Antifeminismus

Der moderne organisierte Antifeminismus tritt heute als Opferideologie auf und bezeichnet sich selber zunehmend als ‚Antigenderismus‘. Während der Antifeminismus vor den 1970er Jahren offensiv als maskulinistischer Familismus auftreten konnte, mit dem Mann als selbstverständlichem Oberhaupt der Familie, muss seit 1968 der Antifeminismus als Opferideologie sich selber konkret als Opfer markieren.

Durch diese Markierung kommt es zur Aufspaltung: Zum einen markiert der sogenannte ‚Antigenderismus‘ die eine ‚traditionelle Männlichkeit‘, Jungen, Männer und Väter als Opfer. Diese Strömung ist seit der Jahrtausendwende organisiert aktiv und bezeichnet sich selbst als ‚Maskulismus‘ bzw. „Männerrechts-“ und „Väterrechtsbewegung“. Sie wähnt sich als Opfer eines vermeintlichen „Staatsfeminismus“. Zum anderen markiert der ‚Antigenderismus‘ die „traditionelle Familie‘ von ‚Vater, Mutter, Kind‘ als Opfer einer sogenannten ‚Homolobby‘. Die Akteur*innen dieses familistischen Antigenderismus finden sich in faschistischen Strömungen, aber auch in christlich-fundamentalistischen Netzwerken, in denen überraschend viele untereinander verwandte und verschwägerte Personen aus dem Adel Schlüsselstellungen einnehmen.

Im Diskursatlas Antifeminismus werden mit Hilfe antifeministischer Zitate zentrale, also immer wieder kehrende Narrative und Embleme des Antifeminismus herausgearbeitet und in ihrer diskursiven Verkettung analysiert. Mit Hilfe dieser Zitate können zudem Akteursnetzwerke und deren wichtigsten Protagonist*innen benannt werden, deren öffentliche Positionen dann wiederum als Zitate analysiert werden können. Auf diese Weise kann nach und nach kritisch Sprache und Netzwerken des modernen Antifeminismus in seiner ganzen Breite dargestellt und aktuell gehalten werden.

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