Ohne BILD keine „Alternative für Deutschland“


In den zehn Tagen nach der Ankündigung, mit dem Namen Alternative für Deutschland eine neue rechtskonservative Anti-Euro zu gründen (hier ein Hintergrundartikel), haben die wichtigsten konservativen bzw. extrem rechten (Junge Freiheit) Zeitungen mehrfach über diese Partei in Gründung berichtet. Eine unvollständige beeindruckende Auflistung findet sich hier:

  • 01.03.2013 Junge Freiheit Wahlalternative 2013 gründet eigene Partei
  • 02.03.2013 Deutsche Wirtschafts Nachrichten Neue Anti-Euro-Partei: Merkel hat Lage nicht mehr unter Kontrolle
  • 02.03.2013 Die Welt „Alternative für Deutschland“ will im Herbst antreten
  • 02.03.2013 Handelsblatt Kritiker der Euro-Rettung wollen Partei gründen
  • 02.03.2013 Stern.de: Kritiker der Euro-Rettung planen offenbar neue Partei
  • 02.03.2013 Focus Online „Alternative für Deutschland“. Kritiker der Euro-Rettung wollen Partei gründen
  • 03.03.2013 Die Welt Neue Partei. Alternative für Deutschland will Euro abschaffen
  • 03.03.2013 Die Welt: Neugründung. Anti-Euro-Partei geißelt die Politik der Kanzlerin
  • 03.03.2013 BILD.de ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND WILL ZUR BUNDESTAGSWAHL ANTRETEN Wie gefährlich wird die Anti-Euro-Partei? Zwei Drittel der Deutschen lehnen Rettungsschirm-Politik der Regierung ab
  • 4.03.2013 FAZ Alternative für Deutschland“Die neue Anti-Euro-Partei
  • 4.3.2013 FAZ Alternative für Deutschland“ CDU will Anti-Euro-Partei zunächst ignorieren
  • 4.03.2013 Focus-Online Schon zur Bundestagswahl? Neue Partei setzt auf Stimmen durch den Euro-Frust
  • 4.03.2013 WAZ Deutsche Euro-Gegner wollen in den Bundestag einziehen
  • 6.03.2013 Badische Zeitung Professoren und Manager wollen Partei gründen
  • 6.03.2013 DWN Meinungsforscher: Neue Euro-Partei wird keinen Zuspruch bekommen
  • 6.03.2013 Wirtschaftswoche: „Alternative für Deutschland“ will Euro nicht retten. Interview mit Konrad Adam
  • 7.03.2013 FAZ.net Gründung ohne Größenwahn. Starbatty sieht geringe Chancen für Anti-Euro-Partei
  • 7.03.2013 Berliner Zeitung „ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND“ Euro-Kritiker gründen eigene Partei
  • 7.03.2013 Frankfurter Rundschau „ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND“.Euro-Kritiker gründen eigene Partei
  • 7.03.2013 Junge Freiheit Immer mehr Unterstützung für geplante eurokritische Partei
  • 7.03.2013 Junge Freiheit Herkulesaufgabe
  • 10.03.2013 Focus Jeder vierte Deutsche kann sich Wahl einer Anti-Euro-Partei vorstellen
  • 10.03.2013 Die WELT: Großes Wählerpotenzial für deutsche Anti-Euro-Partei

Es zeigt sich, dass innerhalb der linken oder linksliberalen Presse die Gründungsankündigung einer neuen rechtspopulistischen Partei nicht aufgegriffen worden ist. Auch keine größeren linken Blogs berichteten. Nur in Indymedia und Scharf Links wurde ein Artikel aus einem Blog weiterkopiert. Vor allem DIE WELT, FAZ, FOCUS und die JUNGE FREIHEIT berichten in den zehn Tagen gleich mit mehreren großen Artikeln. Einen Aufrtritt hatte die Alternative für Deutschland auch bei Maybritt Illner, die dem Gründer Bernd Lucke zudem eine halbe Stunde Chat-mit-dem-Publikum zur Verfügung stellte, in dem es fast ausschließlich um Fragen zur neuen Partei ging.

Der FOCUS hatte zudem eine EMNID-Umfrage in Auftrag gegeben mit der Frage, ob die Befragten sich vorstellen könnten, eine Anti-Euro-Partei zu wählen. 26% der Befragten bejahten dies.

Ohne Unterstützung der BILD wird es die rechtspopulistische Alternative für Deutschland schwer haben, in den Bundestag einzuziehen. Und nach einem ersten Aufmacher „Wie gefährlich wird die Anti-Euro-Partei?“ am 3.3.2013 berichtete die BILD nicht mehr über die Alternative für Deutschland. Im Gegenteil. Der BILD-Beitrag zur Maybritt-Illner-Show baute Brüderle als Klartexter in Sarrazin-Manier auf: „Klartext-Auftritt bei Illner. Brüderle hält Euro-Austritt Italiens für möglich.“ Selbst über Lafontaine – der es versäumte, die AfD als rechtspopulistisch zu kritisieren – berichtete die BILD mehr als über Lucke. Gegen die BILD wird es eine rechtspopulistische Partei schwer haben, sich zu etablieren. Und anscheinend propagiert die BILD momentan eher rechte Tendenzen in den etablierten Parteien als neue rechtspopulistische Parteien.

Nachtrag 12.03.2013:

  • Die BILD hat nun doch einen Beitrag, der sich nicht gegen die „Alternative für Deutschland“ stellt, veröffentlicht: Anti-Euro-Partei formiert sich. Alternative für Deutschland will zur Bundestagswahl antreten.  Auf dem Foto hält ein Teilnehmer der Auftaktveranstaltung das aktuelle Starbatty-Buch Tatort Euro im rot-weiß-schwarzem Deutschland schafft sich ab-Design in die Kamera. Interessant sind hier die Leser_innen-Kommentare. Auf die Frage: „Was halten Sie von einer Anti-Euro-Partei?“ gab es bislang nur positive Antworten, oftmals mit den Einschränkungen, man müsse erst das ganze Programm lesen. Da das Programm erzkonservativ ist, dürfte auch das kein Problem sein.

Nachtrag 13.03.2013:

  • Die BILD hat noch einen Artikel nachgelegt. Ähnlich wie beim ersten Artikel zur AfD fragt sie auch diesmal, „wie gefährlich“ sie seien. Diesmal ist die Frage zugespitzt auf Bernd Lucke: Müssen wir vor diesem Anti-Euro-Professor Angst haben? Er wird als gefährlicher Rebell aufgebaut, bzw. als „Volkstribun“. Die Kommentare, um die gebeten wurde, sind durchgehend begeistert von der Partei AfD. Die BILD hatte ausdrücklich um Kommentare gebeten. Diese  Berichterstattung ist sehr ambivalent.

44 Kommentare

Comments RSS
  1. Mgladbacher

    Die AfD ist weiter davon rechtspopulistisch zu sein als die SPD

    • Andreas Kemper

      Wird diese These auch noch begründet?

      • Robin

        Naja, im Gegensatz zum Spitzenkandidat der SPD hab ich zumindest von Herrn Lucke noch keine Ratschläge an andere europäische Völker gehört, wie sie zu wählen hätten oder besser gefälligst gewählt gehabt hätten. Das zum Beispiel.
        Das wichtigste Argument der AfD gegen den Euro sind außerdem die sozialen Verwerfungen, die er in ganz Europa produziert, nicht etwa die Mär von den faulen Griechen, verschwenderischen Italienern oder schuldigen Spaniern, wie sie von Schäuble oder Brüderle so gern zumindest konnotiert werden.
        In der Tat sind es bisher eher die konservativen Blätter, die über die neue Partei berichten, aber ich kann eigentlich wirklich nicht verstehen wieso.

      • Andreas Kemper

        Hör dich mal um, wie die AfD zu den rassistischen Positionen von Thilo Sarrazin steht.

      • Robin

        Da gibt es in der Tat Leute, die Sarrazin gern dabei hätten. Das ist aber explizit NICHT Linie der Partei. Deshalb ist es nicht fair, wegen diesen Einzelmeinungen die ganze Partei „rechtspopulistisch“ zu nennen.

      • Andreas Kemper

        Auf ganzer Linie ist die Partei „Alternative für Deutschland“ gegen gleiche Partizipationsmöglichkeiten der Menschen gerichtet. Lucke forderte bereits 2005 weitere sogenannte „Einschnitte ins soziale Netz“. Die Einwanderungspolitik ist rückschrittlich. Die Bildungspolitik ist gegen Menschen mit sogenannter „niedriger sozialer Herkunft“ gerichtet. Im Wiki ist die Sarrazin-Forderung übernommen, dass das Kindergeld abgeschafft werden soll und nur noch bestimmte Menschen eine Gebärprämie erhalten. Rentenzahlung soll dann wiederum davon abhängig gemacht werden, ob man Kinder hatte. Ich kann die Punkte gerne auch biografisch zusammenfassen:
        1. Die soziale Selektion wird verstärkt
        2. Das Workfare-Modell wird stärker in Richtung „Fordern“ zu Lasten von „Fördern“ ausgebaut
        3. Menschen ohne guten Job und Ausbildung erhalten keine staatliche Unterstützung für Kinder mehr mit dem Ziel, dass sie keine Kinder mehr bekommen.
        4. Diese Menschen erhalten später noch weniger Rente, weil sie sich keine Kinder leisten konnten.
        Das Ganze geht dann noch einher mit einer Forderung nach mehr Eigenleistung im Gesundheitssystem und mit Steuersenkungen für Reiche. Hinter diesen Gesetzen steht das typisch sarrazinsche Denken, dass Menschen unterschiedlich viel wert sind. Und das würde ich als rechtskonservativ bezeichnen.

      • Andreas Kemper

        Hier ein Interview mit dem Rechtspopulimus-Experten Häusler bei der Tagesschau:
        Experte zu Anti-Euro-Populisten: „Die Gefahr liegt in der Verrohung der Politik“

        „Sollten die Kampagnen der AfD wirklich auf breitere Resonanz stoßen, ist zu befürchten, dass die Regierungskoalition aus Angst vor Stimmenverlusten aus dem rechten Lager auch in den Chor rechtspopulistischer Wahlkampfrhetorik einstimmt.“

      • Robin

        NOCH ist Sarrazin in der … SPD. 🙂

      • Andreas Kemper

        Ja. Aus deutlich strategischen Gründen.

      • Robin

        Danke für diese detaillierte Analyse der sozialpolitischen Programmpunkte – wobei man sich über die Bewertung sicherlich streiten kann. Ich kann Ihre Bedenken auf jeden Fall teilweise nachvollziehen.
        Mir geht es nur darum: Die Alternative für Deutschland hat die reale Chance, die erste Partei zu werden, die sich gegen die kopflose Bankenrettungspolitik positioniert, ohne komplett im politischen Abseits zu stehen.
        Ich weiß nicht, wie Sie zu der Bankenrettung und den Merkel’schen Sparauflagen stehen, aber wenn man aus Opposition dagegen diese Partei unterstützen möchte, muss man imho deshalb nicht gleich alle Parteimitglieder und alle Positionen mögen.

      • Andreas Kemper

        Es gibt weitere Parteien, die eine kritische Position zu Bankenrettungen haben. Man muss dafür nicht eine rechtspopulistische Partei wählen.

      • Robin

        Welche denn? Mir fallen da nur die Linke ein sowie die wirklich rechtspopulistischen Splitterparteien ein. Ich zähle mich zur politischen Mitte, bin aber entschieden gegen diese sogenannte Rettungspolitik und gegen die Brüsseler Hinterzimmerpolitik. Das ist für mich mit Abstand das allerwichtigste politische Anliegen zur Zeit, noch vor der Gleichstellung der homosexueller Lebensgemeinschaften (die ich entschieden unterstütze!) und dem Mindestlohn (den ich ebenfalls unterstütze, solange es keine geeigneteren Mittel gibt, wie z.B. ein BGE)
        Wen soll ich denn Ihrer Meinung nach sonst wählen?

      • Andreas Kemper

        Die Alternative für Deutschland schätze ich nicht so ein, dass sie für die Gleichstellung von homosexuellen Lebensgemeinschaften eintreten wird. Sie sind deutlich familialistisch, also heterosexistisch, orientiert. Und Mindestlohn oder gar BGE ist das Letzte, was die wollen. Es geht ihnen um eine „Flexibilisierung des Arbeitsmarktes“ – übersetzt heißt das: weiterer Abbau von Arbeitnehmerrechten.

      • Robin

        Ich bin gespannt auf den Gründungsparteitag. Dann sieht man klarer, in welche Richtung die Reise geht.
        Danke jedenfalls für die sachliche Debatte!

      • Andreas Kemper

        Ich auch – und ich befürchte das Schlimmste, wenn ich mir anschaue, wer mobilisiert (Blaue Narzisse, Junge Freiheit, …).

  2. futuretwin

    Stern und „Frankfurter Rundschau“ würde ich nicht als konservativ bezeichnen, aber die Tendenz ist schon beeindruckend deutlich.

    • Andreas Kemper

      Stimmt. Stern und FR habe ich hier nur aufgelistet, weil sie auch berichtet haben, damit sollte nicht ausgesagt werden, dass sie konservativ sind.

  3. Sebastian Albwald

    So eine Partei wie die AfD habe ich mir immer gewünscht. Das gesamte Wahlprogramm (auf der Homepage lesen) wird im Prinzip von der Mehrheit der Wähler unterstützt. Man kann nur hoffen, dass sich die Partei nicht durch die Gegner nieder machen lässt, die die „Rechtspopolismuskeule“ sicherlich schwingen werden.

    • Andreas Kemper

      Wie würde sich denn Rechtspopulismuskritik von „Rechtspopulismuskeule“ unterscheiden? Oder ist Kritik = Keule?

    • 19camerata44

      Zunächst: lt. Duden: „Populismus“
      Die Rechtspopulismuskeule hat schon der Staatsrechtler Schachtschneider herausgeholt, anders ist doch sein Auftreten bei der NPD und bei Pro Köln nicht zu erklären. Milkereit, der zwar mittlerweile aus dem Bundesvorstand der AfD entfernt wurde, hat ebenfalls diese Keule schon mächtig geschwungen, in dem er meinte: Zitat:“ Das Multi-Kulti-Gen führe zu Mutationen und damit zu Krankheiten, die vorher bei Reinrassigkeit nicht vorhanden waren“. (Nachzulesen in der Süddeutschen vom 18.3.2013) Da braucht niemand anders die Keule zu schwingen, die schwingt die AfD selbst.

  4. Martin Müller

    Kritik ist gerechtfertigt, dann aber bitte begründet. Sämtliche Berichte zu angeblichem Rechtspopulismus bleiben wirkliche Beweise schuldig. Oft wird nur abgeschrieben was anderswo behauptet wurde. Einfach lächerlich. Einfach mal das Parteiprogramm lesen statt zu schwadronieren.

    • 19camerata44

      Milkereits Äusserungen zur „Reinrassigkeit“ haben doch wohl zu seinem Rauswurf aus dem Bundesvorstand geführt oder? Man fragt sich doch, was ein Mann mit einer derartigen Gesinnung in einer Partei, in der sich die Honorationen des Landes versammeln, zu suchen hat?

  5. Berthold Rebscher

    Mir ist nicht klar wie hier Rechtspopulismus definiert wird. Die AfD steht ganz klar für Demokratie und Europa. Von der AfD kommen keine bevormundende Kommentare an die bevölkerungen unsere südeuropäischen Partner, wie immer wieder von Politikern der etablierten Parteien – die LINKEN ausgenommen. Das Programm, das derzeit im Netz steht ist ein Entwurf, der derzeit von der Basis überarbeitet wird. Und der überarbeitet Entwurf wird dann mal erst auf dem Gründungsparteitag verabschiedet. Und mehr als dieser Entwurf kann man innerhalb dieser kurzen Zeit (von 22.01.2013 bis heute) nicht erwarten. Der ursprüngliche Ansatz der Wahlalternative2013 mit den FW zu kooperieren wurde von den FW in Niedersachsen torpediert, zu mal der Kuschelkurs der FW nur ein „bisserl schwanger“ ist, also nix Halbes und nix GANZES. Deshalb diese kurzfristige Parteigründung.

    Seien Sie demokratisch und tolerant, auch wenn Sie anderer Meinung sind. Auch bekleide Sie nicht mit dem Begriff „Linkspopulismus“

  6. Mat.

    Sie machen denselben Fehler wie die Politiker und werfen Euro (Die Währung) und Europa in einen Topf. Nur weil jemand etwas gegen diese Währung hat, so ist er noch lange kein Anti-Europäer! Europa ist auch ohne den Euro möglich. Fragen sie mal die Menschen in Griechenland, Spanien, Italien ob es ihnen gut geht mit diesem Euro. Ich bin keineswegs Anti-Europäer, sondern das Gegenteil, denn ohne den Euro würde es diesen Menschen wieder besser gehen. Dieser Euro sorgt doch erst dafür, dass sich die Spanier über die Deutschen aufregen, die Deutschen über die Griechen und so weiter… Was momentan „gerettet“ wird sind die Banken und nicht die Menschen in diesen Ländern. Und noch eine Anmerkung zum Thema Rechtsextremismus: Ist Oskar Lafontaine mittlerweile auch rechts? Denn er hat bei Maybritt Illner jeder Aussage von Prof. Bernd Lucke zugestimmt. Interessant… die Linken sind jetzt also auch rechts?!?…
    Lesen sie ihre Artikel über die AfD bitte nocheinmal in Ruhe durch. Sollten bei ihnen im Hirn doch noch nicht alle Sicherungen durchgebrannt sein, dann werden sie einsehen, dass dies einfach nur an den Haaren herbeigezogener geistiger ******* ist, den sie da von sich gegeben haben bzw. hier über diese Seite weiterverbeiten.
    Entschuldigung für die Wortwahl aber sachlich zu bleiben fällt mir nach diesem Müll den ich hier lesen musste wirklich schwer.

    Und das sage ich als neutraler Beobachter, nicht als AfD Mitglied!

    • Andreas Kemper

      Ich sage nicht, dass die AfD rechts ist, weil sie den Euro ablehnen. Sie sind rechts wegen ihrem Wahlprogramm.

      • Mat.

        aha, das hätte ich dann schon gerne genau gewusst wo in diesem Programm etwas rechtes stehen soll… Falls sie die Einwanderungsregel nach Kanadischem Vorbild meinen dann werfen sie also indirekt den Kanadiern vor rechts zu sein? und die Amerikaner mit ihrer Greencard sind auch rechts? oder welchen Punkt meinen sie denn ?

      • Andreas Kemper

        Das gesamte Programm machts: Die Einwanderung soll restriktiver gestaltet werden, die Bildungspolitik soll familialistisch orientiert werden und wenn man den Programmentwurf heranzieht, soll das Kindergeld abgeschafft werden, damit nur noch die „Richtigen“ die Kinder kriegen. Gesundheitspolitik: mehr Eigenverantwortung. Rente: abhängig davon, ob man Kinder hatte (siehe Familienpolitik). Verbunden wird das Ganze mit Steuererleichterungen für die Reichen und weiteren sozialen Einschnitten sowie einer sogenannten „Flexibilisierung“ der Arbeitsmarktpolitik (=Ausbau des Niedriglohnsektors). Das würde ich als rechts bezeichnen, als radikale Umsetzung einer Ungleichheitsideologie.

  7. Mat.

    Im Wahlprogramm unter dem Punkt Staatsfinanzen und Steuern steht:
    „Wir fordern ein Steuersystem, in dem Reiche absolut und prozentual stärker belastet werden als Arme. (Progressive Einkommensbesteuerung).“

    Und sie schreiben hier:
    „Verbunden wird das Ganze mit Steuererleichterungen für die Reichen…“

    Sorry aber was soll ich dazu jetzt noch sagen?
    Völlig falsche Informationen, die sie hier auf ihrer Seite veröffentlichen, aber Gott sei Dank hat ein Großteil ihrer Besucher hier einen gesunden Menschenverstand und erkennt dies.

    Bitte informieren sie sich doch erst Richtig und nicht nur auf irgendwelchen linksextremen Blog Seiten und Foren . Und bitte seien sie etwas sachlicher, bleiben sie bei der Wahrheit und überdenken sie ihre Defintion von rechts nocheinmal, bevor sie den Leuten hier irgendwelche Hirngespinnste erzählen.

    • Andreas Kemper

      Bitte lesen sie noch mal diesen Satz: “Wir fordern ein Steuersystem, in dem Reiche absolut und prozentual stärker belastet werden als Arme. (Progressive Einkommensbesteuerung).”

      Das ist ja wohl eine Selbstverständlichkeit oder soll ein Niedriglohnempfänger absolut oder relativ mehr Steuern zahlen als ein Milliardär???

      Danach wird diese Plattitüde aber konkretisiert. Die AfD bezieht sich auf das Kirchhoffsche Steuermodell und dieses läuft auf Steuersenkungen für Reiche hinaus.

      Soviel zum Thema „Hirngespinste“.

  8. kalle schwarz

    alle parteien sind von der struktur her parteiapparate und somit abzulehnen,weil undemokratisch .
    die alternative zur ‚altenative für deutschland‘ ist das internet .
    sowas wie eine fortführung von knol .
    wie kriege ich hier ein pingback hin ?

  9. Jan Mann

    Sie berichten zunächst relativ „neutral“ und fassen interessante Standpunkte zur AfD auf, mir UNBEGREIFLICH ist aber der Grund, warum es SCHLIMM sein soll, KONSERVATIV zu sein? Warum es eine SELBSTVERSTÄNDLICH sein soll, dass alle Menschen gleich sind? Dies sind sie lediglich vorm Grundgesetz und das meint eher die GLEICHBEHANDLUNG nicht die GLEICHHEIT! Hier in den Blogkommentaren kommen dann von Ihnen leider wieder nur die üblichen politisch links einzuordnenden Plattitüden heraus, das macht das zuvor geschriebene wieder zunichte. Wenn ich mir die Kommentarbewertungen hier so ansehe sieht es auch noch so aus als hätten sie das komplett falsche „Zielpublikum“, das Ihren Blog liest……

  10. Andreas Kemper

    Wenn ich mich nicht über andere Menschen stellen will, dann erkenne ich an, dass alle Menschen gleichmäßig die gesellschaftlichen Ressourcen nutzen können sollten und zwar nicht nur formal, sondern real, material. Ich sehe keinen Grund, von dieser Position abzurücken.

  11. Optimist

    oh oh oh……..ich weiß gar nicht so richtig, wie ich hier her kam, auf diese Seite…….
    Aber als 50 zig jähriger „ossi“ ……und es ist für mich kein Schimpfbegriff und Unternehmer, der in den letzten Jahren viel erreicht hat…….und immer ein Miteinander mit seinen nunmehr über 50 MItarbeitern pflegt…….aber auch gesellschaftlich aktiv ist, sich der Verantwortung stellt……..und ganz nebenbei sich intensiv mit Börse und Wirtschaft beschäftigt, traut dem nicht, was er hier liest……..

    ……und glauben Sie mir Herr Kemper, auch zu Zeiten der DDR wurde diktiert, was jemand zu sagen und zu denken hat und wenn nicht, wurde er in eine Ecke geschoben……..

    Ich habe mich auch mit der Alternative für Deutschland beschäftigt und finde, dass die Ansätze genau die Richtigen sind……..
    …….denn ich habe 1989 für Freiheit und Demokratie gekämpft…….
    Die Rechtsbrüche seit 2008 in der Eurozone haben mit der Entscheidung am Samstag zu Zypern ihren Höhepunkt erreicht……..
    Dabei möchte ich nichts anderes bewerten, als den Rechtsbruch an sich…….

    Aber ich bin sehr sehr dankbar, dass es wenigstens noch für jeden Einzelnen möglich ist, sich selbst ein Bild zu machen und frei zu entscheiden…..

  12. futuretwin

    @Jan Mann: Keine Bange hier lesen auch Andere mit. Ich habe nur nicht die Energie, Herrn Kemper in diesen Diskussionen zu unterstützen.

    @ Mat.: Sie schießen wirklich den Vogel ab: Forden Herrn Kemper dazu auf, sachlich zu sein, während sie voher mit so stichhaltigen Argumenten wie „durchgebrannten Sicherungen“ und „geistigem ******“ aufwarten konnten. Wenn es Ihnen schwerfällt, sachlich zu bleiben, machen Sie einen kleinen Waldlauf und posten Sie hernach!

  13. Roland Böhm

    Was ist denn verwerflich daran, dass jemand die Ängste der Bevölkerung erkennt und die Thematik aufgreift? Der Bundeshosenanzug und ihr Rollstuhlfahrer haben in Europa schon mehr als genug angerichtet!

  14. futuretwin

    Fragen Sie gerade, was an Populismus verwerflich ist?

  15. Lars

    „…Der FOCUS hatte zudem eine EMNID-Umfrage in Auftrag gegeben mit der Frage, ob die Befragten sich vorstellen könnten, eine Anti-Euro-Partei zu wählen. 26% der Befragten bejahten dies….“ waren das nicht über 90%? link?

  16. Lars

    94,2%!!!! http://www.focus.de/politik/deutschland/wuerden-sie-eine-anti-euro-partei-waehlen_void_636.html

    • Lars

      achso, das war ja die online-umfrage. komisch, dass bei emnid immer so andere ergebnisse rauskommen.

  17. Ein Besorgter

    Ist schon lustig ,was für Wellen die AfD.schlägt.Da scheinen je einige richtige Angst zu haben.

  18. P.M.

    Zu deiner Information, da es aussieht, als hätte der Trackback wieder nicht richtig funktioniert:
    Ich habe in meinen letzten Blogeintrag auf deinen Artikel hier verlinkt.
    http://propagandatheorie.wordpress.com/2014/10/11/alternativlosigkeit-fur-deutschland/

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