Ökologie, Migration, Gender – die AfD zeigt sich


Innerhalb einer Woche zeigte die Alternative für Deutschland auf ihrer Facebook-Seite, dass sie mehr drauf hat als nur Anti-Euro: Zwischen dem 9. und 13. Juli gab es eine Reihe von offiziellen Postings zu den Themengebieten Gender/Feminismus, Energiepolitik/Ökologie und Migration/Rassismus, die keine Frage offen lässt. Hier eine kleine Dokumentation:

  • 9. Juli 2013: „Überall wird gegendert, was das Zeug hält, gegen jeden Sinn und Verstand, gegen jede Natur. Diese traurige Unsitte geht übrigens auch auf das Konto der EU. Männerinnen = Frauer – ein Ausrutscher in der Geschichte? Was meint ihr?“ (Verlinkung auf „Bettina Röhl direkt: Der Irrsinn der Entmännlichung unserer Gesellschaft) 783 Personen gefällt das, 249mal geteilt
  • 9. Juli 2013: „Bitte TEILEN, TEILEN, TEILEN #AfD Gender-Wahn stoppen“ (Stoppschild über Piktogramme von Mann, Frau und Kneifzange, in den Farben der AfD und mit AfD Schriftzug) 1739 Personen gefällt das, 1160mal geteilt
  • 9. Juli 2013: „Kurzer Zwischenstand zur Genderfrage: Von 200 Usern haben sich 196 gegen den Genderunfug ausgesprochen. Klares Votum: Wir wollen uns nicht von ungewählten Bürokraten vorschreiben lassen, was wir wann und wie zu sagen haben. Wir wollen reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist. Genderwahn abschaffen! ‪#‎Richtungswechsel‬! ‪#‎AfD‬“ 1661 Personen gefällt das, 226mal geteilt
  • 10. Juli 2013 Der Programmentwurf der AfD zum Energiekonzept wurde bereits zuvor auf der Seite Achse des Guten und auf MMNews vorgestellt. Die Facebook-Seite verlinkt auf MMNews mit den Worten: „Unser Energiekonzept bietet die dringenst nötige Alternative zur derzeitigen Energiepolitik […] Marktwirtschaft statt Planwirtschaft!“ Ich zitiere einige Forderungen aus dem Papier, die mir besonders problematisch erscheinen:
    • „Wir fordern die Rückkehr zum Markt in der Strom- und Gaswirtschaf. Es darf keine wettbewerbsfreien Zonen und keine Subventionen mehr geben – weder für konventionelle noch für regenerative Energien. […]
    • Wir fordern daher die sofortige und ersatzlose Abschaffung der Vorrangeinspeisung von Strom aus “Erneuerbaren” […]
    • Wir fordern, dass alle staatlichen Maßnahmen unterbleiben, die Bürger und Unternehmen zu bestimmten Verhaltensweisen – z.B. die Art und Weise ihres Energieverbrauchs – zwingen sollen. […]
    • Wir fordern die intensive Mitarbeit deutscher kerntechnischer Forschungsinstitute am internationalen Programm Generation IV International Forum (GIF), an dem bislang 12 Industrieländer und die EU – außer Deutschland – mitarbeiten, und die staatliche Förderung dieser Arbeiten. Nur damit kann erreicht werden, dass die deutsche nukleare Sicherheitsforschung auch für die in der Entwicklung befindlichen fortschrittlichen Reaktortechnologien der 4. Generation wettbewerbsfähig und kompetent bleibt, wenn diese Technologien weltweit in den Markt eingeführt werden.[…] 837 Personen gefällt das, 188mal geteilt“
  • 11. Juli 2013: „EU-GleichstellerInnen wollen mit nicht ganz durchsichtigen Gesetzgebungskniffen eine Frauenquote für den Mittelstand durchboxen. Wirtschaftspolitik für unsere deutschen Mittelständler aus den Hinterzimmern von IdeologInnen in Brüssel? Käse! [Link auf einen Artikel aus der Welt] ‪#‎AfD‬ “ Dazu ein Bapperl: „Der Käse der Woche – EU will Mittelständler mit Frauenquote gängeln – [AfD-Schriftzug]“ 788 Personen gefällt das, 280mal geteilt
  • 13. Juli 2013: „Unglaublich, was wir uns von der EU-Kommission alles sagen lassen müssen:“ Verlinkung auf einen Text der extrem rechten Jungen Freiheit: „Ehegattenachzug: EU gegen Deutschtests“ Dort heißt es: „BRÜSSEL. Die EU-Kommission hat sich gegen Deutschtests für einwanderungswillige ausländische Ehegatten ausgesprochen und deswegen ein Verfahren gegen die Bundesrepublik eingeleitet. Die Sprachprüfungen verstoßen nach Ansicht der Brüsseler Behörde gegen die EU-Richtlinie zur Familienzusammenführung.“ 947 Personen gefällt das, 457mal geteilt
  • 13. Juli 2013: Stellungnahme zu UN, Sarrazin und Bundesregierung: „Offenbar prüft die Bundesregierung, die Gesetzgebung gegen ‚rassistische Äußerungen‘ zu ändern. Wir fordern die Bundesregierung auf, das Grundgesetz zu achten. Die Bundesregierung hat kein Mandat, die Meinungsfreiheit einzuschränken, in die Urteilsfindung von Gerichten einzugreifen oder die Gewaltenteilung aufzuheben. Vielmehr ist sie dem Wohle des deutschen Volkes verpflichtet und nicht dem Gehorsam gegenüber Dritt-Institutionen. “ Verlinkt wird ein Artikel der ZEIT: „Rassismus: Bundesregierung antwortet auf Sarrazin-Kritik der UN“ Dort teilt sie u.a. mit: „Die Bundesregierung stellt Änderungen der Gesetzgebung gegen Rassismus in Aussicht. In einer Verbalnote an den Antirassismus-Ausschuss der Vereinten Nationen in Genf, der Deutschland im Falle Sarrazin gerügt hatte, heißt es: ‚Die Bundesregierung prüft aktuell die deutsche Gesetzgebung zur Strafbarkeit rassistischer Äußerungen im Lichte der Äußerungen des Ausschusses.‘ Die Berliner Staatsanwaltschaft, die das Ermittlungsverfahren gegen Sarrazin wegen Beleidigung und Volksverhetzung eingestellt hatte, habe man gebeten, ‚jede Möglichkeit zu prüfen, die Entscheidung zur Verfahrenseinstellung zu überdenken‘, heißt es in dem Text vom 1. Juli, der dem Tagesspiegel vorliegt.“ 1161 Personen gefällt das, 254mal geteilt

Anscheinend ist nun, wo genügend Unterstützungsunterschriften in allen Ländern gesammelt wurden und bei Facebook alle anderen Facebook-Seiten der anderen Parteien mit 40.000 „Likes“ überrundet wurden (außer der Piraten-Partei mit über 77.000 „Likes“) ein Richtungskampf ausgebrochen. Die Facebook-Seite zieht gnadenlos die rechte Agenda durch. Auffallend ist, dass die konservativ-marktlibertären Positionen zum Thema Gender, Ökologie und Migration mit einem Verweis auf die „nationale Souveränität“ stattfinden. Die UN wird zur „Dritt-Institution“, die EU will deutsche „Mittelständler“ „gängeln“. Geschlechtskonservativismus, Ökologiefeindlichkeit und Ethnozentrismus werden mit nationalistischen Untertönen propagiert. Von einem vorsichtigen Agieren nach Außen oder Innen kann keine Rede mehr sein. Woher kommt dieses neue Selbstbewusstsein? Oder ist das die Flucht nach Vorne?

Hier der Link zur AfD-Facebook-Seite. Sehr viel krasser als die offiziellen Postings sind die vielen Kommentare, die dort nicht gelöscht werden. Aber genau genommen sind die Postings schlimmer, weil sie diese Kommentare bewusst hervorrufen.

20 Kommentare

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  1. Martin Lauber

    Nun gut, einen brüsseler Zentralstaat abzulehnen und etwas mehr nationale Souveränität zu fordern, ist in meinen Augen noch lange kein Nationalismus. Aber ich weiss natürlich, dass alleine das Wort „national“ in linken Kreisen ein Tabu ist. Für mich steht es in einer Reihe mit kommunal, regional, kontinental, global. Alles andere ist Hypersensibilisierung und gestrig. Der Nationalismus ist in Europa nirgendwo schwächer ausgeprägt als in Deutschland.

    Zur Genderthematik bleibt zu sagen, dass selbstverständlich jeder Mensch sein soziales Geschlecht aussuchen kann wie er will – das geht niemanden etwas an ausser ihm selbst – aber bei fast allen Menschen das soziale dennoch mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmt. In meinen Augen sind Damen- und Herrentoiletten sicher keine Ausgeburt fürchterlicher Diskriminierung und ich werde mir auch niemals irgendwelche Sternchen und Unterstriche in die Worte basteln, um ja niemanden zu diskriminieren. Und ich werde niemals Leipziger Professoren mit Herr Professorin anreden. Und das sehen die meisten Mitglieder der AfD nicht anders.

    • Andreas Kemper

      Es wird ja nicht nur ein „brüsseler Zentralstaat“ abgelehnt, sondern auch die UN-Note. Dabei kommt nicht nur die Vokabel „national“ vor, sondern sie wird zu einem beherrschenden Wir-Gefühl aufgebaut. Das ist Nationalismus. Und mit diesem Nationalismus werden emanzipatorische Bewegungen in den Bereichen Gender, Ökologie und Migration bekämpft. Es ist übrigens nicht besonders familienfreundlich, den Familienzuzug abzulehnen.

      So, und jetzt belegen sie bitte mal, wo aufgefordert wurde, Professoren mit „Herr Professorin“ anzureden. Und schauen sie bitte nach, wie oft darauf hingewiesen wurde, dass es sich dabei um billigste Propaganda handelt.

      • Martin Lauber

        Nun, ich lese es in mehreren Onlinemagazinen. Falls es nur Propaganda ist, ist sie jedenfalls erschreckend glaubwürdig.

        Ein „Wir“-Gefühl aufzubauen ist ebenfalls noch kein Nationalismus. „Wir Berliner“ – Kommunalismus? Nationalistisch wird es erst, wenn der nationale Begriff in seiner Bedeutung vor alle anderen Identifikationszonen gestellt wird und zwecks Überhöhung über andere Nationen gebraucht wird. Dem ist aber weder im heutigen Deutschland, noch bei der AfD der Fall.

      • Andreas Kemper

        Dann überprüfen Sie die Seriösität ihrer Online-Magazine und informieren Sie sich anhand der Original-Quellen. Da es Propaganda ist und Sie überall auf diese Propaganda treffen, ist diese erschreckend verbreitet.

        Nein, ein „Wir-Gefühl“ ist noch nicht nationalistisch. Dieses wird es erst, wenn immer wieder gegen benachteiligte Gruppen die Nation beschworen wird.

      • John

        Ich bin der Meinung ein gesunder Nationalismus wäre sehr sinnvoll. Als über 40-jähriger kann ich mich noch gut an eine Volkswirtschaft erinnern, wo keine Arbeitsplätze abgebaut wurden, wenn irgendwo in der Welt irgendjemand irgendwelche Entscheidungen getroffen hat. Eine Volkswirtschaft ist sehr viel anfälliger wenn sie international ausgerichtet ist.
        Zum EURO-Desaster ist zu sagen, daß der EURO einen sehr ungesunden Nationalismus hervorkehrt, gerade in Südeuropa.
        Natürlich kann man, mit einiger Berechtigung, behaupten daß jemand der für mehr Nationalismus eintritt auch haftbar für dessen negativen Folgen ist. Aber dann müssen sich die Internationalisten auch für Unruhen in Südeuropa, Arbeitsplatzabbau und weiltweitem Kapitalismus haftbar halten lassen. Im Grunde sind diejenigen (trotz anderer Absicht) also nichts anderes als Wegbereiter des internationalen Großkapitals.
        Ähnlich sieht es bei der Frauenförderung aus. Mit Gewalt wird heute versucht Frauen ins Erwerbsleben zu pressen, und deren Kinder zu verstaatlichen. Vordergründig geschieht das um die böse, böse Abhängigkeit vom Mann abzulegen. In Wirklichkeit natürlich nur, damit mehr Steuern generiert werden und die Lohnkonkurrenz steigt, also die Löhne stagnieren. Wie dumm muß man sein um das nicht zu durchschauen? Es müßte genau anders herum laufen: Menschen müssen runter vom Arbeitsmarkt, damit die Löhne wieder steigen. Das kann im Übrigen auch gerne der Vater sein der dann die Kinder betreut, während die Mutter das Geld verdient.

        Diese AfD ist nicht rechts. Sie tritt sogar für die Homo-Ehe ein.

      • Andreas Kemper

        Wo steht, dass die AfD für die Homo-Ehe eintritt?

      • Martin Lauber

        Viele in der AfD tun das, der liberale Flügel ist stark. Weil die Homoehe allerdings eine geringere Priorität hat als Euro-, Europa,- Gesundheits,- und Energiepolitik sowie die direkte Demokratie, haben wir uns auf eine Antwort noch nicht geeinigt.

        Der Beitrag zur Energiepolitik neulich beruhte übrigens auf einem früheren Entwurf, der nicht vom Vorstand oder gar einem Programmparteitag abgesegnet war.

      • Martin Lauber

        Lustig, Sie argumentieren mit Engels („Frauen=kapialistisches Ersatzheer“), haben aber trotzdem recht. 🙂

  2. Walter Berens

    Woher das neue Selbstbewusstsein kommt ? Ganz einfach: Jeder hat es lange unterdrückt, weil die Totschlagsargumente der Staatskanäle und der Medienoligarch-Innen in Deutschland – zusammen mit naiven Hilfswilligen wie Sie – nahtlos exekutiert wurden.

    Seit 3 Jahren sieht jeder mit normalem Menschenverstand Beglückte, dass diese rot-gelb-grün-schwarze Heilsbringer-Truppe uns genauso ins Verderben führt wie der – entsprechend zunächst hochgepriesene – Führer zuvor. Dieses Mal endet es im wirtschaftlichen Totalfiasko, wobei man am Leben bleibt. Das ist die neue Gendervariante früherer Kriegsverluste – also auf weiblich/human getrimmt. Für Sie als Gender-Innenforscher doch ein Leckerbissen.

    Und da spielen jetzt etliche nicht mehr mit.

    • Andreas Kemper

      Ah, okay. Ich hatte mit der Frage eher ein wenig verschwörungstheoretisch darauf angespielt, dass die AfD-Führung eventuell grünes – oder sagen wir lieber „braunes“ – Licht bekommen hat, von wem und wozu auch immer.

  3. Mirko Böhnky

    Können sie sich vorstellen das es Leute gibt die einen europäischen Nationalstaat ablehnen? Bisher , von meiner persönlichen Situation ausgehend hat dieser Zug nach Europa für mich und viele andere nur Nachteile gebracht. Einführung des Euro = Halbierung des Gehaltes um mal eines zu nennen. Die AFD ist bisher die einzige Partei die das aufgreift. Alle anderen unterstellen uns Bürgern anscheinend Blödheit.Und was den massenhaften ungeregelten Zuzug von Ausländern betrifft, so müssen sie mir mal erklären was das genau für Vorteile haben soll.Ich sehe da so gut wie keinen. Außer das in die Sozialsysteme eingewandert wird. Das ist aber kein Vorteil für uns.

  4. Jon

    Mal ganz ehrlich, haben Sie nichts Besseres zu tun, als die AFD zu diffamieren? Ich weiß nicht, wie oft sich die Partei schon rechts abgegrenzt hat. Lucke und Co. sind definitiv keine Nazis. Außerdem ist es kein Populismus, wenn man anderer Meinung in der Euro-Frage ist. Wenn die AFD-Lösungen so absurd und nationalistisch wären, hätte lucke nicht rein argumentativ Menschen wie Trittin, Brüderle, Görin Eckart usw … vorgeführt. Des weiteren sind innerparteiliche Demokratiedefizite- die es wohl ohne Zweifel gibt- keine Indikatoren für die generelle Demokratiefreundlichkeit einer Partei. Die Alternative steht unter Zeitdruck und ist noch jung. Außerdem ist der Gesamtkonsens wohl sehr hoch. Im Übrigen ist es eine unsitte, jetzt unabhängig von der AFD, nationales und konservatives Gedankengut als populistisch zu brandmarken. Nur in Deutschland ist rechts keine Grundrichtung wie links, denn ein leichter Nationalismus ist auch nicht tragisch. Tragisch ist es, wenn extremistisch dahinter steht. Ob bei rechts ODER links.

    • Andreas Kemper

      Haben Sie sich mit den Aussagen von Konrad Adam, Hans-Olaf Henkel, Roland Vaubel, Jörn Kruse, Hermann Behrendt, Klaus-Peter Krause und Wolfgang Hübner zu Demokratiefragen auseinander gesetzt? Ich denke, dass sehr viele Unterstützer*innen der AfD gar nicht wissen, wem sie da eigentlich zuarbeiten. Wenn ein einzelnes Mitglied sich mit einer Forderung nach einer sozialselektiveren Demokratie geäußert hätte – okay, dann wäre es eine Einzelmeinung. Bei den AfD-Repräsentanten muss man hingegen eher suchen, wer sich denn nicht für eine unternehmerfreundlichere Demokratie ausgesprochen hat zulasten derjenigen, die sowieso schon immer seltener wählen gehen, weil sie als Niedriglöhner*innen und ALG2-Bezieher*innen eh schon die Hoffung aufgegeben haben, dass überhaupt noch jemand für sie eintritt. Deren Lage soll von Seiten der AfD noch verschlechtert werden, sowohl finanziell als auch partizipatorisch.

      • Jon

        Ich habe mich gleich zu Beginn über die neue Partei informiert, denn ich fand es merkwürdig, wie sehr die Medien *bildlike* die Meinung in ihren Berichterstattungen schon vorgefertigt hatten. Deswegen bin ich über viele Aussagen in Kenntnis. Konrad Adam hat sich nachträglich von seinem Kommentar distanziert. Die übrigen vertreten zwar marktliberale Positionen, doch über die FDP wird auch nicht dauernd gewettert. Gegen den Gender-Wahn zu sein, ist meiner Meinung nach okay. „Herr Professorin“ muss doch wirklich nicht sein, dass hat auch wenig bis nichts mit Emanzipation und Gleichheit zu tun. Und selbst wenn diese politische Gruppierung konservativ sein sollte, ist das weder ein Grund anhaltender Negativ-Artikel, noch, wie es die großen Meinungsmacher tun, Worte im Mund zu verdrehen. Haben Sie schon einmal überlegt, dass es für unsere Demokratie heilsam sein könnte, eine Partei rechts der Cdu zu haben? Somit wird dann wirklich der gesamte Volkswille differenziert dargestellt. Das mit der Homoehe stand übrigens mal auf Facebook, weiß leider nicht mehr wann das war. Sie beziehen sich übrigens bei ihrer Argumentationskette permanent auf den Hamburger Apell und Konrad Adams Aussagen. Der Hamburger Apell war zu jener Zeit wohl eine der einzigen Lösungen, einer Rezession zu entgehen. Außerdem folgte nun die Agenda- ist rot-grün nun auch marktliberal und sozialchauvinistisch? Eine partizipatorische Benachteiligung ist einfach nicht das Ziel dieser Partei- Herr Adam hat wie oben bereits ausgeführt, seine Meinung überdacht. Auch wenn die Thesen marktliberal sind, so muss es nicht im Unkehrschluss Niedriglohnpolitik und Sozialabbau heißen. Um was ich Sie einfach bitte ist, ein wenig ausgewogener und objektiver zu berichten. Ich habe bei Ihnen immer das Gefühl, dass Sie sich schon im Vorfeld Ihre Meinung gebildet haben und Indizien suchen, diese zu belegen.

      • Andreas Kemper

        Hallo Jon,

      • Wo findet sich die Distanzierung von Konrad Adam? Haben Sie da einen Link?
      • Ich bin auch gegen Gender-Wahn, es sollte keine Rolle mehr spielen, welches Geschlecht jemand hat. Daher schreibe ich Professor*innen, wenn Frauen, Männer, usw. gemeint sind.
      • „Herr Professorin“ muss wirklich nicht sein oder „Frau Professor“, genau so schlimm. Wer sagt denn sowas? Haben Sie da vielleicht auch einen Link, wo jemand „Herr Professorin“ sagt? Also ich kenne nur das absurde „Frau Professor“.
      • Wenn „rechts von der CDU“ mit Forderungen verbunden ist, marginalisierte Gruppen wie Asyl-Suchende, Schwule/Lesben, Arbeitslose, etc. noch mehr auszuschließen, dann führt dieses vermeintliche Mehr an „Volkswillen“, wie sie es nennen, tatsächlich zu einem Weniger. Brauchen wir das?
      • Herr Lucke hat ja nicht nur den Hamburger Appell von 2005 mitinitiiert, sondern auch die Bogenberger Erklärung unterstützt. In dieser Forderung wurde vor einer Erhöhung der Löhne in Deutschland gewarnt und eine „flexibelere Lohnpolitik“ (sprich Lohnsenkung) in südlichen Staaten angemahnt. Also Löhne einfrieren und weiter bei den Armen sparen, scheint ein durchgängiges Konzept von ihm zu sein.
      • Mirko Böhnky

        Was spricht den gegen eine Unternehmer freundliche Politik ? Das das nicht zu Niedriglöhnen führen darf ,da stimme ich ihnen ausdrücklich zu.Nur wurde das nicht schon bei Einführung des Euro zu einer Tatsache ? Stichwort Halbierung des Gehaltes. Das war gewollt und dabei haben alle Parteien mit gemacht. Gut außer der Linken. Ich persönlich mag ja den Gysi , aber die Partei wählen nachdem sie uns 40 Jahre lang eingesperrt haben, das geht mal gar nicht. Auch wenn ich einige Positionen durchaus teile.Übrigens gegen Asylsuchende hat auch niemand etwas außer die rechten Dumpfbacken,allerdings erscheint es mir das diverse Parteien das dann auch gerne übertreiben. Nicht jeder Migrant ist ein Asylsuchender , die meisten sind Wirtschafts Flüchtlinge . Und mit Verlaub gesagt die massenhafte Einwanderung in die Sozial Systeme gefährdet den sozialen Frieden. es ist nicht hinnehmbar wenn Leute hier in das Land kommen und Sozialleistungen beziehen obwohl sie nie irgendetwas eingezahlt haben.Da bin ich dagegen.In anderen Ländern funktioniert das doch auch ganz gut.Warum sollen wir das tun was andere nicht machen. Ich wäre übrigens auch für ein Burka Verbot . In Frankreich unter einer sozialistischen Regierung geht das. Warum denn hier nicht ?

        mfg

  5. Jon

    Es gab ein Youtube Video, welches nun rausgenommen wurde, wo Adam nichts mehr von seiner Aussage wissen möchte. Herr Professorin http://www.welt.de/vermischtes/article117277435/Proteste-gegen-Herr-Professorin-werden-erforscht.html
    Wenn mit dem „rechts von der CDU“ wirklich diskriminierende Inhalte propagiert werden, dann ist das nciht förderlich, dass ist klar. Aber nun kommen Sie schon wieder mit der Behauptung, dass die AFD gegen Minderheiten sei(zumindest glaube ich, dass Sie die AFD meinen). Im Programm der Afd steht explizit, dass die parteilichen Bestrebungen auf eine Senkung der Asyl-Ansprüche abzielen und dass die Asyl-Suchenden sofort in Deutschland arbeiten dürfen. Über die Arbeitslosen und homosexuellen Gruppen habe ich meine Meinung zur Parteienpostion schon geäußert. Homophobe Positionen brauchen wir nicht, aber die AFD vertritt solche eben nicht. Ich muss weg, zur Lohnpolitik schreeibe ich nachher 😉

    • Andreas Kemper

    • Wenn Konrad Adam von dieser Position nichts mehr wissen will, dann sollte er das entsprechend kundtun und nicht irgendwo in einem Youtube-Video, welches nach kurzer Zeit gelöscht wurde. Schließlich ist sein Artikel auch noch auffindbar. Entsprechend müsste auch seine – angebliche – Distanzierung auffindbar sein.
    • Der Artikel unterstellt, an der Uni Leipzig würde jetzt von „Herr Professorin“ gesprochen werden. Ich weiß nicht, wie oft das bereits von der Uni dementiert worden ist. Es handelt sich um eine Zeitungsente. Richtig ist, dass auf einen bestimmten Bereich bezogen, das generische Femininum benutzt wird, wenn sich in der benannten Gruppe sowohl Frauen als auch Männer befinden oder wenn dies unbestimmt ist. Also: Ein Professor wird mit Professor angesprochen und eine Gruppe von Professoren wird ebenfalls mit Professoren angesprochen. Eine Gruppe von Professoren und Professorinnen hingegen wird mit Professorinnen angesprochen.
    • Es gibt nur wenige offizielle Statements zur Minderheitenpolitik – Alexander Dilger vom Landesverband der AfD NRW distanzierte sich von den offiziellen Äußerungen des Bundesvorstandes der AfD
      zu Fragen der Gleichstellung der sogenannten „Homoehe“. Auf der AfD-Facebook-Seite gab es mehrere Postings vom Account Alternative für Deutschland, die eine deutliche Symphatie für den Rassisten Thilo Sarrazin zu erkennen gab. Auch die Postings von Wolfgang Hübner gegen eine Minderheitenpolitik von Schwulen und Lesben wurden auf den verschiedenen offiziellen AfD-Facebook-Seiten geradezu gefeiert.
    • Jon

      Diese Lohndebatte ist eng mit der Euro-Frage vernetzt. Der Euro hat Probleme, da zu viele zu heterogene Staaten mit unterschiedlichen Außen- und Geldpolitiken vertreten sind. Nun gibt es 4 Möglichkeiten. Zum einen könnten die Deutschen ihre Löhne erhöhen, was die Wirtschaft schwächen würde. Nun ist der Motor Europas am stottern- wenn dann in den Pheripheriestaaten keine sofortigen Reformen eingeleitet werden würden, bräche alles zusammen. Denken Sie nur an die ganzen Zombiebanken, die dann ohne Subventionen leben müssten und an die insolvenzverschleppten Länder wie Zypern und Griechenland. Der zweite Lösungspfad wäre den von Prof. Dr. Lucke früher favourisierten Weg, die Löhne in den Südstaaten zu senken. Die Löhne der Südstaaten sind ca. 50% zu hoch in Relation zu den Produktivitätskennziffern. Dies ist auch der Weg, der momentan von Mama Merkel eingeschlagen wird- subventionierte Reformen. Sprich Lohnsenkungen und Sozialabbau. Deswegen geht es den Menschen in z.B. Griechenland so elend und sie haben einen solchen Hass auf Europa, insbesondere auf Deutschland. Die immer wieder neu gewählten Regierungen haben fast kein Mitbestimmungsrecht, da die Troika das Meiste absegnen muss. Eine Aushebelung der Demokratie also, welcher Europa auf ein Acker führt, auf dem ECHTER Nationalsozialismus und Extremismus wunderbar gedeihen kann. Am besten wäre es wohl gewesen, die Währungspolitik und Geldfragen vor der Einführung des Euros zu installieren. doch das wurde verschlafen. Man dachte wohl, dass die Währung schwächere Länder zu Reformen zwingen würde, die ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Diese kamen nie. Aus diesem Grund war übrigens Lucke früher für den Euro und jetzt dagegen. Die letzte Variante wäre, die Wettbewerbsfähigkeiten der Pheripheriestaaten durch deren Austritt zu bewerkstelligen und ein im Kern starkes Euro-Gebiet zu bewahren. Solidarität können wir gerne zeigen, aber dann echte Solidarität. Sie suggerieren, dass Lucke die Armen egal seien. Doch gerade ein Programmpunkt der AFD verweist auf unsere tatsächliche „Solidarität“: Wir enteignen dem Mittelstand Geld, um die Banken einen Tag vor dem Konkurs zu bewahren, damit die Großinvestoren ihr Geld von der Bank holen dürfen. Wir wälzen die Risiken für wilde BAnkenspekulanzten auf die arbeitenden Bürger ab. Wenn heute ein Banker ein bisschen Glücksroulette mit mehreren Milliardern Euro spielt und er verliert, braucht es ihn gar nicht zu stören. Ihn trifft das nämlich nicht. Es trifft die Bürger, er bekommt wohl eine Abfindung für seinen Rauswurf.

  6. okasch

    Ich halte die facebook-Seite nicht für eine gute Informationsquelle. (Außer natürlich, man möchte etwas gegen die AFD finden…) Wenn man schon mit „die AFD zeigt sich“ betitelt, sollte man meiner Meinung nach mit Informationen arbeiten, die etwas repräsentativer sind:

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