Das Kultusministerium kann Höcke zu „Ladig“ befragen

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Gestern erschien in der FAZ der Artikel „Vom schwierigen Umgang mit dem Beamten Höcke“. Es wurde berichtet, dass verschiedene gesellschaftliche Gruppen, unter anderem das Hessische Kultusministerium, eine potentielle Rückkehr Höckes in den Lehrerberuf verhindern wollen. Höcke ist verbeamteter Geschichtslehrer in Hessen und zur Zeit beurlaubt. Seit der Beurlaubung, seit Höcke AfD-Fraktionsvorsitzender im Thüringen Landesparlament ist, gilt für ihn das Mäßigungsgebot nicht mehr. Daher sei es schwierig, so der Artikel, zu verhindern, dass Höcke wieder Lehrer werden könne: „Diese Möglichkeit wollen nicht nur die Schülervertreter ausschließen, sondern so ziemlich alle, die in Wiesbaden Verantwortung tragen. Sie wissen nur nicht, wie.“

Wenn es schwierig ist, ihn wegen aktueller Äußerungen vom Unterrichten auszuschließen, dann müsste es möglich sein, ihn wegen potentieller Äußerungen aus den Jahren 2011/2012, als es die AfD noch nicht gab, als er noch Lehrer war, zu befragen. Es gibt eine Indizienkette, die darauf hinweist, dass Höcke unter dem Pseudonym „Landolf Ladig“ Neonazi-Texte schrieb. „Ladig“ schrieb 2011, dass Deutschland von fremden Mächten aufgrund des Neides auf den Fleiß der Deutschen zweimal – Erster und Zweiter Weltkrieg – überfallen wurde. Beim Zweiten Weltkrieg käme noch hinzu, dass verhindert werden sollte, dass die erfolgreiche NS-Wirtschaftspolitik sich auf andere Länder ausdehne. Die Begeisterung für die NS-Wirtschaftspolitik sei in der „Identitären Systemopposition“ noch vorhanden. Und wenn demnächst die Revolution los ginge, dann müsse sich die „Identitäre Systemopposition“ an die Spitze dieser Revolution setzen, um die NS-Wirtschaftspolitik auf rassenbiologischer Grundlage wieder einzuführen. Es kann als bewiesen gesehen werden, dass Höcke etwas mit diesem „Ladig“ zu tun hat. Die Indizienkette ist derart dicht, dass die einzig plausible Erklärung dieser Indizien in einer Identität von Höcke und „Ladig“ besteht. Ob die Indizien bereits eine Beweiskraft haben, vermag ich nicht zu beurteilen. Einhundertprozentige Beweise gibt es nicht: Auch Zeugenaussagen, Geständnisse, unterschriebene Schriftstücke können fingiert sein. Die Indizienkette ist jedenfalls so dicht, dass es sich nicht um wilde Spekulationen handelt, sondern um einen Befund an erklärungsrelevanten Überzufälligkeiten, die Höcke erklären müsste. Denn als verbeamteter Geschichtslehrer hat er sich nicht nur gemäßigt zu äußern, er darf natürlich auch nicht arglistig seinen Dienstherren hintergehen, und unter Pseudonym Neonazi-Texte schreiben.

Höcke weigert sich bislang, die Überzufälligkeiten aufzuklären. Gegenüber der Presse äußerte er „Die Zeit der Rechtfertigung“ sei „vorbei“. Das Kultusministerium hingegen könnte Höcke vorladen und zu „Ladig“ befragen.

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