Griechenland: Kollektive Traumatisierung und Männlichkeit

Ausnahmsweise verlinke ich auf einen Artikel aus der FAZ: Melina Mühl: Krise in Griechenland. Eine Gesellschaft stürtzt ins Bodenlose. Eine explizite Kapitalismuskritik fehlt natürlich. Aber es ist spannend, dass hier von „kollektiver Traumatisierung“ gesprochen wird und davon, dass sich bestimmte Männlichkeitskonzeptionen auflösen und andere stärker werden. Während weibliche Habitus trotz kollektiver Traumatisierung rationales, angemessenes Verhalten zu ermöglichen scheinen, führen männliche Habitus unter dem Druck gesellschaftlicher Traumatisierung zu selbstzerstörerischem Verhalten bis hin zum Suizid oder zur Identifikation mit dem Aggressor und entsprechender Verschärfung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Weibliche Habitus scheinen durch kollektive traumatische Erfahrungen weniger von einem Realtiätsverlust bedroht zu sein als männliche Habitus. Letztere ermöglichen den Aufbau virtuell-männlicher Strukturen, machiavellistische Vergesellschaftung, in denen Virtú als nationalistisch-männliche Macht wirkmächtig wird.

Link zum Artikel Gesellschaftliches Trauma

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