Google Knol wird geschlossen

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Google Knol war wohl das am häufigsten totgesagte Projekt von Google. Und ehrlich gesagt, hatte ich nicht mehr dran geglaubt, dass sie Knol wirklich schließen. Immerhin war ich jahrelang in der Top Ten der meistgelesenen Knol-Autor_innen und war bis vor einem Jahr dort noch aktiv. Eigentlich hatte Knol viel Spaß gemacht, bis sich die Entwickler rauszogen und selbst die Moderatroen die Knol-Community alleine ließen. Es tat sich in den letzten zwei Jahren wirklich gar nichts mehr. Das letzte spannende Projekt von Google war die Einbindung von PLOS, der Versuch, der Einbindung von Wissenschaftler_innen mit der Schwerpunkt der Veröffentlichungen von Forschungen zur Grippe H1N1.

Bevor Google Knol scheiterte, bin ich in Google mit einem eigentlich witzigen Ansatz gescheitert. Ich hatte ein System entwickelt, welches „Knol Translation Points“ heißt. Dies solle dazu beitragen, dass Knol-Artikel von Muttersprachler_innen übersetzt werden. Für die Übersetzung eines 2000 Zeichen-Textes erhielt der Übersetzer/ die Übersetzerin vom Auoren/ von der Autorin 2000 „Knol Translation Points“. Auf einem Bankkonto bei Knol wurden diese Punkte festgehalten und wer Punkte angesammelt hatte, konnte sich seine Artikel von Muttersprachlern übersetzen lassen. Zusätzliche Punkte erhielt man, wenn der eigenen Artikel von der Community zu den drei Top-Artikeln des Monats gewählt wurden.

Es bildeten sich auch eigene Strukturen in Knol. So beschlossen einige Knol-Autoren die Gründung der Knol Author Foundation. Da sich jedoch rausstellte, dass einer der Gründungsmitglieder, der zugleich die höchste Anzahl an Seitenaufrufen hatte, viele seiner Arikel plagiiert hatte, zerfiel diese Foundation und es gründete sich zwei konkurrierende Seiten. Auch ich legte mein „Amt“ bei der KAF nieder und bewegte mich fortan zwischen den Fronten.

Innerlich Abstand von Google Knol nahm ich, als sich Google weigerte, deutlich rassistische Seiten zu löschen. Auch Verleumdungen in diesen Artikeln wurden geduldet.

Bis heute dachte ich, Google würde auf irgendeine Weise Knol mit Google+ verbinden. Stattdessen haben sie ein kollaboratives Programm zusammen mit WordPress gestartet, welches vor allem wissenschaftlichen Ansprüchen genügen soll. Die Seite heißt Annotum und ist als Thema bei wordpress.com zu finden. Auch für Nicht-Knoller. Das Ganze sieht nicht schlecht aus. Allerdings waren die wenigsten Knol-Artikel wissenschaftlich, die Zielgruppe passt da nicht so ganz. Wahrscheinlich werden nicht viele umziehen. Mir jedenfalls ist erst einmal die Lust darauf vergangen, nachdem der Transfer von Knol nach Annotum immer nur Errors funktioniert und ich dann noch meine WordPress-Seite reparieren musste.

1 Kommentar

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  1. Alan

    Gefaellt mir sehr der Blog. Gute Themenwahl.

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