Andreas Kemper

Recherche zu antidemokratischen Netzwerken, autoritären Ideologien und neoliberalen Machtstrukturen.
Frühanalysen zur AfD, zu Rechts“libertarismus“, Antifeminismus und elitären Gegenbewegungen.

AfD & faschistische Ideologien

Strukturanalysen zu Programmatik, Akteursnetzwerken und ideologischer Entwicklung.

Klassismus & Klassengesellschaft

Untersuchung sozialer Ausschlussmechanismen, Bildungsbenachteiligung und Klassenideologie.

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Recherchen zum sog. Rechtslibertarismus sowie zu antidemokratischen Privatstadtprojekten.

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  • Der Begriff „virtualiter“

    Vorlage Virtu

    Der Begriff „virtualiter“

    Mit dem Begriff virtualiter ist etwas bezeichnet, welches „der Kraft nach“ oder „als Möglichkeit“[1] vorhanden ist. Obschon der Begriff „virtuell“ in den letzten Jahrzehnten häufiger benutzt wurde als je zuvor, ist der verwandte Begriff „virtualiter“ aus dem Sprachschatz fast vollständig verschwunden.

    Begriffsgeschichte

    Die Scholastik

    In der mittelalterlichen Scholastik und dort vor allem in der Metaphysik wurde der Begriff „virtualiter“ dem Begriff „formaliter“ gegenübergestellt. Der Begriff „Form“ hat in den letzten Jahrhunderten eine Abwertung erlebt. In der vom Platonismus geprägten Scholastik kamen den Formen und Ideen die höchsten Werte zu. Sie waren Gott näher. Im Artikel „Virtualität – Materialität“ bin ich genauer auf die Formenlehre eingegangen. Mit dem Beispiel des Weines und der Weintrauben wurde deutlich gemacht, wie „virtualiter“ im Spätmittelalter verwandt wurde. Nach Aegidius enthält jede höhere Form virtualiter alle niedrigeren Formen in sich[2]. Im Wein (höhere Form) sind virtualiter Trauben (niedere Form) enthalten.

    Im Wein sind virtualiter Weintrauben
    public domain

    In der spanischen bzw. tridentischen Scholastik wurde das Begriffspaar „formaliter – virtualiter“ aufgenommen, um die unterschiedliche Offenbarung zu kennzeichnen, die sich im Glauben und in der Theologie findet. Im Glauben zeige sich die Offenbarung „formaliter“, was auch mit „explizit“ übersetzt wurde. Die Theologie sei hingegen zuständig für die „mittelbare“ und „implizitite“ Offenbarung, also zeige sich hier die Offenbarung virtualiter. Der Glaube sei also höher zu werten als die Theologie. [3]

    Frühe Neuzeit

    In der Frühen Neuzeit erfuhr der Begriff virtualiter eine Bedeutungsverschiebung. Er fand nun auch in der Politik eine Anwendung, wie das Universallexikon Zedlers von 1746 zeigt. Hier wird zwar zunächst auf die Metaphysik der Scholastik eingegangen. Verständlicher scheint dann aber ein Beispiel aus der Staatspolitik.

    „Virtualiter, der Krafft nach, durch eine richtige Folge, ist ein metapysisches Kunstwort, und wird in der Metaphysik der Scholastiker dem Worte fomaliter entgegengesetzt. Es hat die Bedeutung, dass etwas von dem andern in Ansehung der Existenz und des Wesens nicht würcklich, sondern nur der Krafft nach gesaget wird, z.B. der König ist allenthalben seines Landes, nicht fomaliter, als wäre er wirklich an allen Orten, sondern virtualiter, weil er überall seine Bedienten hat, die statt seiner da sind.“ [4]

    Ohne den Begriff „virtualiter“ explizit zu benutzen, war diese Bedeutung – nämlich durch Stellvertreter zu herrschen – das Kernproblem Étienne de la Boeties, welches in seiner Schrift „Über die freiwillige Knechtschaft“ diskutiert wird. Ein Einzelner kann eventuell durch Körperkraft über vier oder fünf Menschen herrschen. Niemals aber könne er direkt über viele Menschen Herrschaft ausüben, wäre es nicht eine Herrschaft über Stellvertreter. „Über die freiwillige Knechtschaft“ gilt als erstes anarchistische Werk in Europa. Zugleich soll es auch von de la Boetie als Antwort auf Machiaviellis „Il Principe“ gelten, der mit dem Begriff virtù
    ebenfalls Macht- und Herrschaftsverhältnisse beschrieb. Auf den Begriff „Virtù“ werde ich gesondert an späterer Stelle eingehen.

    Idealismus

    Auch in der Philosophie des deutschen Idealismus konnte sich noch der Begriff „virtualiter“ herüberretten. Kant benutzte den Begriff in seiner „Kritik der Urteilskraft„. Hier scheint der Begriff im Sinn von „latent“ benutzt zu werden in dem Sinne, dass schon alles vorhanden gewesen sei, nur eben latent und noch nicht ausgeprägt [5]. Schopenhauer griff in seiner Philosophie, die er in „Die Welt als Wille und Vorstellung“ darlegte, die alte Bedeutung von „virtualiter“ wieder auf. Aber es kommt zu einer Umwertung. Während in der Scholastik der Wein eine höhere Form hatte als die Traube, bringt Schopenhauer den Begriff „virtualiter“ mit dem modernen Begriff „Energie“ in einem Zusammenhang. Virtualiter ist die Traube noch immer im Wein. Aber die Traube ist die eigentliche Energie und Energie ist nun das, was zählt und nicht mehr die Form.

    „Nun aber können die Begriffe, welche die Vernunft gebildet und das Gedächtniß aufbehalten hat, nie alle zugleich dem Bewußtsein gegenwärtig seyn, vielmehr nur eine sehr kleine Anzahl derselben zur Zeit. Hingegen die Energie, mit welcher die anschauliche Gegenwart, in der eigentlich immer das Wesentliche aller Dinge überhaupt virtualiter enthalten und repräsentirt ist, aufgefaßt wird, erfüllt, mit ihrer ganzen Macht, das Bewußtseyn in Einem Moment. Hierauf beruht das unendliche Ueberwiegen des Genies über die Gelehrsamkeit: sie verhalten sich zu einander wie der Text des alten Klassikers zu seinem Kommentar.“[6]

    Auch Hegel sprach noch vom Begriff „virtualiter“. So zum Beispiel im Kapitel „Die fühlende Seele“ in der Philosophie des Geistes. Dem Begriff kommt eine zentrale Bedeutung zu. Die Idealität ist eine Negation des Reellen, bewahrt das Reelle jedoch auf und somit ist in der Idealität das Reelle virtualiter enthalten.

    Nirgend so sehr als bei der Seele und noch mehr beim Geiste ist es die Bestimmung der Idealität, die für das Verständnis am wesentlichsten festzuhalten ist, daß die Idealität Negation des Reellen, dieses aber zugleich aufbewahrt, virtualiter erhalten ist, ob es gleich nicht existiert. Es ist die Bestimmung, die wir wohl in Ansehung der Vorstellungen, des Gedächtnisses vor uns haben. Jedes Individuum ist ein unendlicher Reichtum von Empfindungsbestimmungen, Vorstellungen, Kenntnissen, Gedanken usf.; aber ich bin darum doch ein ganz Einfaches, – ein bestimmungsloser Schacht, in welchem alles dieses aufbewahrt ist, ohne zu existieren.

    Marxismus

    Karl Marx war einer der letzten Theoretiker, der noch den Begriff „virtualiter“ verwandte. Im zweiten Band von „Das Kapital“, im Kapitel „Das zusätzliche konstante Kapital“ heißt es:

    Der Arbeiter erhält ihnen nicht nur durch seine Arbeit ihr konstantes Kapital; er ersetzt ihnen nicht nur den variablen Kapitalwert durch einen entsprechenden neugeschaffnen Wertteil in Form von Ware; durch seine Mehrarbeit liefert er ihnen außerdem einen in Form von Mehrprodukt existierenden Mehrwert. Durch den sukzessiven Verkauf dieses Mehrprodukts bilden sie den Schatz, zuschüssiges potentielles Geldkapital. Im hier betrachteten Fall besteht dies Mehrprodukt von vornherein aus Produktionsmitteln von Produktionsmitteln. Erst in der Hand von B, B‘, B“ etc. (I) fungiert dies Mehrprodukt als zuschüssiges konstantes Kapital; aber es ist dies virtualiter schon, bevor es verkauft wird, schon in der Hand der Schatzbildner A, A‘, A“ (I). Wenn wir bloß den Wertumfang der Reproduktion seitens I betrachten, so befinden wir uns noch innerhalb der Grenzen der einfachen Reproduktion, denn kein zusätzliches Kapital ist in Bewegung gesetzt worden, um dies virtualiter zuschüssige konstante Kapital (das Mehrprodukt) zu schaffen, auch keine größre Mehrarbeit, als die auf Grundlage der einfachen Reproduktion verausgabte. Der Unterschied liegt hier nur in der Form der angewandten Mehrarbeit, der konkreten Natur ihrer besondren nützlichen Weise.[7]

    Jahrhundertwende

    Um die Jahrhundertwende wurde der Begriff „virtualiter“ bereits nicht mehr gebraucht. In Lexika aus der Zeit wurde auf „realiter“ verwiesen. „Realiter“ heißt nach dem Duden „in Wirklichkeit“[8]. Nach Kirchner ist „realiter“ ein neulateinischer Begriff und bedeutet: „wirklich, in der Tat; Gegensatz dazu ist ideell (geistig) und potentialiter (der Möglichkeit nach).“[9]

    Schauen wir in ein philosophisches Wöterbuch von 1904[10], so finden sich diverse Virtualitätsbegriffe:

    • Virtual (virtus, Kraft, Vermögen) oder virtuell: der Kraft, dem Vermögen nach, potentiell (s. d.). Nach R. Avenarius ist das „Virtual“ ein Bestandteil jedes Individuellen „Actionscomplexes“.
    • Virtualismus (virtus, Kraft) ist das System von Bouterwerk, nach welchem wir nur die Dinge außer uns in der „Virtualität“ als Kräfte (s. d.) erfassen. „Kraft in uns oder außer uns ist relative Realtiät. Widerstand ist entgegengesetzte, also auch relative Realität. Beide vereinigt sind Virtualität. Durch Virtualität sind wir.“ „Die absolute Realität ist nichts anderes als eben diese Virtualität, die in unsist, wie wir in ihr sind. Sie ist das Absolute, das durch sich selbst ist“ (Apodikt. II, 68 ff.). „Das individuelle Leben im ganzen Umfange seiner Functionen ist eine Virtualität, das heißt, eine Einheit von subjectiven und objectiven Kräften“ (Lehrb. d. philos. Wissensch. I, 53 ff.)
    • Virtualität s. Virtualismus
    • Virtualiter = realiter (s. d.)
    • Virtuell s. Potentiell, Energie.

    Der Begriff „virtualiter“ war nicht mehr gebräuchlich, die Begriffe „virtuell“ oder „Virtualität“ waren noch nicht gebräuchlich.

    * der Text wird fortgesetzt und präzisiert *

  • Oberschicht : Unterschicht = Overachievement : Underachievement

    Es gibt in Deutschland zahlreiche Studien die eine Bildungsbenachteiligung aufgrund der Sozialen Herkunft nachweisen. Am bekanntesten sind die PISA-Studien. Viele dieser Untersuchungen bestätigen einfach nur, dass der Bildungserfolg mit der Sozialen Herkunft zusammenhängt. Inzwischen können wir zusätzlich auf Forschungen zurückgreifen, die uns genauer sagen, wo die Ursachen für die Bildungsbenachteiligung liegen.

    Natürlich wird jede dieser Studien von konservativen Gruppierungen angezweifelt. Aber selbst wenn sie sich zu einer Anerkennung der Forschungsergebnisse durchringen, werden diese in einer Weise interpretiert, die eine Kritik an klassendiskriminierenden Zuständen abzuwehren versucht.

    „Benachteiligung“ als verharmlosender Begriff
    Zu diesen Abwehrkämpfen gehört eine sehr weite Interpretation des Begriffs „Benachteiligung“. Als wir vor einigen Jahren in Münster das erste autonome Referat für studierende Arbeiterkinder einrichten wollten, und mit 50 anwesenden studierenden Arbeiterkindern dieses eindrücklich einforderten, wurde es uns zugestanden unter dem Titel „Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende“. Es war ein politischer Kompromiss. Während wir „Benachteiligung“ als unzulässige Diskriminierung durch das Bildungssystem verstanden, interpretierten eher konservative Gruppierungen Benachteiligung in einer Weise, die als ein persönlicher Makel oder als ein Makel der Herkunftsfamilie bestenfalls Mitleid hervorrufen könnte.
    Ähnlich verhielt es sich mit dem Artikel „Bildungsbenachteiligung in Deutschland“ in Wikipedia. Während der Prozedur, in der dieser Artikel als „lesenswert“ gekennzeichnet wurde, lief ein Löschantrag, weil „Bildungsbenachteiligung“ kein enzyklopädischer, sondern ein wertender Begriff sei. Auch hier kam ein Kompromiss zustande, in dem Benachteiligung nicht als Diskriminierung gewertet wurde.
    Mit dem Begriff der Benachteiligung können also diejenigen, die keine Kritik am Bildungssystem haben, gut leben. Ihre Argumentation: Man könne zwar statistisch eine Verteilung feststellen, die für Arbeiterkinder ungünstig ist. Aber
    1) angeblich stehen die Eltern dem Schulerfolg ihrer Kinder im Weg
    2) angeblich sind Arbeiterkinder nunmal aufgrund ihrer mangelnden Intelligenz auf der Hauptschule
    3) und wenn die beiden Argumente entkräftet sind, dann muss es wohl in der Persönlichkeit der Nicht-Akademikerkinder begründet liegen, dass sie keinen Bildungserfolg erzielen: sie sind dann angeblich zu undiszipliniert, zu uninteressiert.

    Benachteiligung als aktive und strukturelle Diskriminierung

    Tatsächlich zeigen aber einige der neueren Studien, dass nicht nur eine Statistische Diskriminierung vorliegt. Sie können sehr genau benennen, dass und in welcher Form eine nicht akzeptable Diskriminierung stattfindet.

    1) So zeigten Schulforschungsstudien wie die Hamburger LAU-Studie und die IGLU-Studien aus Dortmund, dass Eltern aus unteren Schichten sich an den Empfehlungen der LehrerInnen halten. Wenn die Lehrer die Kinder fürs Gymnasium empfehlen, stimmen sie in der Regel genauso zu, wie bei der Empfehlung für die Hauptschule. Es sind die Eltern aus den höheren Dienstklassen, die den Lehrerempfehlungen immer dann widersprechen, wenn diese nicht das Gymnasium empfehlen. Die weiter unten aufgeführte neue Studie vom WZB zeigt, dass auf Gymnasien vor allem Akademikerkinder oftmals überfordert sind (Overachievement). Es sind in erster Linie AkademikerInnen, die für ihre Kinder die falsche Schulform auswählen.
    2) Die selben Studien (LAU, IGLU) unterstreichen, dass LehrerInnen SchülerInnen aus „unteren“ Schichten auch dann seltener fürs Gymnasium empfehlen, wenn diese SchülerInnen intelligenter und belesener sind als ihre MitschülerInnen aus akademischen Elternhaus. Sie müssen bessere Noten erbringen als ihre MitschülerInnena aus reicheren Familien, wenn sie eine Gymnasialempfehlung erhalten wollen.
    3) Bleibt also noch die Persönlichkeit. Vielleicht sind ja die Kinder aus nicht-akademischen Elternhäusern tatsächlich so intelligent wie die aus akademischen Elternhäusern. Aber, so argumentieren die Befürworter des dreigliedrigen Schulsystems, sind sie auch diszipliniert genug und sind sie neugierig genug? Ja, sagen Johannes Uhlig, Heike Solga und Jürgen Schupp, die die schulische Unterforderung (Underachievement) im Zusammenhang mit Sozialer Herkunft und Persönlichkeitsmerkmale untersuchten.

    Welche Rolle spielen Underachievement und Persönlichkeitsstruktur für die Bildungsdiskriminierung?
    Uhlig, Solga, Schupp konnten in ihrer Studie „Ungleiche Bildungschancen: Welche Rolle spielen Underachievement und Persönlichkeitsstruktur?“ vom April 2009 zeigen,

    „dass Kinder aus Familien, in denen kein Elternteil über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügt, ein höheres Risiko eines Underachievement haben. Beim Zugang zu adäquater schulischer Bildung in Deutschland finden sich damit bedeutende soziale Ungleichheiten – und dies auch dann, wenn Kinder unterschiedlicher Herkunft vergleichbare Niveaus hinsichtlich ihrer kognitiven Lernpotenziale besitzen.“(ebd. 27)

    Dies widerspreche der Forderung von Chancengleichheit – ein altbekanntes Ergebnis, welches keinerlei Effekte auf die Bildungspolitik hat. Spannender ist ihr Nachweis, dass Persönlichkeitsmerkmale wie Fleiß, Offenheit, Kooperation bei den Nicht-Akademikerkindern unter den „Underachievern“ keine Auswirkungen auf die Frage haben, zu welcher Schulform sie zugelassen wurden:

    „Es sind daher eher sekundäre Herkunftseffekte, die zu einem Underachievement führen. Vor allem die Entscheidungen von Lehrer/innen und Eltern und weniger die Leistungs- bzw. Notenunterschiede zwischen Kindern unterschiedlicher Schichtzugehörigkeit legen nach der Grundschule ihren weiteren Bildungsweg fest.“(ebd. 26)

    Sie schränken hiermit auch Bourdieus Habitus-Theorie ein, derzufolge SchülerInnen aufgrund ihres „falschen Habitus“ diskriminiert würden. Wobei hier zu berücksichtigen ist, dass die WissenschaftlerInnen 17jährige und 18jährige untersucht haben. Das heißt, dass der Habitus sich bereits in dem verfestigt haben könnte, was in der Studie als „fluide Intelligenz“ gemessen worden ist.
    Ihre Studie legt nahe, dass Kinder von Nicht-AkademikerInnen direkt aufgrund ihrer Sozialen Herkunft von den Lehrkräften benachteiligt werden. In ihrer Empfehlung auf Grundlage dieser Studie sprach sich das Forschungsteam daher dafür aus, „‚Entscheidungen‘ über unterschiedliche Bildungswege und ungleiche Lernmilieus möglichst spät in der Bildungsbiografie erfolgen zu lassen.“(ebd. 28)

    Es bleibt also dabei: Bildungsbenachteiligung heißt Diskriminierung: strukturelle Diskriminierung durch das Bildungssystem und personale Diskriminierung durch LehrerInnen und dem Standesdünkel reicherer Familien.

  • PLoS Currents: Influenca – Public Library of Science nutzt Knol

    Google gab in seinem offiziellen Blog über einen Gastbeitrag bekannt, dass die Public Library of Science (PLoS) Googles Content-Dienst Knol nutzen wird. Die Public Library of Science ist ein Non-profit-Publisher für Open Access Zeitschriften. Es handelt sich bei dem Gastbeitrag um eine Mitteilung von Harold Varmus, Chairman und Co-Founder von Public Library of Science.

    Das Projekt PLoS currents: Influenca, nutzt hierbei eineb neuen Funktion in Google-Knol, die moderierte Sammlung von Artikeln. Experten können dort ihre Forschungsergebnisse und Mitteilungen einbringen. Zwei weitere Bereiche des Projekts PLoS currents: Influenca sind die Zusammenarbeit einer kleinen Forschungsgruppe zum Betreiben der Website und die Nutzung der Datenbank Rapid Research Notes des National Center for Biotechnology Information (NCBI), in der alle Artikel, die für die moderierte Knol Seite freigegeben werden, ebenfalls archiviert werden.

    PLoS currents: Influenca ist als Experiment zu verstehen und ist zunächst nur auf den Themenschwerpunkt Influenca bezogen.

    PLoS Currents: Influenza aims to enable this exchange by providing an open-access online resource for immediate, open communication and discussion of new scientific data, analyses, and ideas in the field of influenza.

    Die Artikel, die in der moderierten Sammlung publiziert werden, sind nicht peer-reviewed, werden aber von einem Expertenteam überprüft. Diese Artikel sollten wissenschaftlichen Standards genügen und auf die Erforschung des Virus bezogen sein (Eine Sammlung von Artikeln zum Thema H1N1 und soziale Diskriminierung, die ich vorschlug, wurde bspw. abgelehnt). Sollte dieses Experiment erfolgreich sein, werden die Artikel in einem PLoS-Journal veröffentlicht und es könnten weitere Themenschwerpunkte folgen.

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