Neustart – Meine Vorträge „nach“ der Corona-Pandemie

· Allgemein

Corona ist noch nicht vorbei, aber die gesellschaftlichen Entscheidungsträger*innen scheinen beschlossen zu haben, dass Vorträge nun wieder in Präsenz möglich sein sollen.
Meine Vortragstätigkeit leidet noch unter einer Art „kulturellem Post-Corona“. Ich wurde oftmals unmittelbar nach meinen Vorträgen noch im selben Raum für weitere Vorträge angefragt. Dieser Schneeball-Effekt ist aufgrund mangelnder Präsenz-Vortragstätigkeit vollständig zum Erliegen gekommen. Ich muss den ‚Motor‘ quasi neu ‚zum Laufen‘ bringen.
Daher möchte ich hier meinen Vortrags-Neustart mit Hinweisen zu meinen Themengebieten ein wenig ‚anschieben‘.


Vortragsthemen:

Im Folgenden finden sich Themen, mit denen ich mich in den letzten Jahren befasst habe. Ich habe dazu Vorschläge ausgearbeitet, diese sind variabel und ergänzbar. Meine Kontaktadresse ist andreas.erich.kemper(at)gmail.com
Ich halte nur Vorträge für Initiativen/ Organisationen, denen Antidiskriminierung/ Demokratie/ soziale Gerechtigkeit ein Anliegen ist.

  • Strömungen der Rechten / der AfD: wie interagieren die verschiedenen Strömungen der Rechten / der AfD (christlicher Fundamentalismus / marktwirtschaftlicher Proprietarismus / Faschismus), setzt sich die faschistische Strömung in der Rechten / der AfD durch?
  • 10 Jahre AfD: vor zehn Jahren (2012) hatte ich die Netzwerke (Bürgerkonvent, Zivile Koalition, Münchener Wirtschaftsgespräche …) analysiert, aus denen heraus im Sept. 2012 die Wahlalternative 2013 und im Januar 2013 schließlich die AfD entstand. Im Juli 2013 erschien mein Buch zur AfD „Rechte Euro-Rebellion“, es war das erste Buch zur AfD überhaupt und von meinen Analysen und Prognosen muss ich zehn Jahre später nichts zurücknehmen. Wie hat sich die AfD in den zehn Jahren entwickelt, wie wird sie sich weiter entwickeln?
  • Zum Faschismus des Höcke-Flügels der AfD: Immer wieder wurde behauptet, Höcke sei in der AfD unwichtig. Ich deckte 2014/15 auf, dass Höcke hinter den NS-verherrlichenden Schriften des Landolf Ladig steckt. Was ist Faschismus und wie ist der Faschismus des Höcke-Flügels, seine Verbindungen zum NPDler Thorsten Heise oder zum Institut für Staatspolitik zu beurteilen?
  • Die Sprache der Rechten: Rechte lehnen die Gleichheit der Menschen und die Demokratie ab. Da sie die Demokratie ablehnen, ist ihre Sprache nicht auf Argumentieren ausgelegt, sondern auf Freund-Feind-Zuschreibungen (Carl Schmitt). Sprachliche ‚Embleme‘ ersetzen Argumente und verketten verschiedene rechte Strömungen zu ‚Diskurskoalitionen‘. Das „Denken in Metaphern“ (George Lakoff) beherrschen Rechte besser als Linke. Ein Vortrag zu den Narrativen und Diskurskoalitionen der Rechten.
  • Die Netzwerke der Klimaleugner*innen: Lange vor der Entstehung der AfD gab es Gruppierungen, die den gesellschaftlich gemachten Klimawandel leugneten, eine der ersten Spenden für die AfD stand im Zusammenhang mit der Klimaleugnung. Wie sehen die internationalen Netzwerke der Klimawandelleugnung aus?
  • Kritik des organisierten Antifeminismus: Der organisierte Antifeminismus besteht aus drei ideologischen Strömungen (religiös, marktradikal, faschistisch) und zwei Ausrichtungen: Familismus und Maskulismus. Vortrag zu den Netzwerken, Ideologien und Geldgebern des Antifeminismus in Deutschland.
  • Kritik des Maskulismus: 2009 entstand das antifeministische Wiki WikiMANNia mit der Begründung, ich hätte den (propagandistischen) Artikel Maskulismus bei Wikipedia löschen lassen. WikiMANNia ist inzwischen aufgrund seiner rechten Propaganda indiziert, aber weniger extrem auftretende Gruppierungen der Männerrechtsbewegung befinden sich in der Mitte der Gesellschaft wie bspw. Forum Inklusion, denen 400.000 € aus dem Familienministerium zugesagt wurden. Im Vortrag werden die Facetten des Maskulismus von der Männerrechtsbewegung über die Incel-Bewegung bis hin zum faschistischen Männerkult kritisch diskutiert und mit der profeministischen Männerbewegung kontrastiert.
  • Kritik des Familismus: Der Familismus ist eine antifeministische Ideologie, die das Narrativ der „traditionellen Familie“ in den Mittelpunkt stellt und die Queerbewegung, Transgender, Sexualpädagogik und Abtreibungsmöglichkeiten angreift. Hier finden Diskurskoalitionen von christlichem Fundamentalismus, Adelsnetzwerken und faschistischen Gruppierungen.
  • Das politische Adelsnetzwerk im deutschsprachigen Raum: An der Spitze der Mehrzahl der antifeministisch-familistischen Organisationen befinden sich Angehörige eines ‚adeligen‘ Familien-Clans, der von Beatrix von Storch bis Hedwig von Beverfoerde reicht und zudem auch das österreichische Haus der Habsburger gehört. Sexismus und Klassismus geben sich hier die Hand.
  • Was ist Klassismus? 2009 verfassten Heike Weinbach und ich das Buch „Klassismus. Eine Einführung“, welches wesentlich dazu beitrug, den Begriff auch im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. In dem Vortrag wird auf die Herkunft und Bedeutung des Begriffs, die verschiedenen Bereiche des Klassismus und auf Kritik am Begriff eingegangen.
  • Klassismus in der Bildung: Noch immer bestimmt die sogenannte „soziale Herkunft“ den Zugang zur Bildung. Noch immer bestimmen privilegierte Kreise, was Bildung sei und wem sie zu dienen habe. Vor zwanzig Jahren habe ich das erste Referat für studierende Arbeiter*innenkinder und wenig später das entsprechende Magazin „Dishwasher“ (Tellerwäscher*in) gegründet. Wie zeigt sich der Klassismus in der Bildung, was kann dagegen getan werden?
  • Marxismus und Klassismus: In den letzten Jahren gab es zahlreiche Debatten, die von den Unterstellungen ausgingen, mit ‚Klassismus‘ werde nur kritisiert, dass Arme keine Anerkennung erhielten. Tatsächlich kritisiert der 200 Jahre alte Begriff Klassismus auch Ausbeutungsstrukturen. Der Begriff ‚Klassismus‘ bezieht sich vor allem auf Klassenreproduktionen – wie ist er in marxistischen Theorien zu bestimmen?
  • Klassistische Sprache: Der sogenannten ‚Unterschicht‘ wird vorgeworfen, nicht ‚richtig‘ sprechen zu können. Dabei wird übersehen, dass die bürgerliche Sprache, Kollektivsymbolik und Bilderproduktion klassistisch ist. Die Kritik am Klassismus der bürgerlichen Sprache steht noch am Anfang, eine Sprachsensibilität wie es sie im Bereich Antisexismus oder Antirassismus gibt, steht noch aus. Eine nicht-klassistische Sprache bezieht sich nicht nur auf einzelne zu vermeidende Wörter, sondern nimmt die Kollektivsymbolik insgesamt in den Blick.
  • Zur Vertikalstruktur unseres Gesellschaftsbildes: Die Struktur unseres Bild der Gesellschaft ist klassistisch. In dem wir Gesellschaft stratifiziert denken, also aus verschiedenen übereinander liegenden Schichten bestehend, von unten nach oben wachsend oder von oben nach unten ausstrahlend, koppeln wir das Wertvolle mit der herrschenden, das Wertlose mit der beherrschten Klasse. Eine Kritik an Sozialvertikalismen.
  • Netzwerke und Ideologien der sog. ‚Libertarians‘: ‚Libertarians‘, ‚Libertäre‘, ‚Anarchokapitalisten‘ – oder, wie ich sie nenne: Proprietarist*innen – haben in den letzten Jahren vor allem auch durch die Ausbreitung von Crypto’geld‘ wie Bitcoin an Einfluss gewonnen. Der Vortrag liefert einen Überblick dieser demokratiefeindlichen Strömung und wie sie sich in Deutschland ausbreitet.
  • Degussa Goldhandel: Im Zusammenhang mit dem Unternehmen der Finck-Gruppe Degussa Sonne/Mond Goldhandel ist ein demokratiefeindliches Netzwerk entstanden, zudem das Mises-Institut (Thorsten Polleit) und die Atlas Initiative (Markus Krall) zählt. Wie die demokratiefeindlichen Strömung in der Finck-Gruppe entstand, welche Zusammenhänge es mit der AfD gibt und wie sie sich nach dem Tod des Milliardärs August von Finck weiterentwickeln könnte, ist Inhalt dieses Vortrags.
  • Privatstädte: Seit 2008 haben wir es mit einer neuen demokratiefeindlichen Strategie zu tun: Der Schaffung entdemokratisierter totalitär-kapitalistischer Enklaven: Privatstädte. Erste Experimente finden sich in Honduras, zahlreiche weitere Privatstädte sind in Planung. Privatunternehmen werden staatliche Souveränitäten wie Polizei, Gerichte, Gesetzgebung, Bildung, Medizin, Umweltschutz … übereignet. Im ‚Metaverse‘ wird Land ‚tokenisiert‘ und digital mit Crypto’geld‘ gehandelt. Privatstädte sind Labore eines neuen Manchesterkapitalismus.

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