Andreas Kemper

Recherche zu antidemokratischen Netzwerken, autoritären Ideologien und neoliberalen Machtstrukturen.
Frühanalysen zur AfD, zu Rechts“libertarismus“, Antifeminismus und elitären Gegenbewegungen.

AfD & faschistische Ideologien

Strukturanalysen zu Programmatik, Akteursnetzwerken und ideologischer Entwicklung.

Klassismus & Klassengesellschaft

Untersuchung sozialer Ausschlussmechanismen, Bildungsbenachteiligung und Klassenideologie.

Proprietarismus & Privatstaat-Modelle

Recherchen zum sog. Rechtslibertarismus sowie zu antidemokratischen Privatstadtprojekten.

Antifeminismus & reaktionäre Netzwerke

Analyse antifeministischer Narrative, Männerrechtsbewegung und familistischen Adelsnetzwerken.

Tagebuch zum Neoaristokratismus

Fortlaufende Analysen zur Aristokratie des Antifeminismus sowie zu proprietaristischen und privatstaatlichen Projekten.

Publikationen

Antifeministische Narrative

Privatstädte

Klassismus

Aktuelle Analysen

  • Caffeine bringt Wikipedia und Knol Artikel weiter nach oben

    Mit der neuen Infrastruktur von Google-Search, die derzeit getestet wird, werden wesentlich mehr Seiten gefunden und dies in sehr viel kürzerer Zeit.
    Entgegen ersten Mutmaßungen scheinen allerdings Wikipedia-Artikel noch besser zu ranken als vorher. Sistrix kam nach einem Test mit 10.000 Suchbegriffen zu diesem Ergebnis. Auch Blogspot-Seiten haben ein sehr viel besseres Ranking. Verlierer sind vor allem Yahoo.com und AOL.com.
    Bei meinen gut platzierten Knol Artikeln konnte ich keinen großen Unterschied feststellen. Einige meiner besseren Knol Artikel, die bislang ein sehr schlechtes Ranking hatten, wie Diskriminierung und Virtualität, haben sich jedoch erheblich verbessert. Ob dies auch für andere Knol-Artikel gilt, kann ich noch nicht sagen, habe aber hier und hier um ein Feedback gebeten.

  • Schreckt Wikipedia zunehmend neue Autoren ab?

    Das Wachstum an neuen Wikipedia-Artikeln ist seit Monaten gebremst und die Anzahl der aktiven Wikipedia-AutorInnen stagniert und ist zum Teil sogar rückläufig. Die Augmented Social Cognition Research Group at Palo Alto Research Center (PARC) untersuchte im Juli 2009, weshalb die Zahl der Wikipedia-AutorInnen im englischsprachigen Wikipedia nicht mehr anwächst.

    In ihrem Blogbeitrag PART 2: More details of changing editor resistance in Wikipedia stellen sie anhand mehrerer Grafiken dar, dass sie Wikipedia-AutorInnen in fünf Gruppen aufteilen, unterschieden nach der Aktivität (Edits pro Benutzer).

    Zunächst stellen sie fest, dass seit 2007 nur noch die Gruppe mit den meisten Bearbeitungen (mehr als 1000 Edits pro Monat) wächst. Bis 2005 wurde wachsend die Anzahl der Bearbeitungen in der englischsprachigen Wikipedia von Gelegenheits-Wikipedianern erbracht. Seitdem halten sich jedoch die Wikipedianer mit vielen (mehr als 100 Bearbeitungen pro Monat) und wenigen (weniger als 100 Bearbeitunen pro Monat) Edits die Waage.

    In einem dritten Schritt untersuchte die Forscher-Gruppe, welche Bearbeitungen gelöscht wurden. Hier zeigte sich, dass die Löschungen kontinuierlich ansteigen (zwischen 2005 und 2008 von 2,9, 4,2, 4,9, auf 5.8 Prozent aller Beiträge). Noch deutlicher zeige sich allerdings, dass diese Zunahme der Löschungen häufiger neue Wikipedianer-Benutzer trifft:

    Second, more interestingly, low-frequency or occasional editors experience a visibly greater resistance compared to high-frequency editors […]. The disparity of treatment of new edits from editors of different classes has been widening steadily over the years at the expense of low-frequency editors.

    Inzwischen wird jede vierte Bearbeitung der Gelegenheits-Wikipedia-Benutzern mit einer Bearbeitung pro Monat gelöscht, während gleichzeitig weniger als 2 Prozent der Bearbeitungen aus der Gruppe der Vielschreiber rückgängig gemacht werden.

  • Knol ist kein Wikipedia-Killer – Hubpages und Squidoo auch nicht

    Knol ist seit mehr als einem Jahr in der Beta-Version online. Zum Jahrestag schrieb ich einen Artikel über die Entwicklung von Knol in diesem einem Jahr. Ich wunderte mich, dass dieser Jahrestag nicht wahrgenommen wurde. Mit einer leichten Verzögerung finden nun doch Rückschauen statt mit dem Tenor: Google-Knol ist kein Wikipedia-Killer, also sollte Google sein gescheitertes Projekt einstellen. Ich weiß nicht, wer aufgebracht hat, dass Google mit Knol Wikipedia killen wollte. Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass Google dieses Ziel hatte. Google kooperiert mit Wikipedia und fördert dieses Wissensportal, es hat mit Knol eine andere Zielgruppe und ein anderes System als Wikipedia. Knol konkurriert sehr viel stärker mit Hubpages und Squidoo als mit der Wikimedia-Foundation. Und ebensowenig wie Hubpages und Squidoo ihre Arbeit beenden, weil sie nicht an Wikipedia heranreichen, wird Knol dies tun.

    Knol ist ein Content-Labor für Google

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Knol Google finanziell belastet. Die Vorteile für Google sind aber groß. Sie bilden Content, sie binden direkt die Knol-AutorInnen an Google (Schaffung von Google-Nutzern), sie verknüpfen einige ihrer Projekte wie Google-Profile und Google-Translator-Tool mit Knol. Knol schmiegt sich in verschiedene Google-Projekte ein und verbindet diese. Vor allem aber ist Knol für Google ein Labor, ein Experimentierfeld. Google ist in erster Linie ein Suchmaschinen-Anbieter. Mit Knol wird experimentiert, wie sich gehaltvolle Inhalte von Spam trennen lassen. Dieses Experimentieren findet interaktiv, mit den AutorInnen statt.

    Knol konkurriert mit Wissensportalen wie Squidoo und Hubpages
    Eher nebenbei behält Google mit Knol den Fuß in die Tür der Wissensportale jenseits von Wikipedia. Wikipedia macht gerade eine qualitative Änderung durch, ist ein Monopol und professionialisiert sich mit den Folgen, dass es immer schwieriger wird und immer weniger Spaß macht vor allem für Neulinge, bei Wikipedia zu schreiben. Wissensportale wie Hubpages und Squidoo werden an Bedeutung gewinnen und in dieser Liga wird auch Knol spielen. Während Knol im arabischen Raum punkten konnte, legt Hubpages in Indien zu.

    Google pusht Wikipedia
    Google könnte Knol problemlos pushen. Während Microsoft mit Bing seine Projekte MSN und Encarta hemmungslos pusht, verzichtet Google darauf, Knol zu förden. Als im April Google an einem Tag auf seine Suchmaschinenseite einen Link zu Knol setzte, schnellten meine Seitenansichten von 200 auf 10.000 täglich hoch. Stattdessen fördert Google Wikipedia. Es hat Wikipedia-News in seine News-Seiten eingebaut und das Translator-Toolkit auf Wikipedia abgestimmt. Die Wikimedia-Foundation und Google scheinen sich gut zu verstehen, wobei dies nur eine Mutmaßung ist, da ich keinen Einblick habe.

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