Höcke will erneut in Buchenwald provozieren

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Höcke will wieder in Buchenwald provozieren.

Vor zwei Jahren wollte der AfD-Landeschef von Thüringen, Björn Höcke, in der Tradition der NPD am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27.01.2015) einen Kranz für „alle Opfer“ in Buchenwald niederlegen – also auch für die NS-Täter, die nach 1945 in Buchenwald inhaftiert waren. Nachdem Volkhard Knigge, der Vorsitzende der Gedenkstätte Buchenwald, dies untersagte, sprach der Geschichtslehrer vom „ungebührlichen Verhalten des Hysterikers“ Volkhard Knigge“.

Die Landtagsabgeordneten Thüringens sind zum Gedenktag in Buchenwald eingeladen. In diesem Jahr wurde jedoch Björn Höcke aufgrund seiner Rede in Dresden („dämliche Bewältigungspolitik“) allerdings zur „unerwünschten Person“ erklärt. Höcke kündigte an, dass ihn das nicht interessiere, er werde am 27.04. um 14 Uhr mit seinen Kollegen von der AfD seiner „Trauer um die Ermordung der deutschen und europäischen Juden Ausdruck verleihen.“

Die Pressemitteilung liest sich so, als würde er trotz expliziter Ausladung nach Buchenwald fahren wollen. Ein genaues Lesen zeigt allerdings, dass sich Höcke eine Hintertür offen gelassen hat. Er schreibt nur, dass er sich das Trauern nicht verbieten lassen will. Das allerdings will ihm auch niemand verbieten. So oder so handelt es sich um eine unerträgliche Provokation.

Bertrand Herz, der als Jugendlicher in Buchenwald aufgrund seiner jüdischen Herkunft Zwangsarbeit verrichten musste und heute Ehrenpräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos ist, teilte mit: „Die Überlebenden der Nazibarbarei und die Angehörigen der Ermordeten können nicht zulassen, dass die Bedeutung des Holocaust relativiert und das Andenken an die Opfer herabgewürdigt wird. Wir wehren uns gegen das Erscheinen von Verharmlosern beim Gedenken an der Stätte unseres Martyriums.“

2 Kommentare

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  1. lotharbirkner

    Das alte Spiel in der AFD Hoecke spielt den Rechtsaussen provozierend und mobilisiert die Nazis und irgendwann wird sich der BV distanzieren um konservative Waehler nicht zu sehr zu verschrecken

  2. Günther Koller

    Diesmal reagieren die Parteioberen auffallend wenig entschieden, während sie getrennt marschieren.
    Namentlich bei Frau Petry, die zusammen mit ihrem Gatten in erster Linie den Part der Distanzierung übernommen hat, muss man erfahrungsgemäß mit einer gespaltenen Zunge rechnen, und der Verteidiger Höckes, Herr Gauland, möchte wie gewohnt seine angestammte Halbherzigkeit als Gelassenheit unters Volk bringen. So gesehen zwar doch wieder „das alte Spiel“, vor dessen Hintergrund sich nun aber immer dringlicher die Frage stellt und womöglich bald entschieden werden muss, ob angesichts der immer heftigeren, radikalen Flügelschläge ein Zurück zu mäßigerer Gangart für die Partei noch möglich ist,

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