Höckes Nazidemo-Teilnahme als weiteres Ladig-Indiz

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Björn Höcke nahm am 13.02. 2010 an der Neonazi-Demo in Dresden teil, die den Opfern der Bombenabwürfe in Dresden „gedenken“ wollte. Dies wurde von der AfD-Thüringen bestätigt. Allerdings hieß es in der Bestätigung, „er wollte sich ein Bild“ machen. Die Video-Aufnahmen von 2010 zeigen allerdings einen Björn Höcke, der lautstark skandiert „Wir wollen marschieren“. Direkt hinter ihm sind rechte Skinheads und eine vermummte Person zu sehen, im Hintergrund schwarz-weiß-rote Fahnen. Angemeldet wurde die Demo von der rechtsextremen JLO. Höcke war kein „interessierte Beobachter“, sondern ein aggressiver Akteur, der das Voranschreiten der von Antifaschist*innen blockierten Nazidemo einfordert.

Mit dieser Aufnahme zerbricht endgültig seine mehrfach wiederholte Behauptung, er sei als Familienvater aus tiefer Sorge um seine Kinder in die Politik gegangen. Zu der Zeit, als Höcke aktiv an der Nazidemo teilnahm, war er verbeamteter Geschichtslehrer in Hessen. Er hatte vier Jahre zuvor, 2006, von der Schulleitung eine Missbilligung für einen Leserbrief erhalten, weil er sich dort in einer Weise über die Bombenabwürfe äußerte, die in Konflikt mit dem Mäßigungsgebot für Beamte und vor allem für Geschichtslehrer stand. 2007 teilte er dem Herausgeber der neurechen Wochenzeitung „Junge Freiheit“, Dieter Stein, mit, zukünftig unter Pseudonym schreiben zu wollen. Tatsächlich findet sich nur noch ein Leserbrief von Höcke, den er nicht unter Pseudonym geschrieben hat. Dieser Leserbrief von 2008 taucht drei Jahre später allerdings beinahe komplett und satzgetreu ohne Angabe der eigentlichen Urheberschaft im ersten Artikel eines „Landolf Ladig“ auf. Die Indizienkette, dass Höcke „Ladig“ ist, war schon vor Monaten so dicht, dass alternative Erklärungen als die der Identität extrem unplausibel wirken. Jetzt kommt also auch noch die aktive Teilnahme an einer Neonazi-Demo hinzu. Wer 2010 aktiv und lautstark an einer Neonazi-Demo teilnimmt, dem ist auch zuzutrauen, dass er 2011/2012 unter Pseudonym Neonazi-Texte schreibt.

Höcke scheint im vollen Bewusstsein des Konflikts seiner politischen Aktivitäten mit seiner Position als Lehrer seine Aktivitäten verschleiert zu haben. Bekennende Verfasser von Inhalten, wie sie sich in den Ladig-Artikel finden, wären als Lehrer umgehend entlassen worden – es ist daher wahrscheinlich, dass Höcke bewusst seinen Dienstherren hintergangen hat. Das hessische Kultusministerium ist nun in der Verantwortung, die Aktivitäten des hessischen verbeamteten Oberstudienrates in der Zeit von 2006, der ersten Rüge, bis zu seiner Beurlaubung, aufzuklären. Gegenüber der Presse hat Höcke verkündet, die Zeit der Rechtfertigung sei vorbei. Gegenüber seinem Dienstherren kann er diese Position nicht so einfach einnehmen. Hier hat er selber die Zweifel auszuräumen, die gegenüber seiner Qualifikation als Lehrer nun mehr als deutlich zutrage getreten sind.  Als Beamter und als Geschichtslehrer hat er eine Rechenschaftspflicht, die das Ministerium nun einfordern sollte.

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