im Juni 2001, dass die Heirat nicht stattfinden könne, weil Herzogin Tatjana evangelisch sei. Dies könne den Thronanspruch von Prinz Jean gefährden. Tja. Mann und Frau sind eben doch nicht komplementär – wenn die Religion nicht passt. Und in der Religion muss man homo sein, um die Homogamie im Adel herzustellen.

Hätte Tatjana nicht kurzfristig konvertieren können? Wie ihr Cousin Paul von Oldenburg? Dieser arbeitet nun wie seine Cousine Beatrix von Storch in Brüssel. Während Beatrix von Storch die Geschlechterpolitik der drittgrößten europäischen Fraktion im EU-Parlament, ECR, koordiniert, kümmert sich Paul von Oldenburg um die Neuevangelisierung Europas im Namen des ultrakatholischen Netzwerkes der Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum. Die TFP kämpft im Namen der Ungleichheit („Wer Ungleichheit hasst, hasst Gott“) für die katholische Hierarchie. Im Mittelalter sei die Welt noch in Ordnung gewesen, heißt es auf der Website von TFP Deutschland. Aber heute? Überall dieser Egalitarismus: „Gleichheit in der Musik und im Liedgut: Dasselbe Geheul, dasselbe Getrommel, dieselbe Kakophonie und dieselben Dissonanzen bringen Amerikaner, Italiener, Malaysier, Japaner und Afrikaner durcheinander.“ Durcheinander und ein wenig verdreht scheint die TFP tatsächlich zu sein. So strebe der Egalitarismus, das Gleichheitsdenken, „die Unterdrückung der Klassen an, vor allem derer, die erblich weitergegeben werden, und die Beseitigung jeden aristokratischen Einflusses auf die Führung, Kultur und Sitten der Gesellschaft. Sogar der naturgegebene Vorrang der geistigen über die körperliche Arbeit wird beseitigt.“ Dieser Gleichheitswahn führe dazu, dass heute sogar schon Monarchien verdammt würden: „Folglich sind Monarchie und Aristokratie als wesenhaft böse Regime zu verdammen, weil sie anti-egalitär sind. Nur die „Demokratie“ sei legitim“ klagt TFP. Auch darüber, dass es keine „Untertanen“ mehr gebe, klagt die TFP allen Ernstes. Autorität sei gottgegeben: „Daher verleiht die Akzidens „Vaterschaft“ Eltern das Recht auf den Gehorsam ihrer Kinder und auf den Respekt der Gesellschaft. Ebenso haben Regierungsbeamte (ganz gleich, in welcher Regierungsform, ob Monarchie, Aristokratie oder Demokratie) sowie Lehrer, Arbeitgeber und all jene, die eine gesetzlich begründete Autorität besitzen, Anteil an der göttlichen Autorität und sind daher berechtigt, Gehorsam einzufordern und entsprechend ihrem Stande geehrt zu werden.“ Mit einer frappierenden Logik schlussfolgert die TFP: „Daher ist es für Menschen mit einem höheren gesellschaftlichen Rang normal, die wichtigeren Themen anzugehen, auf die sie besser eingestellt sind, für jene in den niederen Ständen hingegen, sich mit Dingen zu beschäftigen, die ihnen näher stehen. Nicht jeder kann ein Adliger sein, denn wer würde sonst die Felder bestellen?“ Die TFP will sozial zurück ins Mittelalter: „Die mittelalterliche christliche Zivilisation, welche die von Gott gewollten Ungleichheiten respektierte, schuf eine hierarchische Gesellschaft mit graduellen und proportionalen Ungleichheiten, wodurch sie die Mobilität und den Aufstieg zu sozialem Fortschritt erleichterte. Die moderne Zivilisation verwirft, insofern als sie das Ideal der völligen Gleichheit propagiert, die Verbesserung der Individuen, weil sie diese gleich macht.“ Ich verlinke diese Seite nicht. Einfach „Tradition Familie Privateigentum“ Deutschland googeln.

Beatrix von Storch (AfD) und Paul von Oldenburg (TFP) tauschen sich übrigens – obwohl sie sich beide bequem auf einen Tee in Brüssel treffen könnten – öffentlich einssehbar in Facebook aus.

5 Kommentare

Comments RSS
  1. Wednesday

    Ich möcht‘ gar nicht wissen, wie viele Leute sich ein Monarchenpärchen als Staatsoberhäuptchen wünschen. Wegen Glanz und Pomp oder so. Vielleicht auch nur, damit Herrschaft endlich wieder deutlich sichtbar wird…

    • Karl von Kummerow

      ey Leute, habt Ihr keinen Kalender. Und wenn schon: Wo ist der 4. Kommentar?

  2. Milan Deroses

    Was bitte soll denn mit „Poolposition“ gemeint sein? Möchte Beatrix von Storch sich einen Platz in der Wanne sichern oder wie habe ich das zu verstehen?

    • Andreas Kemper

      Danke für den Hinweis. Es muss natürlich Poleposition heißen. 😉

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