World War Z – Menschen als Biomasse


Rassistische und klassistische Bilder arbeiten mit der Gegenüberstellung von Form und Materie, von Individuum und Masse. Mit dem „Zombie“-Film World War Z wird diese Masse filmisch umgesetzt. Hier schlägt ein Ameisengewimmel in die Zähflüssigkeit um. Zäune und Mauern werden Dämme gegen die Menschenflut.

World War Z vollzieht den Umschlag vom Zombie- zum Biomasse-Film. Bereits in den Zombie-Filmen 28 Days later und 28 Weeks later waren die Zombies keine wandelnden Untoten mehr, sondern sie mutierten zu einer rennenden Masse von Infizierten. Kontamination und Unberührbarkeit sind konstitutive Elemente von Klassismus und Rassismus (siehe auch Wulf D. Hund: Rassismus, Kapitel III.2 „Reine und Unreine“, 43-53). World War Z bietet den verachtenden nietzeanischen Blick von oben, Menschen werden nicht auf Augenhöhe wahrgenommen, sondern biopolitisch, der Blick zoomt heraus und zeigt eine Biomasse: Zoombio.

Der Elitenforscher Michael Hartmann stellte in seiner Studie Soziale Ungleichheit – Kein Thema für Eliten dar, dass die soziale Herkunft und nicht nur die soziale Position für einen verachtenden Blick auf „die Masse“ ursächlich ist. Aber hier liegt nicht nur der Blick der Elite vor, sondern auch der Blick des „verrohten Bürgertums“ (Wilhelm Heitmeyer). Es ist der Blick der Biomacht, der möchte, dass sich das Problem der „Unterschicht“ „auswächst“ (Thilo Sarrazin). Georg Seeßlen stellte bereits in den  jüngsten Superhelden-Filme  eine faschistoide Verachtung der „Massen“ fest:

„Es geht um eine kulturpessimistische Geste gegen die Masse, gegen das Volk und gegen die Demokratie; nur der todessehnsüchtige, elitäre, verachtende und soldatisch geformte Mann oder Supermann kann sich der Gefahr stellen, die aus dem chaotischen, ungeformten, organischen stammt: aus dem Volk. Und diese Beziehung spielt sich nicht nur auf der Ebene der Kämpfe ab, sondern auch auf der der Zeichen und Architekturen.“ (Georg Seeßlen: Wie „faschistisch“ sind eigentlich Superman, Batman & Co?)

Seeßlen schließt: „Was immer Superman und Batman verteidigen, die Demokratie ist es nicht.“ Selbes gilt in World War Z für Brad Pitt.

3 Kommentare

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  1. Telipinu Hatti

    Lesen Sie das Buch! Max Brooks ist garantiert kein Rassist und seine Bücher lohnen sich sehr!

    • Andreas Kemper

      Das mag sein. Mir ging es um die Bilderproduktion.

    • Andreas Kemper

      Das mag sein. Mir ging es um die Bilderproduktion.

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