Am 15. Oktober 2026 erscheint mein Buch zur faschistischen Agenda von Björn Höcke. Zentral ist dort die Untersuchung, ob Björn Höcke unter dem Pseudonym ‚Landolf Ladig‘ 2011-2012 drei neonazistische Texte im neonazistischen Umfeld publiziert hat.
Bislang hieß es im Journalismus eher: ‚Björn Höcke soll in NPD-nahen Zeitschriften Texte verfasst haben. Bewiesen ist das aber nicht.‘ Das ist verharmlosend.
Zunächst möchte ich mit der verharmlosenden Zuschreibung ‚in NPD-nahen Zeitschriften‘ aufräumen. ‚NPD-nah‘ kann heißen ‚fast so schlimm wie die NPD‘. Tatsächlich sind diese Ladig-Texte aber neonazistisch und bei Thorsten Heise publiziert, ein Text erschien in der ‚NPD-Eichsfeldstimme‘, die anderen beiden in ‚Volk in Bewegung‘.
Thorsten Heise: „Alles für Deutschland“
Thosten Heise ist nicht einfach ’nur‘ NPD. Er trat vor über zwanzig Jahren mit anderen Neonazis aus der sogenannten ‚Kameradschaftszene‘ der NPD bei und bildet den neonazistischen Flügel in der NPD, bzw. der Partei ‚Die Heimat‘, wie sie jetzt heißt. So wie Höcke den rechtsextremen ‚Flügel‘ in der AfD als Sammelbecken gegründet hat, so gründete sein Eichsfeld-Nachbar Thorsten Heise den ‚Völkischen Flügel‘ in der NPD als ultrarechte Sammelbewegung innerhalb dieser Partei.
Als Heise mit seiner Kameradschaftbewegung der NPD beitraten, unterschrieben sie diesen Schritt mit „Nichts für uns – Alles für Deutschland“. Auch mit diesem Narrativ, dass ‚Alles für Deutschland‚ eine Parole der SA sein soll, muss aufgeräumt werden. Tatsächlich ist ‚Alles für Deutschland‘ eine Losung der SA gewesen. Viel wichtiger aber noch: ‚Alles für Deutschland‘ ist DIE zentrale Losung der Neonazi-Bewegung, die zu jedem Schritt nach Rechts als Vollzugsmeldung kundgetan wird.
Indiziertes Neonazi-Magazin ‚Volk in Bewegung‘
‚Volk in Bewegung‘ ist auch nicht einfach eine NPD-Zeitschrift. Es ist ein Neonazi-Magazin, welches immer wieder wegen NS-Propaganda indiziert wird.
Und: Ladig hat auch nicht einfach irgendwelche harmlosen Texte in diesen Neonazi-Zeitschriften publiziert, sondern vor allem sein erster Text macht sich gemein mit dem Nationalsozialismus zumindest bis 1939 und fordert eine Vorbereitung der „nationalen Systemopposition“ um mittels einer Revolution dieses „europäische Kraftzentrum“ wieder herzustellen.
Agenda und Relevanz von Höcke
Ich habe mit dem Unrast-Verlag besprochen, dass ich bereits vor Erscheinen des Buches am 15. Oktober 2026 ein paar Podcasts zu Björn Höcke und Landolf Ladig herausgeben kann. Diese sollen nicht die Lektüre des Buches ersetzen.
Aber verschiedene Faktoren machen das Thema gerade sehr aktuell.
- Da ist zum einen das unsägliche viereinhalbstündige Interview von Höcke mit ‚Ben Unskriptet‘, eine extrem gruselige Selbstverharmlosung mit fast 6 Millionen Views, 100.000 Kommentaren und 300.000 Likes.
- Dann ist der AfD-Bundesparteitag am 4. und 5. Juli 2026 in Erfurt zu nennen – ein Thüringen-Heimspiel für Höcke.
- Und schließlich die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September und am 20. September in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. In Sachsen-Anhalt droht eine absolute Mehrheit für die AfD.
Podcast-Serie zu Björn Höcke
Es sind eigentlich drei Fragen, die sich im Höcke-Ladig-Zusammenhang stellen:
- Verfolgen die Ladig-Texte eine neonazistische Zielsetzung?
- Steckt Björn Höcke hinter den Ladig-Texten?
- Verfolgt Björn Höcke auch heute die Agenda aus den Ladig-Texten?
Wie gesagt, die Podcasts sollen nicht das Buch „Wer kennt Landolf Ladig?“ ersetzen. Ich werde in den Podcasts auch auf Fragen reagieren.
Mein erster Podcast zu ‚Höcke aka Ladig‘ soll Mitte Juni 2026 erscheinen.
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