Björn Höcke (AfD) – „prächtiger“ Nationalsozialismus und die identitäre Revolution?

· Allgemein

Diese Woche erschien meine Analyse zur Ideologie Björn Höckes bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen. Dort gehe ich der Frage nach, ob Björn Höcke, Landesfraktionsprecher der AfD in Thüringen und Anführer des Rechtsaußen-Flügels „Erfurter Resolution“, eine Ideologie vertritt, die noch als „konservativ“ oder nicht besser als „faschistisch“ bezeichnet werden könnte. Während der Forschung fielen mir eine Reihe von politschen Phrasen, eigentümliche bzw. einzigartige Begriffe, Satzteile und Metaphern auf, die sich nicht nur bei Höcke, sondern auch bei einem NPD-Autoren mit dem Pseudonym „Landolf Ladig“ im Thüringischen Eichsfeld fanden. Der Bundesvorstand der AfD legte Höcke nahe, gegen mich juristisch vorzugehen und eidesstattlich zu versichern, nicht für die NPD publiziert zu haben. Beides verweigerte Höcke, gegen den nun ein Amtsenthebungsverfahren läuft. Heute habe ich einen weiteren Text von „Landolf Ladig“ von 2011 untersucht. In diesem Text sind drei Dinge bemerkswert: „Prächtiger“ Nationalsozialismus hätte mehr „Friedensjahre“ gebraucht? Erstens: „Landolf Ladig“ verharmlost bzw. verherrlicht den Nationalsozialismus. Ich zitiere Ladig, der nahelegt,:

„… daß eben nicht die Aggressivität der Deutschen ursächlich für zwei Weltkriege war, sondern letztlich ihr Fleiß, ihre Formliebe und ihr Ideenreichtum. Das europäische Kraftzentrum entwickelte sich so prächtig, daß die etablierten Machtzentren sich gezwungen sahen, zwei ökonomischen Präventivkriege gegen das Deutsche Reich zu führen. Der zweite Weltkrieg war allerdings nicht nur ökonomisch motiviert, sondern darf auch als ideologischer Präventivkrieg angesprochen werden, hatte sich im nationalsozialistischen Deutschland doch eine erste Antiglobalisierungsbewegung staatlich etabliert, die, wären ihr mehr Friedensjahre zur Erprobung vergönnt gewesen, wahrscheinlich allerorten Nachahmer gefunden hätte.“ (Ladig: Krisen, Chancen und Auftrag, in: Volk in Bewegung 5/2011, S. 6)

Hier müsste überprüft werden, ob die Aussagen nicht nur den Nationalsozialismus verharmlosen, sondern verherrlichen. Nach §130 steht die Verherrlichung des Nationalsozialismus unter Strafe. Björn Höcke hatte in einer internen E-Mail die Abschaffung des Paragrafen 130 gefordert: „hinfort damit, aber schnell!“ „Politische Revolution“, „identitäre Systemopposition“, „politischer Führungsanspruch“ Zweitens: „Landolf Ladig“ möchte für eine „politische Revolution“ vorbereitet sein, damit die „identitäre Systemopposition“ ihren „politischen Führungsanspruch“ gerecht werden könne. Zitat Ladig:

„Trotz der beinahe totalen Zerschlagung des europäischen Zentrums ist hier die Glut immer noch nicht erloschen. Eine kleine politische Avantgarde existiert, die in der Lage ist, dieser Welt den Weg aus der kapitalistischen Sackgasse zu weisen. Ob sie sich eine Chance erkämpfen kann, hängt auch von den äußeren Umständen ab. […]

Wenn in dieser Situation dann bereits eine allgemeine und anhaltende Vertrauenskrise gegenüber zentralen staatlichen Institutionen und der Problemlösungsfähigkeit der Politik besteht, wie sie sich seit dem Beginn der Finanzkrise 2008 in stetig wachsendem Maße manifestiert, wird eine politische Revolution denkbar. […]

Begreift sich die identitäre Systemopposition als in der Tradition der deutschen Ideenschmiede stehend und begehrt sie politischen Führungsanspruch, muß sie jetzt beginnen, die Fragen einer mittelfristigen Zukunft zu beantworten.“ (Ladig, Krisen, Chancen und Auftrag, in: Volk in Bewegung 5/2011, S. 9)

Plagiat oder Identität? Drittens: Auch dieser Text hat mehrere erklärungsrelevante Überzufälligkeiten, wobei eine sehr gravierend ist. Die Person, die sich hinter dem Namen „Ladig“ verbirgt, schreibt wortwörtlich aus einem Leserbrief von Björn Höcke ab, bzw. baut diesen Leserbrief im Text ein ohne dies kenntlich zu machen: Höcke Ladig

(Zum Lesen anklicken)

(Leserbrief aus der Jungen Freiheit 31.10.2008)

Auch in diesem Text gibt es, wie gesagt, weitere Überschneidungen mit Formulierungen von Höcke, bspw. das Abfeiern von Peter Watsons „Genius der Deutschen“, welches in kaum einer Rede Höckes fehlt. Nur zur Erinnerung: Björn Höcke ist Mitglied im NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtages. Es besteht ein dringender Handlungsbedarf, diese „Zufällfigkeiten“ aufzuklären.

4 Kommentare

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  1. sebastian

    Nur zur Erinnerung: Björn Höcke ist Mitglied im NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtages. Es besteht ein dringender Handlungsbedarf, diese “Zufällfigkeiten” aufzuklären“

    Edathy, einer der grössten anti-rechts Kämpfer leitete den NSU Ausschuss, obwohl er schon seit 2011 durch Kinderpornos erpressbar war. Haben Sie sich darüber mal Gedanken gemacht?

    Es wird immer mysteríöser:

    Dutroux und die toten Zeugen:

    Schauen Sie mal bei min 5:44 und min 27:21. Jetzt wissen wir wieso dieser Dutroux – Skandal niemals aufgeklärt wurde.

    Zum Dank haben sie ihn zum Präsidenten dieser pädophilien EU gemacht.

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